Wien in Außenseiterrolle
Dienstag, 8. August 2006
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Außenseiter FK Austria Wien will SL Benfica ein Bein stellen und in die Gruppenphase der UEFA Champions League einziehen.
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FK Austria Wien will im Hinspiel der dritten und entscheidenden Qualifikationsrunde den Favoriten SL Benfica besiegen, um als eine von zwei möglichen österreichischen Mannschaften - neben dem FC Salzburg - in die Gruppenphase der UEFA Champions League einzuziehen. Dafür muss die Mannschaft von Trainer Frenkie Schinkels allerdings anders auftreten als bislang in der Liga, wo in vier Spielen noch kein einziger Sieg gelungen ist.
Mühsamer Saisonstart
Vier Spiele, drei Unentschieden, eine Niederlage und Platz acht in der Tabelle, so liest sich die bisherige Saisonbilanz vom österreichischen Double-Gewinner FK Austria. Beinahe noch schlimmer als die magere Punktzahl ist allerdings die Torausbeute. Zwei Treffer in vier Spielen machen eigentlich wenig Mut für die Begegnung mit dem europäischen Spitzenklub aus Lissabon, zumal mit Filip Šebo der vom Papier her beste Stürmer den Klub soeben in Richtung Schottland verlassen hat, wo er zukünftig für Rangers FC aufläuft.
Schinkels zurückhaltend
So gibt sich selbst der sonst so optimistische Austria-Coach Schinkels vor dem Duell mit den Portugiesen ungewohnt zurückhaltend: „Ich kann ja nicht sagen, Benfica ist schlecht und wir sind super, denn wir haben noch kein einziges Match gewonnen. Es wird sicherlich Schwerstarbeit, aber wenn jeder über sich hinaus wächst, dann haben wir auch gegen so eine Klassemannschaft eine Chance.“
„Eine Klasse besser“
Beim Vergleich der beiden Kader sind die Gäste aus Lissabon klar im Vorteil, in Wien hegt man aber die Hoffnung, dass die fehlende Spielpraxis von Benfica vielleicht der entscheidende Faktor werden könnte. „Die Portugiesen haben in dieser Saison noch kein Pflichtspiel absolviert und ihr System noch nicht gefunden“, erklärt Schinkels, der aber auch hinzufügt: „Unabhängig davon sind sie eine Klasse besser als wir.“
Drei Ausfälle
Zusätzliche Sorgen bereitet den Gastgebern der wahrscheinliche Ausfall von drei Akteuren. Neben Florian Metz, der mit einer Oberschenkelverletzung passen muss, allerdings in den bisherigen Saisonspielen noch nicht eingesetzt wurde, würde vor allem das Fehlen von Markus Kiesenebner (Magen-Darm-Virus) und Christian Schragner (Schlag auf das Knie) ins Gewicht fallen. Dagegen könnte der zuletzt gesperrte Gerd Wimmer laut Schinkels zum Einsatz kommen: „Er ist auf dieses Spiel hin getrimmt worden. Zudem ist er frisch, schnell und routiniert genug, um so ein schweres Spiel von Null auf Hundert machen zu können."
„Wir werden alles geben“
Trotz der Außenseiterrolle und der Personalprobleme wollen die Wiener mit einer erwarteten Unterstützung von bis zu 25.000 Fans im Ernst-Happel-Stadion für eine Überraschung sorgen. „Wir wollen die Champions-League-Chance am Schopf packen und uns mit den besten Europas messen. Benfica ist ein Riesenzuckerl für uns, das wir genießen werden“, freut sich Schinkels auf das Duell und verspricht vollen Einsatz: „Wir sind uns nicht sicher, ob wir gewinnen. Wir sind uns nur sicher, dass wir alles geben werden!“