Fabregas besteht Reifeprüfung
Mittwoch, 29. März 2006
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Der Mittelfeldspieler von Arsenal glaubt nach seiner eindrucksvollen Vorstellung gegen Juventus, dass er "von Spiel zu Spiel besser" wird.
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Nach dem Spiel gegen Juventus war auch Arsenal FC-Mittelfeldspieler Cesc Fabregas selbst von seiner Leistung angetan. Er werde von Partie zu Partie stärker, meinte er. Beim 2:0-Sieg im Hinspiel des UEFA Champions League-Viertelfinals gegen den italienischen Meister in Highbury schoss Fabregas das erste Tor selbst und bereitete das zweite vor. Damit reisen die Gunners als Favorit auf den Halbfinal-Einzug zum Rückspiel nach Turin. "Ich fühle mich nach jeder Trainingseinheit und jedem Spiel immer noch stärker", sagte Fabregas. "Das liegt natürlich auch daran, dass unsere Mannschaft so gut spielt. Wir haben uns stark verbessert. Wir sind jung und können noch eine Menge erreichen. Unser Selbstvertrauen ist enorm."
Meisterhaft
Der erst 18-jährige Fabregas spielte meisterhaft auf und war maßgeblich daran beteiligt, dass das junge Team von Trainer Arsène Wenger die Alte Dame Juve noch älter aussehen ließ. Fünf Minuten vor Ende der ersten Halbzeit schloss er eine sehenswerte Kombination Arsenals mit einem Flachschuss ab, bei dem Gianluigi Buffon im Turiner Tor keine Chance hatte. In der zweiten Halbzeit legte er den Ball für Thierry Henry auf, und der schoss zum verdienten 2:0-Endstand ein. Fabregas' selbstbewusste Spielweise stand ganz im Gegensatz zur Leistung von Patrick Vieira, der bei seiner Rückkehr nach London im Juve-Mittelfeld genauso große Probleme hatte wie Emerson, die schnell vorgetragenen Arsenal-Angriffe zu stoppen.
"Harte Arbeit"
Fabregas zeigte jedenfalls gegen diese beiden Weltmeister nicht die geringste Nervosität. "Es ist natürlich sehr schwer, im Mittelfeld gegen Routiniers wie Patrick und Emerson zu spielen. Emerson spielt bei der kommenden Weltmeisterschaft für Brasilien, Patrick für Frankreich. Sie sind zwei der weltbesten Spieler auf ihren Positionen. Als 18-Jähriger kannst du es nur genießen, gegen solche großartigen Leute zu spielen. Man darf aber dabei nicht vergessen, hart für das Team zu arbeiten. Das taten wir alle", sagte er.
"Vorbildlich"
In seinen neun Jahren bei Arsenal spielte Vieira eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Fabregas. "Seine Einstellung, sein Charakter, seine Power - du kannst von ihm alles lernen", lobte Fabregas seinen ehemaligen Mitspieler. "Nach so langer Zeit ist es natürlich nicht leicht, in einem anderen Trikot hierher zurückzukehren und den ehemaligen Kollegen den Ball abzujagen. Er ist vorbildlich. Für mich war es großartig, gegen einen zu spielen, mit dem man schon Witze in der Umkleidekabine gemacht und von dem man viel gelernt hat. Für Thierry [Henry] muss es noch spezieller gewesen sein. So lange Jahre haben sie zusammen gespielt, heute standen sie sich als Gegner gegenüber. Es war komisch für mich, aber für ihn gilt das noch mehr."
"Enormes Selbstvertrauen"
Fabregas wird von Spiel zu Spiel wichtiger für seine Mannschaft. Vor kurzem gab er sein Debüt in der spanischen Nationalmannschaft. Nun träumt er von einem Einsatz bei der WM. Doch er weiß, dass er sich in der jungen Mannschaft von Wenger erst noch etablieren muss. "Jedes Spiel ist wichtig, jedes Training. Denn wenn du dort nicht gut bist, spielst du nicht. Du musst jedem zeigen, dass du das Zeug hast, für Arsenal zu spielen. Das tut momentan jeder von uns. Unser Selbstvertrauen ist enorm. Deshalb brauchen wir uns eigentlich immer nur auf das nächste Spiel zu konzentrieren."
"Halbzeit"
Arsenal hat nun schon zum siebten Mal in Folge in der Champions League kein Gegentor kassiert. Damit haben die Gunners den Rekord vom AC Milan aus der vergangenen Saison eingestellt. Juve muss im Rückspiel nach vorn spielen, was Fabregas noch mehr Möglichkeiten zur Entfaltung geben sollte. Außerdem ist Vieira für das Rückspiel gesperrt. Es scheint also ganz gut zu laufen für die Londoner, aber Arsenal sieht sich noch nicht im Halbfinale. "Es war ein gutes Ergebnis für uns", meinte Fabregas. "Gegen Juve muss man erstmal zwei Tore schießen und keins kassieren. Für uns war vor allem wichtig, dass wir zu Null spielen. Es ist aber erst Halbzeit. Mal schauen, was in Turin passiert."