Bruderduell Barça gegen Benfica
Freitag, 10. März 2006
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Im Viertelfinale zwischen dem FC Barcelona und Benfica Lissabon kommt es zur Neuauflage des Europapokal-Endspiels von 1960/61.
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Der FC Barcelona und SL Benfica treffen in einem sehr interessanten Viertelfinal-Duell in der UEFA Champions League aufeinander. Es ist die Wiederholung des Finals im Pokal der europäischen Meistervereine 1960/61. Außerdem kehrt der frühere Barça-Star Ronald Koeman mit seinem Team wieder zurück an die alte Wirkungsstätte.
Barcelona favorisiert
Die amtierenden Meister aus Spanien und Portugal können auf eine traditionsreiche Geschichte im Europapokal zurückblicken. Nicht zuletzt haben beide Vereine den wichtigsten Klubwettbewerb Europas schon einmal beziehungsweise zweimal gewonnen. Nachdem sie Chelsea FC im Achtelfinale bezwungen haben, gehören die Katalanen für viele Experten zu den Favoriten auf den Einzug ins Finale am 17. Mai in Paris. Dazu kommt, dass die Mannschaft von Trainer Frank Rijkaard das Rückspiel am 5. April im heimischen Camp Nou austragen darf, nachdem sie zunächst am 28. März im Estádio da Luz von Lissabon antreten müssen.
Schwere Aufgabe
Benficas Geschäftsführer José Veiga sagte: "Barcelona ist eines der größten Teams in Europa, wenn nicht sogar die beste Mannschaft. Doch wir konnten uns den Gegner im Viertelfinale leider nicht aussuchen. Es wird sehr schwer werden, obwohl auch gerade die anscheinend anspruchsvollsten Aufgaben manchmal gar nicht so schwer sind, wie sie zunächst erscheinen. Ich glaube, wir können das Halbfinale erreichen, weil auch wir ein phantastisches Team haben."
"Leidenschaftliches Duell"
Barcelonas Torwart Víctor Valdés meinte: "Sie sind sehr stark und werden nicht leicht zu schlagen sein. Gegen Liverpool [FC] haben sie kein einziges Tor bekommen und an der Anfield Road sogar gewonnen. Sie verdienen genauso viel Respekt wie wir. Es wird ein leidenschaftlich geführtes Duell werden. Sie sind sicherlich eine großartige Mannschaft. Ansonsten hätten sie nicht das Viertelfinale erreicht."
Erstes Duell
Mit dem 3:2-Sieg im Finale der Saison 1960/61 wurde der Klub aus Lissabon die zweite Mannschaft, die nach Real Madrid CF diesen Wettbewerb gewinnen konnte. Die Königlichen, die zuvor die ersten fünf Landesmeister-Pokale gewonnen hatten, wurden jedoch von Barcelona gleich in der ersten Runde aus dem Wettbewerb befördert. Das Endspiel in Bern war gleichzeitig das erste Aufeinandertreffen der Vereine aus Barcelona und Lissabon in einem UEFA-Wettbewerb.
Traditionsreiches Spiel
Das darauf folgende Duell gewann Barça in der Gruppenphase der Spielzeit 1991/92 und zog anschließend ins Finale ein. Die Katalanen erreichten bei Benfica ein 0:0 und gewannen anschließend zu Hause mit 2:1. Diese vier Punkte aus den beiden Spielen waren sehr wichtig für Barcelona auf dem Weg ins Endspiel, das sie gegen UC Sampdoria mit 1:0 gewannen. Es war der erste Triumph für Barcelona in der Königsklasse. Der derzeitige Benfica-Trainer Ronald Koeman schoss damals das entscheidende Tor in der Verlängerung.
Dürftige Bilanz
Benficas Auswärtsbilanz gegen Klubs aus Spanien ist nicht gerade rosig. Von sechs Spielen gewannen sie nur eins. In der ersten Runde des UEFA-Pokals 1982/83 schlugen sie Real Betis Balompié. In der dritten Runde desselben Wettbewerbs 1999/00 musste Benfica die bislang höchste Europapokal-Niederlage hinnehmen. Bei RC Celta de Vigo kamen sie mit 0:7 unter die Räder. In Heimspielen gegen spanische Klubs musste Benfica allerdings auch nur eine Niederlage einstecken - in der Gruppenphase der laufenden Saison beim 0:1 gegen Villarreal CF.
Acht Siege
Die Heimbilanz Barcelonas gegen portugiesische Vereine kann sich ebenfalls sehen lassen. Nachdem sie ihr erstes Spiel gegen Vereine aus dem Nachbarland im UEFA-Pokal 1972/73 mit 0:1 gegen den FC Porto verloren hatten, gewannen die Katalanen acht Mal in Folge. In fünf Duellen haben sie kein einziges Tor kassiert. Auswärts dagegen verloren die Spanier viermal und spielten zweimal unentschieden. Doch die letzten beiden Partien in Portugal konnte Barcelona für sich entscheiden. Zuletzt gab es einen 2:0-Sieg in Porto in der zweiten Gruppenphase der Champions League in der Saison 1999/00.