Der FC Thun im Paradies
Dienstag, 23. August 2005
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FC Thun - Malmö FF 3:0 (Gesamt: 4:0)
Der FC Thun schafft dank eines klaren Siegs gegen Malmö FF sensationell den Einzug in die Gruppenspiele.
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Von Marco Keller im Stade de Suisse
Der FC Thun schafft dank eines klaren Siegs gegen Malmö FF sensationell den Einzug in die Gruppenspiele.
Größter Erfolg
Das Thuner Märchen fand am Dienstag seine Fortsetzung. Nach dem 1:0 im Hinspiel in Südschweden setzten sich die Schweizer diskussionslos 3:0 durch und feierten damit den mit Abstand größten Erfolg ihrer Klubgeschichte. In der Runde zuvor hatte das Team mit dem Budget von nicht einmal vier Millionen Euro den großen FC Dynamo Kyiv ausgeschaltet.
Überzeugender Start
Obwohl Malmö nach dem Startspiel in Zugzwang war, gehörte die Anfangsphase den Einheimischen. In den ersten zwei Minuten erspielte sich Thun schon zwei Eckbälle, kurz darauf landete ein Schuß von Captain Andreas Gerber neben dem Pfosten.
Thuner Dominanz...
Die Gäste, bei denen der finnische Star Jari Litmanen anfänglich auf die Bank verbannt wurde, begannen weniger entschlossen als erwartet. So behielt Thun die Initiative: Torhüter Mattias Asper musste mit Glanztaten gegen Gerber (10.) und Tiago Bernardi (14.) retten, anschließend hatte Selver Hodzic noch eine Kopfballchance (24.).
...und zwei Tore
Diese Möglichkeiten waren die Vorboten des ersten Treffers: Nelson Ferreira schlug eine herrliche Flanke, Bernardi verwertete abgeklärt per Kopf (26.). Und das fast ausverkaufte Stadion bekam noch mehr Grund zum Jubeln: Ein katastrophaler Fehler von Joseph Elanga - er spielte den Ball aus gefahrloser Situation fahrlässig in die Mitte - wurde zur Einladung für den Schweizer Neo-Nationalspieler Mauro Lustrinelli (40.), der diese dankend annahm.
Adrianos Matchball...
Die Schweden enttäuschten in der ersten Haölbzeit auf der ganzen Linie und kamen zu keiner einzigen Torchance. Nach der Pause wollten sie die Offensive forcieren, logisch, eingedenk der Tatsache, dass sie zur Wende drei Treffer benötigten. Das eröffnete den agilen Thunern allerdings Konterchancen, Adriano hatte so schon früh die Chance zur endgültigen Siegsicherung, war aber zu eigensinnig (49.).
...und Lustrinellis Wundertor
Die Angst vor der Wende hielt sich bei den Schweizer Fans aber auch weiterhin in Grenzen, Malmö blieb harmlos. Nach 66 Minuten sorgte dann Lustrinelli für die Entscheidung: "Lustrigol" provozierte erneut einen gegnerischen Fehler, drückte sofort aus rund 50 Metern ab und verwandelte das Stadion damit in ein Tollhaus.
Schwedische Reaktion
Trotz des aussichtsslosen Zwischenstandes gab Malmö nicht auf und kam endlich zu einigen Chancen. Eldin Jakupovic und Pech verhinderten aber den Ehrentreffer: Afonso Alves sah zwei schöne Schüsse vom jungen Torhütertalent abgewehrt (69./73.), Anders Andersson traf den Pfosten (71.).
Moralschub in schwierigen Zeiten
So unerwartet die Qualifikation auch sein mag, so wichtig ist sie in diesem Moment für die Bevölkerung. Das Berner Oberland ist eine der am schlimmsten von den Unwettern der letzten Tage betroffenen Gebiete. Das Lachenstadion, in dem Thun seine Meisterschafts-Heimspiele austrägt, war am Dienstag unter Wasser und das Spiel konnte in Thun nicht wie geplant auf Großleinwand gezeigt werden, weil die Leute immer noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt waren.