Kobiashvilis ungewohnte Rolle
Donnerstag, 24. November 2005
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Levan Kobiashvili erzielte beim 3:0-Heimsieg von Schalke gegen Eindhoven den ersten Dreierpack seiner Karriere.
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Nach dem ersten Dreierpack seiner Karriere beim 3:0-Heimsieg des FC Schalke 04 über den PSV Eindhoven wurde Mittelfeldspieler Levan Kobiashvili von beiden Trainern über den grünen Klee gelobt.
Taten statt Worte
Kobiashvili, der lieber Taten als Worte sprechen lässt, scheut für gewöhnlich das Rampenlicht der Medien. Doch nach seiner Galavorstellung am Mittwoch in der UEFA Champions League-Gruppe E musste der georgische Nationalspieler zahlreiche Interviews führen und Fragen beantworten. Mit seinen drei Toren hatte er schließlich den niederländischen Meister quasi im Alleingang bezwungen und damit die Schalker Hoffnungen auf das Erreichen des Achtelfinals am Leben gehalten.
Erster Dreierpack
"Ich kann mich nicht daran erinnern, schon einmal drei Tore in einer Partie geschossen zu haben. Vielleicht im Training, aber noch nie in einem Spiel", sagte er. Kobiashvili, der normalerweise im Mittelfeld oder auf der linken Abwehrseite spielt, wurde von Trainer Ralf Rangnick als Linksaußen eingesetzt und genoss seine neuen Freiheiten sichtlich.
Kühlen Kopf bewahrt
Zwei Mal traf der 28-Jährige eiskalt vom Elfmeterpunkt aus. Die Leistung des ehemaligen Mittelfeldspielers vom SC Freiburg kam für seine Teamkollegen wenig überraschend. "'Kobi' ist äußerst nervenstark und macht sich keine großen Gedanken", sagte Torwart Frank Rost. "Daher ist er bei Elfmetern so sicher."
Verantwortung übernommen
Auch Rangnick zeigte sich begeistert und deutete an, dass der Georgier demnächst öfter zum Strafstoß antreten könnte. "Wir hatten zuvor keinen Spieler festgelegt, der die Elfmeter schießen sollte. Da Rafinha und Søren Larsen auf der Bank saßen, sollten die Spieler entscheiden", sagte der Coach. "Aber 'Kobi' hat im Abschlusstraining einen Elfmeter verwandelt." Kobiashvili selbst betonte, dass er sich sicher gefühlt hatte. "Ich war äußerst selbstbewusst, daher habe ich die Verantwortung übernommen. Letztlich war das die richtige Entscheidung."
Lob von Eijkelkamp
Aber Kobiashvili wurde nicht nur von den Hausherren gelobt. PSV-Co-Trainer René Eijkelkamp, der zwischen 1997 und 1999 für Schalke spielte, war ebenfalls beeindruckt. "Kobiashvili ist ein toller Fußballer", sagte Eijkelkamp. "Er ist sehr stark in der Vorwärtsbewegung und hat einen überragenden linken Fuß. Er muss momentan auf Wolke sieben schweben, denn drei Tore vor den eigenen Fans hier sind etwas ganz Besonderes", meinte der 41-Jährige weiter.
"Klassespieler"
Rangnick schwärmte ebenfalls in den höchsten Tönen. "Über Levans Qualitäten müssen wir nicht reden. Jeder weiß, dass er ein Klassespieler ist. Er hat bewiesen, dass er für uns eine wirkungsvolle Waffe sein kann", sagte Schalkes Trainer.
Mäßige Torquote
In seinen ersten beiden Spielzeiten auf Schalke erzielte Kobiashvili insgesamt lediglich drei Treffer, sein letztes Tor hatte er vor mehr als einem Jahr geschossen. Ausgerechnet gegen den Halbfinalisten der Champions League-Saison 2004/05 war er nun gleich drei Mal erfolgreich. Die ansonsten mäßige Trefferquote des Georgiers hat für Rangnick ihre Ursachen in dessen defensiven Aufgaben. "Levan musste in den letzten zwölf Monaten auf der linken Abwehrseite oder auf anderen Positionen aushelfen, da einige Spieler verletzt fehlten. Daran musste er sich erst einmal gewöhnen."
Entscheidung gegen Milan
Gegen den PSV konnte er nach 18 Minuten bereits das erste Mal jubeln. Schalke hofft nun, dass Kobiashvili in der entscheidenden Partie beim AC Milan am sechsten Spieltag ähnlich erfolgreich auftrumpfen kann.