Pedretti fordert mehr Biss
Montag, 3. April 2006
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Lyons Mittelfeldspieler Benoît Pedretti ist der Meinung, dass seine Mannschaft im Hinspiel gegen Milan zu viel Respekt gezeigt hat.
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Mittelfeldspieler Benoît Pedretti von Olympique Lyonnais ist der Meinung, dass der französische Meister im Viertelfinal-Hinspiel der UEFA Champions League zu viel Respekt vor dem AC Milan gezeigt hat. Nun fordert er von seiner Mannschaft am Dienstag im San Siro eine überzeugende Leistung.
Dominanz von Milan
Der letztjährige Finalist dominierte das Hinspiel im Stade Gerland. Lyon konnte dabei niemals an die tollen Vorstellungen anknüpfen, dank derer die Mannschaft in der UEFA Champions League bereits seit dreieinhalb Jahren zu Hause ungeschlagen ist. Andrea Pirlo, Gennaro Gattuso und Clarence Seedorf hatten das Mittelfeld unter Kontrolle und erarbeiteten sich eine Reihe von Möglichkeiten. Einzig Torhüter Grégory Coupet bewahrte seine Mannschaft mit einer herausragenden Leistung vor einer Niederlage.
"Wir waren schlecht"
Obwohl die Partie mit einem torlosen Remis endete, meinte Pedretti gegenüber uefa.com: "Wir waren sehr schlecht. Wir sind zu weit hinten gestanden und haben ihnen zugesehen. Wenn man gegen ein Team mit ihrer Klasse etwas ausrichten will, muss man in Ballnähe sein." Die Partie gegen den sechsmaligen Europapokalsieger Milan war im Vorfeld ein großes Thema in der französischen Presse. Der französische Nationalspieler glaubt, dass sich Lyon davon beeinflussen ließ. "Es wurde eine Menge Mist über Milan geschrieben, aber vielleicht sind sie überhaupt nicht so gut, wie alle sagen."
"Starke Spieler"
"Sie waren im Hinspiel nicht besser als wir, und ich glaube nicht, dass es im Rückspiel anders sein wird. Sie haben sehr starke Spieler, die exzellent mit dem Ball umgehen können. Wenn sie aber den Ball nicht haben, sind sie auch nicht so gut. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase haben wir erkannt, dass wir ihnen durchaus Probleme bereiten können."
Dida hält
Beim französischen Meister fehlte der gesperrte Spielmacher Juninho Pernambucano an allen Ecken und Enden, auch wenn sein Ersatzmann Pedretti alles tat, um den Brasilianer würdig zu vertreten. Der 25-Jährige hätte beinahe mit einem Freistoß á la Juninho für das 1:0 gesorgt, doch Dida war auf dem Posten. "Ich habe zwar auf Juninhos Position gespielt, ich bin aber nicht sein direkter Vertreter", sagte Pedretti. "Ich habe einfach mein eigenes Spiel gespielt und versucht, der Mannschaft zu helfen."
"Wir waren gefährlich"
Pedrettis Freistoß war für die zuvor etwas zurückhaltend agierenden Franzosen so etwas wie die Initialzündung. "In der zweiten Hälfte zeigten wir schon eher unser wahres Gesicht", meinte er weiter. "Wir haben ihnen nicht mehr so viel Zeit gelassen und unseren eigenen Rhythmus gefunden. Sobald wir dann schnell auf Angriff umgeschaltet und Florent Malouda und Sylvain Wiltord ins Spiel gebracht haben, sind wir gefährlich geworden. Wenn wir unsere Stürmer in Mailand gut in Szene setzen, glaube ich fest daran, dass wir auch treffen werden."
Schub durch Juninho
Lyon hat seit April letzten Jahres in der Fremde nicht mehr verloren und in dieser Saison in jedem UEFA Champions League-Auswärtsspiel mindestens einmal getroffen. Dazu werden sie durch die Rückkehr von Juninho einen weiteren Schub bekommen. Dafür fehlt mit dem diesmal gesperrten Tiago ein weiterer Stammspieler im Mittelfeld, und deshalb wird Pedretti wahrscheinlich wieder eine wichtige Rolle spielen.
Den Faden verloren
Der elegante Spielmacher galt früher als der kommende Mann im französischen Fußball, doch nach seinem Wechsel vom FC Sochaux-Montbéliard zu Olympique de Marseille im Jahr 2004 verlor er etwas den Faden. In den ersten sechs Monaten in Lyon konnte er ebenfalls nicht überzeugen und verlor deshalb seinen Platz im Kader der französischen Nationalelf, doch in den letzten Wochen gehörte er wieder regelmäßig zur Startformation.
Stark verbessert
Pedrettis tolle Pässe finden wieder immer öfter einen Abnehmer, und deshalb wächst sein Selbstbewusstsein langsam wieder an. "Im Moment stehen meine eigenen Leistungen nicht im Vordergrund", erklärte er. "Ich freue mich, dass ich öfter zum Einsatz komme, auch in so wichtigen Spielen wie gegen Milan. Aber das wichtigste ist, dass es Lyon ins Halbfinale schafft. Momentan interessiere ich mich nur dafür, wie ich der Mannschaft dabei helfen kann."