Fenerbahçe bläst zum Angriff
Mittwoch, 28. September 2005
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Nach der 1:3-Auftaktniederlage beim AC Milan hofft Fenerbahçe SK gegen den PSV Eindhoven auf einen Heimsieg.
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Nach der 1:3-Auftaktniederlage beim AC Milan hofft Fenerbahçe SK, einziger türkischer Vertreter in der diesjährigen UEFA Champions League, gegen den PSV Eindhoven auf einen Heimsieg.
Rückkehr an alte Wirkungsstätte
Bei PSV-Coach Guus Hiddink dürften dabei alte Erinnerungen geweckt werden, schließlich arbeitete er vor 15 Jahren im Sükrü Saracoglu-Stadion. Der aktuelle Fenerbahçe-Trainer Christoph Daum richtet dagegen den Blick nach vorne, denn er will mit dem türkischen Meister unbedingt die K.o.-Runde erreichen.
Weiter aufgerüstet
In der Gruppe E muss sich das Team aus Istanbul gegen den PSV, Milan und den FC Schalke 04 behaupten. Fenerbahçe - das bereits den wohl stärksten Kader der gesamten türkischen Superleague besitzt - verstärkte sich vor dieser Saison noch einmal mit Mittelfeldspieler Stephen Appiah von Juventus FC und Torwart Serdar Kulbilge von Bursaspor.
Leitwolf fehlt
Im Team stehen überdies die türkischen Nationalspieler Rüstü Reçber, Volkan Demirel, Ümit Özat, Selçuk Sahin, Serkan Balci und Tuncay Şanli sowie der französische Stürmerstar Nicolas Anelka und der brasilianische Mittelfeldregisseur Alex. Dennoch hätte Daum gerne einen weiteren Akteur in seinen Reihen. "Fenerbahçe hat viele Spieler, die aufgrund ihrer Technik zu großartigen Einzelleistungen fähig sind, aber wir haben keinen Leitwolf", sagte der Ex-Coach von Bayer 04 Leverkusen.
Top-Torjäger Alex
Auch wenn es dem Team an einem lautstarken Leader mangeln mag, so haben andere Spieler bereits bewiesen, dass sie die Mannschaft mit Leistung zum Erfolg führen können. Alex hat in bislang sieben Ligaspielen bereits fünf Tore geschossen, die beiden Stürmer Anelka und Márcio Nobre waren jeweils schon drei Mal erfolgreich. Fenerbahçe nimmt derzeit Kurs auf den dritten Meistertitel in Folge.
Zweiter Platz als Ziel
Doch der große Wurf soll auf europäischer Bühne gelingen. "Wir wollen Zweiter in unserer Gruppe werden und die nächste Runde erreichen", sagte Daum. "Daher sind die Partien gegen den PSV und Schalke entscheidend." Da trifft es die Türken besonders hart, dass Angreifer Tuncay im Heimspiel gegen den niederländischen Meister aufgrund einer Leistenverletzung passen muss. Daum wird entweder Anelka als einzige Spitze oder zusätzlich Márcio Nobre als zweiten Stürmer aufbieten. Im Hexenkessel von Istanbul sollen die Fans ihr Team zum Sieg peitschen.
Fans motivieren Cocu
Doch die Zuschauerkulisse ist auch zusätzliche Motivation für den PSV. Mittelfeldspieler Phillip Cocu verriet uefa.com, dass die Fans die Partie in der Türkei für ihn zu einem ganz besonderen Spiel machen. "Ich habe in drei Stadien in Istanbul gespielt, und die Atmosphäre war stets unglaublich", sagte er. "Die Fans sind fanatisch, aber das macht mir nichts aus. Es ist toll, auf dem Platz zu stehen und ein wichtiges Spiel in einer solchen Atmosphäre zu absolvieren. Ich habe ein ausverkauftes Stadion lieber, auch wenn die Menge gegen mich ist."
Lernprozess
Cocu kann sich in Istanbul auf einen Hexenkessel gefasst machen. Daum hofft, dass die Stimmung auf den Rängen seine Spieler auf dem Platz beflügelt. "Meine Jungs lernen von Spiel zu Spiel dazu", sagte er. "Sie haben bereits gelernt, dass es manchmal besser ist, auf Unentschieden zu spielen, anstatt bedingungslos nach vorne zu stürmen."