Schaaf - Glücksfall für Bremen
Sonntag, 1. Januar 2006
Artikel-Zusammenfassung
Thomas Schaaf hat Werder Bremen mit attraktivem Offensivfußball zweimal in Folge in die UEFA Champions League geführt.
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Werder Bremen hat sich in den letzten beiden Jahren in der Fußball-Bundesliga und der UEFA Champions League mit attraktiven und torreichen Spielen einen Namen gemacht. Verantwortlich dafür ist vor allem ein Name - Thomas Schaaf, der Trainer der Bremer, der bedingungslosen Offensivfußball spielen lässt.
Nachfolger von Magath
Dabei ist die Arbeit des 44-Jährigen an der Weser eine einzige Erfolgsgeschichte. Im Mai 1999 übernahm er als Nachfolger von Felix Magath eine verunsicherte Mannschaft, bewahrte Bremen vor dem Abstieg und führte den Verein in der darauf folgenden Saison 1999/2000 sofort ins gesicherte Mittelfeld auf den neunten Tabellenplatz.
Double-Gewinn 2004
Danach ging es stetig aufwärts. 2000/2001 wurde Werder schon Siebter, im Jahr darauf Sechster und in der Saison 2003/2004 versetzte Schaaf ganz Bremen in einen Ausnahmezustand und kollektiven Freudentaumel, als er elf Jahre nach der letzten Meisterschaft die begehrte Trophäe nach einer überragenden Saison in die Hansestadt holte und zudem noch den DFB-Pokal gewinnen konnte.
Historischer Titel
Die historische Bedeutung vor allem der Meisterschaft kann man in der Vereinsgeschichte nicht hoch genug bewerten, da sich der Klub nach dem Abschied der Trainer-Legende Otto Rehhagel, der in Bremen 15 Jahre lang Titel sammelte, fußballerisch in einer erfolglosen und depressiven Orientierungsphase befand. Stadt und Klub sehnten sich nach den Erfolgen unter Rehhagel, der 1992 den Pokal der Pokalsieger an die Weser holte, 1991 und 1994 Werder zum DFB-Pokalsieger machte und 1988 und 1993 Deutscher Meister wurde. Thomas Schaaf hat sie erlöst.
Seit 33 Jahren im Verein
„Der Moment, als wir mit der Meisterschale in Bremen ankamen, war unbeschreiblich und unvergesslich. Die Emotionen der Menschen haben mich und meine Mannschaft tief bewegt“, beschrieb Schaaf seine Gefühle nach dem Titelgewinn. Dabei überzeugt der 44-Jährige die Anhänger der Bremer nicht nur durch Erfolge, sondern auch durch seine Liebe und Treue zum Verein. Seit 33 Jahren gibt es für Schaaf nur Werder Bremen. Er spielte in der Jugend und während seiner ganzen Profi-Karriere ausschließlich für die Norddeutschen, lief in der Bundesliga insgesamt 262-mal im grün-weißen Trikot auf und setzt seine Arbeit für den Traditionsverein seit 1999 als Trainer fort - die Fans danken ihm seine Vereinstreue mit großem Respekt.
Vertragsverlängerung bis 2008
Mit seiner ruhigen und sachlichen Art passt Schaaf perfekt in das Bremer Umfeld, das er wie kaum ein anderer kennt. Die Vertragsverlängerung bis 2008 am Tag nach dem grandiosen 5:1-Sieg im entscheidenden UEFA Champions League-Spiel der Gruppe C gegen den griechischen Vertreter Panathinaikos FC, das die Qualifikation für das Achtelfinale sicherte, ist die logische Konsequenz einer erfolgreichen Arbeit.
Lob für Schaaf
„Der neue Vertrag ist Ausdruck unserer Wertschätzung für die großartige Leistung von Thomas Schaaf, die er in den letzten Jahren in Bremen geleistet hat. Die Mannschaft, die uns alle mit leidenschaftlichem Fußball begeistert und fesselt, trägt seine Handschrift“, erklärte Bremens Vorsitzender der Geschäftsführung, Jürgen Born.
„Wollen noch viel erreichen“
Und in der Tat spielt Bremen nicht nur erfolgreichen, sondern vor allem auch attraktiven Fußball. Vielleicht sogar den schönsten in Deutschland und dies soll auch in den nächsten Jahren so sein, erklärt der 44-Jährige: „Wir wollen uns auch zukünftig international weiter verbessern. Es gibt hier in Bremen noch viel zu erreichen in den nächsten Jahren. Dabei möchte ich mithelfen.“
Anerkennung verdient
Der Erfolg und die Arbeit von Schaaf muss umso höher bewertet werden, da Bremen traditionsgemäß lange nicht die gleichen finanziellen Möglichkeiten hat wie zum Beispiel der FC Bayern München. Mit Manager Klaus Allofs bildet Schaaf ein effektives und fachlich kompetentes Team. In der Mannschaft genießt er uneingeschränkte Anerkennung und sein Offensivkonzept wird von Fans und Fachleuten gleichermaßen geschätzt - zu recht!