Verletzungssorgen beim PSV
Mittwoch, 28. September 2005
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Der türkische Meister Fenerbahçe SK will sich mit einem Sieg über den ersatzgeschwächten PSV Eindhoven zurückmelden.
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Der türkische Meister Fenerbahçe SK ist zuversichtlich, sich am Mittwoch in der UEFA Champions League-Gruppe E mit einem Sieg über den ersatzgeschwächten PSV Eindhoven zurück zu melden. Die Niederländer verfügen gerade einmal über einen Kader von 19 Spielern, wobei der Einsatz von vier Akteuren noch nicht gewiss ist, wie Trainer Guus Hidding vor der Partie im Sükrü Saraçoglu-Stadion sagte.
Selbstvertrauen getankt
Im Gegensatz dazu erfreut sich die Mannschaft von Fenerbahçe bester Gesundheit, noch dazu gelang am Samstag in der türkischen Liga ein überzeugender 3:0-Erfolg gegen das viertplatzierte Kayserispor. Trotz der 1:3-Auftaktniederlage vor zwei Wochen beim AC Milan, ist Trainer Christoph Daum davon überzeugt, dass die Niederlage in Italien nicht über das wahre Leistungsvermögen seiner Mannschaft Aufschluss gegeben hat.
Qualifikation im Blick
"Nach unserem Auftritt in Mailand haben wir gezeigt, dass der Unterschied zwischen uns und den europäischen Top-Vereinen jeden Tag geringer wird", sagte er. "Unser Ziel ist es, uns als Zweiter in dieser Gruppe zu qualifizieren, und ein Sieg morgen wäre der Start dafür."
Aderlass
Dennoch warnt Daum, dass der PSV, Teilnehmer des letztjährigen Champions League-Halbfinals, trotz der Verletzungsprobleme und des Weggangs wichtiger Spieler wie Mark van Bommel und Park Ji-Sung noch immer gefährlich ist.
Gefahr durch Farfán
"Das ist eine sehr erfolgreiche Mannschaft. Sie ist taktisch diszipliniert und in der Lage, ein gutes Kurzpassspiel aufzuziehen. Sie haben eine Reihe von Spielern, die gut kontern können, und sie haben Stürmer, die für permanente Gefahr sorgen", sagte Daum. Dabei verwies er auf Angreifer Jefferson Farfán als einen Spieler, "den wir versuchen müssen, zu kontrollieren."
"Spion" Van Hooijdonk
Daum zuckte nur mit den Achseln, als die Rede auf den ehemaligen Fenerbahçe-Stürmer Pierre van Hooijdonk kam. Dieser hatte Ende der letzten Saison die Türkei verlassen, und "verriet" nun seinen Landsleuten alles über die Stärken und Schwächen von Fener. "Ich bin sicher, dass die Informationen, die er weitergegeben hat, nutzlos sind, weil die Mannschaft seiner Zeit eine andere als die heutige ist", erklärte der Trainer von Fenerbahçe SK.
Begrenzte Auswahl
Hiddink indes versucht, mit den Verletzungsproblemen klarzukommen: "Ich habe wegen der Verletzungen keine große Wahl. Ich werde versuchen, unter Beachtung der Verletzungen und Schwächungen die bestmögliche Mannschaft aufs Feld zu schicken", sagte er.
Verletzungssorgen
Der Einsatz des brasilianischen Verteidigers Alex (Knie) und von Mittelfeldspieler Ibrahim Afellay (Leiste) ist ungewiss, so dass ein Fitnesstest kurz vor dem Spiel zeigen wird, ob die beiden eingesetzt werden können. Der PSV hat Nathan Coe als dritten Torhüter mitgenommen, weil sich Stammkeeper Heurelho Gomes eine Leistenverletzung zugezogen hat, aber Hiddink glaubt, dass der Brasilianer trotzdem spielen wird.
Ersatz für Tuncay
Im Gegensatz dazu hat Daum nur ein Sorgenkind, wenn auch ein wichtiges: Tuncay Şanli, dessen Offensivbemühungen über die linke Seite der türkischen Mannschaft fehlen werden, weil er sich gegen Kayserispor eine Oberschenkelverletzung zugezogen hat. "Tuncay ist ein Problem, aber es ist eines, das wir kompensieren werden. Man darf sich da keiner Illusion hingeben, denn er ist ein sehr wichtiger Spieler, der vermisst werden wird, aber ich bin zuversichtlich, dass der Akteur, der ihn ersetzt, sein Bestes geben wird."
Fenerbahçe stark verbessert
Der Brasilianer Márcio Nobre sollte vom Fehlen Tuncays profitieren können; durch körperliche Präsenz und Erfahrung macht er seine mangelnde Schnelligkeit wett. Hiddink, der sich im jüngst umgebauten Sükrü Saraçoglu-Stadion umschaute, sagte, dass Fenerbahçe kaum mehr dem Verein ähnelt, bei dem er 1990 eine kurze Zeit als Trainer verbracht hatte. "Nicht nur die Dinge sehen jetzt anders aus, auch das Budget für die Spieler hat sich verändert", fügte er hinzu.