Henry zieht es nach Paris
Donnerstag, 6. April 2006
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Arsenal-Kapitän Thierry Henry möchte trotz der Freude über den erstmaligen Einzug ins Halbfinale das "Ziel der Reise" nicht aus den Augen verlieren.
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Arsenal FC hat zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das Halbfinale der UEFA Champions League erreicht. Das 0:0-Unentschieden gestern Abend gegen Juventus im Stadio Delle Alpi genügte den Engländern zum Weiterkommen. Der Gegner im Halbfinale, Villarreal CF aus Spanien, dürfe aber nicht auf die leichte Schulter genommen werden, so die Londoner.
Das große Ziel vor Augen
"Alle beglückwünschen uns zu dem historischen Sieg, aber wir haben noch nichts erreicht", sagte Arsenal-Kapitän Thierry Henry, der zum 100. Mal in einem Europapokalspiel zum Einsatz kam. "Wir müssen das Ziel der Reise erreichen und das bedeutet, dass wir das Finale in Paris Ende Mai gewinnen wollen. Es ist erstaunlich, was die Jungs leisten und auch das Niveau, auf dem sie agieren, aber wir dürfen jetzt nicht nachlassen. Wir müssen weiter als Mannschaft angreifen und verteidigen und das Ziel erreichen."
Spiel der Rekorde
Arsenal gelang es gestern Abend, zwei Champions League-Rekorde zu brechen. Das torlose Unentschieden gegen Juve war das achte zu Null-Spiel in Serie, womit sie den Rekord vom AC Milan aus der letzten Saison von sieben Spielen ohne Gegentor gebrochen haben. Die Verteidigung hat ebenfalls einen neuen Rekord aufgestellt. In der Saison 1995/96 hatte der damalige AFC Ajax-Keeper Edwin van der Sar 659 Minuten lang kein Tor zugelassen, eine Leistung, die Arsenal gestern in der zehnten Minute übertraf. Beim Schlusspfiff im Delle Alpi stand der Rekord bei 739 Minuten.
Gilberto warnt
Gilberto freute sich über den Erfolg auf gegnerischem Boden, betonte aber auch, dass der Job noch nicht erledigt sei. "Ich bin glücklich, dass wir im Halbfinale stehen", sagte er. "Wir müssen uns aber klar darüber sein, dass dies nur ein weiterer Schritt hin zum Ziel ist. Wir können uns nicht damit zufrieden geben, unter den letzten Vier zu stehen. Die Erfolge gegen so große Namen wie Real Madrid [CF] und Juventus sind großartig, aber wir sollten uns nicht darauf ausruhen. Viele haben uns zu Beginn der Saison schon abgeschrieben, weil wir anfangs Probleme hatten. Wir haben uns jetzt aber gefunden. Wir sind sehr glücklich darüber, dürfen jetzt aber nicht abheben."
Hürde genommen
Freddie Ljungberg, einer aus der älteren Garde der Gunners, war sichtlich erleichtert, die Viertelfinal-Hürde genommen zu haben. "Ich fühle mich großartig", sagte er. "Wir haben Real Madrid und Juventus mit gutem Fußball geschlagen, und das macht mich wirklich stolz. Taktisch haben wir sehr klug agiert. Wir wussten, dass sie uns mit langen Bällen überwinden wollten, aber das haben wir verhindert. Ich glaube, dass wir sogar mehr Chancen hatten als sie. Ich spiele jetzt seit acht Jahren hier und wir sind schon einige Male im Viertelfinale gescheitert, daher bin ich jetzt umso glücklicher."
Augenblick genießen
Cesc Fabregas ist zwar erst 18 Jahre alt, aber über die Professionalität, mit der seine Mitspieler in Turin auftraten, sprach er wie ein alter Hase. "Super, diese Professionalität, die wir gezeigt haben. Wir sollten den Augenblick genießen, denn man kommt ja nicht alle Tage ins Halbfinale der Champions League."