Bayern peilt Kantersieg an
Sonntag, 20. November 2005
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Der FC Bayern München will mit einem klaren Heimsieg über den SK Rapid Wien die Weichen Richtung Gruppensieg stellen.
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Der FC Bayern München hofft in seinem letzten Heimspiel der UEFA Champions League-Gruppe A auf einen deutlichen Sieg über den SK Rapid Wien.
Gruppensieg im Visier
Der deutsche Meister hat ebenso wie Tabellenführer Juventus neun Punkte auf dem Konto und will sich vor dem italienischen Titelträger den Gruppensieg sichern, um im Achtelfinale einen vermeintlich leichteren Gegner zugelost zu bekommen. "Wenn uns ein frühes Tor gelingt, werden wir uns nicht zurücklehnen - wir werden weiter druckvoll nach vorne spielen, denn wir brauchen einen klaren Erfolg, um die Chance auf den Gruppensieg zu wahren", sagte Bayern-Trainer Felix Magath, dessen Mannschaft ein um zwei Treffer schlechteres Torverhältnis als Juve hat.
"In guter Form"
Doch Magath warnte zugleich vor Rapid, auch wenn die Österreicher bislang noch ohne Punktgewinn sind. Am ersten Spieltag taten sich die Bayern in Wien sehr schwer und kamen zu einem letztlich glücklichen 1:0-Erfolg. "Wir wissen, dass es in der Champions League keine leichten Spiele gibt, daher wollen wir erst einmal drei Punkte holen und dann darüber nachdenken, wie viele Tore wir erzielen können", sagte Magath. "Ich erwarte Rapid stärker als in unserem ersten Duell. Sie sind momentan in guter Form, und es gibt keinen Österreicher, der nicht gegen ein deutsches Team gewinnen will. Das ist genug Motivation für sie."
Erinnerungen an Cordoba
Rapid-Trainer Josef Hickersberger, der ab dem 1. Januar die österreichische Nationalmannschaft übernehmen wird, bemühte sich jedenfalls um einen Vergleich mit dem berühmten Duell zwischen Österreich und Deutschland bei der FIFA-Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien. "Das erinnert mich an Cordoba", sagte er. "Die Deutschen dachten damals, dass sie uns 5:0 schlagen und ins Endspiel einziehen würden, aber am Ende haben sie mit 2:3 verloren. Der österreichische Fußball lebt im Schatten dieses Erfolges, morgen haben wir die Chance, dies zu ändern."
Drei Verletzte im Mittelfeld
Zuversichtlich stimmt Hickersberger die Tatsache, dass die Bayern auf drei Mittelfeldspieler verzichten müssen. Michael Ballack muss aufgrund einer Oberschenkelverletzung pausieren, Mehmet Scholl fällt mit muskulären Problemen aus und Flügelspieler Zé Roberto laboriert an einer Innenbanddehnung im Knie. Dafür steht Nationalspieler Philipp Lahm nach seinem Kreuzbandriss wieder im Kader. "Auch Martin [Demichelis] kann spielen", sagte Magath über den argentinischen Neu-Nationalspieler.
"Großer Vorteil"
"Ich kenne alle ihre Spieler sehr gut, der Ausfall dieses Trios ist ein großer Vorteil für uns", sagte Hickersberger. "Ich bin erleichtert, dass diese drei Spieler am Dienstag nicht auflaufen werden, denn vor allem Ballack hätte uns vor große Probleme gestellt; er ist ein Spieler der absoluten Weltklasse." Rapid-Kapitän Steffen Hofmann widersprach seinem Coach dagegen. "Ich hatte mich auf ein Duell mit Ballack gefreut", sagte der 25-jährige Deutsche, der einst im Amateurteam der Bayern spielte.
Zu Hause ungeschlagen
Rapid muss auf Axel Lawaree (Sprunggelenk) und Marcin Adamski (Wade) verzichten, dennoch sind die Österreicher vor der Partie in der Fußball Arena München zuversichtlich. "Wir sind nicht hier, um Urlaub zu machen - wir wollen gewinnen", sagte Hofmann. Hickersberger fügte hinzu: "Wir wissen, dass sie in ihrem neuen Stadion noch kein Spiel verloren haben, das ist eine Herausforderung für uns. Es ist immer schwer, gegen Bayern zu gewinnen, aber jeder, der denkt, dass meine Spieler nicht die kompletten 90 Minuten über kämpfen werden, kennt sie nicht." Bei einem Sieg - egal in welcher Höhe - hätten die Bayern ihr Achtelfinalticket sicher.