Für Thun hängen Trauben hoch
Mittwoch, 14. September 2005
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Die Brasilianer des FC Thun würden bei der Champions League-Party von Arsenal FC in Highbury gerne als Spielverderber auftreten.
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Tiago Bernardi geht davon aus, dass der FC Thun im ersten UEFA Champions League-Spiel der Vereinsgeschichte bei Arsenal FC unter Dauerbeschuss stehen wird. Am Mittwoch feiert der Schweizer Außenseiter sein Debüt in der europäischen Königsklasse und Mittelfeldspieler Bernardi erwartet eine 90-minütige Abwehrschlacht.
Parallelen zu Brasilien
"Es könnte keinen schwereren Auftakt geben als auswärts bei Arsenal - und das nicht nur wegen dieser so talentierten Mannschaft, sondern auch wegen ihrer offensiven Spielweise", meinte Bernardi gegenüber uefa.com. "Arsenal kommt mir manchmal vor wie eine brasilianische Mannschaft."
Ausgezeichnete Stimmung
Die Stimmung bei Thun ist nach den Erfolgen über den FC Dynamo Kyiv und Malmö FF in der Qualifikation jedenfalls ausgezeichnet. Und Bernardi geht auch nicht davon aus, dass die Mannschaft von allzu großem Lampenfieber geplagt wird, wenn sie in London auf den Platz marschiert. Der 25-jährige Brasilianer glaubt, dass seine Mitspieler mit der Aufgabe wachsen werden.
Positive Einstellung
"Wir haben keine schlaflosen Nächte, nur weil wir nicht genug Erfahrung haben. Wir haben das Spiel doch noch nicht verloren, bevor wir überhaupt den Rasen betreten haben", sagte Bernardi. Er hofft darauf, dass zu seinen bisherigen beiden Treffern in diesem Wettbewerb weitere Tore hinzukommen werden. "Wir wollen es den gegnerischen Mannschaften so schwer wir möglich machen, und die bisherigen Ergebnisse sind ein Ergebnis unserer großen Bemühungen."
Vorbild Basel
"Thun sollte in dieser Gruppe nicht unterschätzt werden. Ich denke, dass die Leistung von [FC] Basel [1893] vor ein paar Jahren als Beispiel dafür dient, dass der Schweizer Fußball stärker ist, als viele glauben", fügte er hinzu. "Wir sind zwar eine Mannschaft aus lauter No-Names, aber dafür hoch motiviert. Jeder von uns wird sicher wie ein Pferd dafür ackern, dass Maximale herauszuholen."
"Große Klubs"
"Es war unglaublich, als ich gegen Dynamo Kyiv das Tor erzielte, dass uns in die Gruppenphase brachte, ebenso wie der Treffer gegen Malmö", meinte er weiter. "Jetzt hoffe ich, dass ich auch gegen die großen Klubs meine Chancen bekomme. Das ist ein sehr aufregendes Kapitel in der märchenhaften Geschichte des FC Thun."
Keine Erwartungen
Bernardis Mannschaftskollege und Landsmann Adriano Pimenta steht ebenfalls vor seiner ersten Champions League-Saison. Für den Mittelfeldspieler des Schweizer Superligisten ist klar, dass von seiner Mannschaft nichts erwartet wird. Er hofft, dass der große Druck auf Thuns Gegnern in der Gruppe B ihnen in die Karten spielen wird.
Große Belastung
"Ich kann es kaum erwarten, am Mittwoch aus der Umkleidekabine in Highbury herauszukommen", gestand Pimenta uefa.com. Ich bin sicher, dass wird ein fantastisches Erlebnis. Wir sind in unserer Gruppe krasser Außenseiter und brauchen überhaupt nicht anzufangen, unsere Geschichte oder unseren Etat mit Arsenal zu vergleichen. Aber dafür haben Arsenal, [AFC] Ajax und [AC] Sparta [Praha] die Belastung ihres großen Namens. Sie haben im Gegensatz zu uns eine Menge zu verlieren."
"Unliebsame Gäste"
"Wir wären gerne die unliebsamen Gäste, die bei dieser großen Party zum Spielverderber werden", fügte der 22-Jährige hinzu. "Außerdem müssen wir unseren fantastischen Fans etwas zurückgeben. Diese Mannschaft hätte es ohne deren Unterstützung nicht von der Amateurliga in die Champions League geschafft."