PSV trotzt allen Verlusten
Mittwoch, 26. Oktober 2005
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Trotz eines großen personellen Aderlasses hat Guus Hiddink den PSV Eindhoven wieder in die Erfolgsspur geführt.
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Im zweiten Jahr in Folge musste der PSV Eindhoven einen enormen Aderlass an Leistungsträgern verkraften, aber trotz aller Abgänge hat es Guus Hiddink geschafft, die Mannschaft zurück in die Erfolgsspur zu führen.
An der Tabellenspitze
Nach dem hart erkämpften 1:0-Sieg gegen den AFC Ajax am Wochenende kletterte der PSV zum ersten Mal in dieser Saison auf den ersten Rang in der Eredivisie - was keine schlechte Leistung ist, wenn man an die vielen talentierten Spieler denkt, die den Verein im Sommer verlassen haben. Von der Mannschaft, die im letztjährigen UEFA Champions League-Halbfinale gegen den AC Milan auf dem Platz gestanden hatte, haben nicht weniger als fünf Akteure dem Klub den Rücken gekehrt.
Geschwächte Mannschaft
Johann Vogel hat sich kurz nach diesem Duell den Mailändern angeschlossen, während Kapitän Mark van Bommel zum FC Barcelona gewechselt ist. Mit Ji-Sung Park bei Manchester United FC, Wilfred Bouma bei Aston Villa FC und Young-Pyo Lee bei Tottenham Hotspur FC sind jedoch die meisten Spieler in der englischen Premiership gelandet.
Große Herausforderung
"Das Mittelfeld zu erneuern ist viel schwerer, als neue Stürmer einzubauen", erzählte Hiddink gegenüber uefa.com. "Doch das macht die Herausforderung noch größer." Die Saison begann dann auch alles andere als erfolgreich, denn zuerst verlor der PSV im niederländischen Superpokal gegen Ajax, dann kam man im ersten Ligaspiel gegen Aufsteiger Heracles Almelo nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus.
Harte Woche
Zum Auftakt in der UEFA Champions League gab es sehr unterschiedliche Ergebnisse. Zuerst siegte der PSV zu Hause mit 1:0 gegen den FC Schalke 04, doch dann setzte es eine 0:3-Niederlage bei Fenerbahçe SK. Doch die härtesten Brocken kamen in der Woche zwischen dem 15. und 23. Oktober, als es der PSV zuerst mit den Überfliegern der niederländischen Liga vom AZ Alkmaar und anschließend mit Milan und Ajax zu tun bekam.
Bestandener Härtetest
Diesen Härtetest hat die Truppe von Hiddink mit Bravour bestanden. Gegen AZ gab es einen 3:0-Sieg, bei Milan schaffte man ein torloses Remis, und zum Abschluss einer tollen Woche wurde auch noch Ajax geschlagen. Und obwohl man diese Erfolge auch mit der Schwächeperiode der nationalen Rivalen Feyenoord und Ajax begründen könnte, bleibt die Leistung des PSV dennoch sehr beachtlich.
Starke Abwehr
Schlüssel für die Erfolge dieser neu formierten Mannschaft ist die starke Abwehr um die beiden Innenverteidiger André Ooijer und Alex, die auf den Außenpositionen von Michael Lamey und dem erfahrenen Neuzugang Michael Reiziger unterstützt werden. Davor sorgt der belgische Nationalspieler Timmy Simons - der im Sommer von Club Brugge KV geholt wurde - für eine zusätzliche Absicherung.
Wichtige Angreifer
Im Angriff haben die schnellen Ibrahim Afellay und Jefferson Farfán ihre Gefährlichkeit bereits unter Beweis gestellt. In der heimischen Liga haben auch die beiden kurzfristigen Neuzugänge Jason Culina - der auch unter Hiddink in der australischen Nationalmannschaft spielt - und Arouna Koné von der Elfenbeinküste bereits vorzügliche Leistungen gezeigt.
Hiddinks rechte Hand
Doch der wichtigste Akteur überhaupt ist wohl der 35-jährige Kapitän Phillip Cocu, Hiddinks rechte Hand auf dem Platz. Er hat allen Neuzugängen dabei geholfen, sich beim PSV einzuleben. Der 93-malige Nationalspieler ist im Mittelfeld immer noch unverzichtbar, deshalb will Hiddink seinen Vertrag auch ein weiteres Mal verlängern.
Erfolgsformel
"Es wäre wunderbar, wenn Phillip seinen Vertrag noch einmal verlängern würde. Er hat großen Einfluss auf die jüngeren Spieler und hilft ihnen dabei, sich schneller als normal zu entwickeln", so Hiddink. Die perfekte Harmonie zwischen Trainer und Kapitän ist beim PSV wohl die ideale Erfolgsformel.