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"Spiel wie jedes andere" für Vieira

Patrick Vieira betonte vor seiner Rückkehr ins Highbury, dass beim Duell mit Arsenal für ihn keine Emotionen im Spiel seien.

Patrick Vieiras erste Rückkehr ins Highbury-Stadion seit seinem Wechsel zu Juventus lief nicht ab wie geplant. Juve verpasste nämlich den Flug von Turin nach London und musste daher auf das Abschlusstraining in dem Stadion verzichten, in dem er seine größten Triumphe gefeiert hatte. Vieira musste also bis zum Spieltag warten, ehe er den Rasen in Highbury wieder betreten durfte. Im blauen Trainingsanzug des italienischen Rekordmeisters saß Vieira auf der Pressekonferenz neben seinem Trainer Fabio Capello und beantwortetet geduldig alle Fragen der britischen Presse hinsichtlich des Duells mit der Mannschaft, für die er vor zehn Monaten mit seiner letzten Amtshandlung den Sieg bringenden Elfmeter im FA Cup-Finale gegen Manchester United FC verwandelt hatte. Doch wie sein Trainer zeigte auch Vieira keinerlei Emotionen.

Pokerface
Nervenflattern? "Überhaupt nicht, nein. ich habe genug Erfahrung gesammelt, um damit umzugehen. Ich weiß, wie ich mich vorbereiten muss, ich weiß, was mich erwartet. Ich konzentriere mich ganz auf das Spiel." Emotionen? "Überhaupt nicht. Ich versuche, mich ganz auf das Spiel zu konzentrieren. Das ist das Einzige, was für mich zählt. Die Emotionen werden nach dem Spiel kommen." Dann eine kurze Pause, als er gefragt wurde, ob er glücklich darüber sei, dass Juve im Viertelfinale der UEFA Champions League gegen Arsenal gelost worden sei, doch gleich hatte er sich wieder im Griff. "Ich weiß nicht. Ob es gegen Arsenal oder eine andere Mannschaft geht, ist mir egal. Was zählt, ist das Spiel zu gewinnen und in die nächste Runde zu kommen."

Fabregas als Nachfolger
Vieira, 29, wird eine entscheidende Rolle zukommen, will Juve zumindest eine Runde weiter kommen als im letzten Jahr, als man ideen- und kraftlos gegen Liverpool FC auf der Strecke blieb. Entscheidend könnte sein, ob Vieira das Duell gegen seinen einstigen Schützling, den 18-jährigen Cesc Fabregas, für sich entscheiden kann. Seit Vieiras Abschied hat sich das Gesicht Arsenals grundlegend geändert, Fabregas symbolisiert seither die hungrige und neue Generation. "Seit er bei uns ins Training und den Spielbetrieb eingestiegen ist, hat er sich prächtig entwickelt, deshalb bin ich überhaupt nicht überrascht, dass er sich im Moment so großartig schlägt", meinte Vieira.

"Stolz"
Im Gegensatz dazu, so Vieira, habe er zuletzt bei Juve "Höhen und Tiefen" gehabt, sei aber nun nach mehreren kleineren Verletzungen zu "100 Prozent fit", um wieder an die starken Leistungen zu Beginn seiner Zeit bei den Bianconeri anzuknüpfen. Vieira war nur unwesentlich älter als Fabregas, als er 1996 zu Arsenal wechselte. Dank der überragenden Auftritte des Franzosen gewannen die Gunners 1998 und 2002 jeweils das nationale Double, kein Wunder, dass Vieira seine Zeit in London nicht missen möchte. "Wenn man irgendwo neun Jahre verbringt, so viel dabei gewinnt und selber so gut drauf ist - ich denke, dass wir in den letzten neun Jahren die wohl beste Arsenal-Mannschaft aller Zeiten gebildet haben und ich war ein Teil davon - dann ist man natürlich stolz, keine Frage."

"Nicht einfach"
Ein großer Verdienst an den Auftritten seines Mittelfeldmotors gebührt sicher auch Arsène Wenger, dem es gelang, den beim AC Milan restlos verunsicherten Vieira wieder in Topform zu bringen. Natürlich werde es schwierig, so Wenger, die Emotionen nun vollständig zu unterdrücken. "Wenn man zurückkommt, möchte man immer eine tolle Leistung zeigen", hatte der Arsenal-Trainer schon vorher gemutmaßt. "Emotional ist das nicht immer ganz einfach." Nach dem Ende der Pressekonferenz schritt der Neu-Turiner an einem großen Foto vorbei, dass ihn und seinen Ex-Trainer mit der Meistertrophäe 2004 zeigt. Die Fragen der Presse kühl und emotionslos zu beantworten, war keine große Herausforderung für Vieira, ob ihm seine Selbstbeherrschung auch beim zu erwartenden Jubel der Fans in Highbury zur Seite steht, bleibt abzuwarten.