Mancini warnt vor Ajax
Dienstag, 14. März 2006
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Die Statistik und der Heimvorteil sprechen zwar für Inter, aber dennoch ist Trainer Roberto Mancini auf der Hut.
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FC Internazionale Milano-Trainer Roberto Mancini freut sich schon darauf, im Achtelfinal-Rückspiel der UEFA Champions League heute Abend gegen AFC Ajax den ohrenbetäubenden Lärm im ausverkauften Giuseppe Meazza-Stadion zu hören.
Zwölfter Mann
Die Italiener mussten ihre drei Heimspiele in der Gruppenphase vor leeren Rängen austragen. Dies war die Strafe für Fanausschreitungen im letztjährigen Viertelfinale, als AC Milan-Torhüter Dida von einer Leuchtrakete getroffen wurde. Inter ließ sich davon aber nicht beeindrucken und holte zu Hause die maximal mögliche Punktzahl. Trotzdem freut sich Mancini, dass Inters "zwölfter Mann" nun seinen Teil dazu beitragen kann, dass die Mannschaft ins Viertelfinale gegen Villarreal CF einzieht.
"Ähnliche Teams"
"Wir haben langsam angefangen, uns an die leeren Ränge zu gewöhnen", scherzte Mancini. "Aber im Ernst, wir werden unsere Fans in diesem schweren Spiel unbedingt brauchen. Inter und Ajax sind ähnliche Teams. Beide spielen offensiv, und Ajax wird auch bei uns nicht anders auftreten." So wie im Hinspiel vor drei Wochen in der Amsterdam ArenA, als die Niederländer durch Tore von Mauro Rosales und Klaas Jan Huntelaar nach 21 Minuten bereits mit 2:0 in Führung lagen.
"Glorreiche Vergangenheit"
Dieser rasante Beginn sorgte bei vielen für Verwunderung, nicht jedoch bei Mancini. "Das war für mich keine Überraschung", sagte er. "Wir wissen, dass Ajax einen guten Fußball spielt, auch wenn sie sehr viele junge Akteure in ihren Reihen haben. Der Klub hat eine glorreiche Vergangenheit und bevorzugt schon lange Jahre einen offensiven Stil - ob mit oder ohne Stars." Der 22-jährige Huntelaar war vor seinem Treffer im Hinspiel - einem von zehn in den letzten sechs Begegnungen - noch relativ unbekannt, doch das könnte sich bald ändern.
Einige Fragezeichen
"Um ehrlich zu sein, habe ich nicht viel über Huntelaar gewusst. Er scheint aber ein guter Stürmer zu sein", gab Mancini zu. Der Inter-Trainer muss im Rückspiel auf den gesperrten Iván Córdoba verzichten. Außerdem sind Juan Sebastián Verón, Alvaro Recoba und Luís Figo noch fraglich. Die Generalprobe am Samstag gegen UC Sampdoria wurde mit 1:0 gewonnen. Mancini weiter: "Es ist für Huntelaar aber noch ein weiter Weg, um auf das Niveau von Marco van Basten zu kommen."
Schlechtes Pflaster
Der 41-Jährige bemüht gerne die Statistik, und diese spricht deutlich zu Gunsten der Nerazzurri. Inter hat seit neun UEFA Champions League-Heimspielen nicht mehr verloren und dabei sieben Partien gewonnen. Außerdem hat es die Mannschaft in den letzten vier Jahren drei Mal ins Viertelfinale geschafft. Ajax-Trainer Danny Blind weiß auch, dass sein Team in sieben Spiele in Italien nicht gewinnen konnte. Doch der frühere niederländische Nationalverteidiger ist fest entschlossen, diese Serie zu beenden.
Kämpferisches Ajax
"Wir müssen Tore schießen, also müssen wir angreifen, wenn auch nicht unbedingt gleich von Beginn an", warnte der Niederländer. "Das ist unser Spiel." Ajax zeigte sich in der Eredivisie zuletzt in starker Form. Am Wochenende fand ihre Siegesserie mit dem torlosen Remis gegen den PSV Eindhoven zwar ein Ende, aber dennoch konnten die Amsterdamer mit der Leistung gegen den Tabellenführer zufrieden sein. "Unser Selbstbewusstsein wächst immer weiter", so Blind, der wieder auf Nourdin Boukhari zurückgreifen kann. Dafür fehlen ihm weiterhin Hedwiges Maduro, Steven Pienaar und Johnny Heitinga.
"Tür ist immer noch offen"
Die Leistung aus dem Hinspiel lässt durchaus hoffen, auch wenn Inter in der zweiten Hälfte durch Dejan Stanković und Julio Cruz noch zum Ausgleich kam. "Inter hatte schon immer eine Menge Qualität, und unter Mancini sind sie jetzt auch zu einer Mannschaft zusammengewachsen", meinte der Ajax-Trainer. "Aber in einer K.o.-Runde kann alles passieren. Und auch wenn es nach dem Ergebnis aus dem Hinspiel nicht besonders gut für uns aussieht, ist die Tür immer noch offen." Genauso wie die Drehkreuze im San Siro.