Der große Sieger heißt Istanbul
Mittwoch, 1. Juni 2005
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Das UEFA Champions League-Endspiel war für die Stadt Istanbul ein voller Erfolg.
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Von Türker Tozar
Liverpool FC hat sich zwar letzten Mittwoch den UEFA Champions League-Pokal gesichert, doch der wahre Sieger des Abends war die Gastgeberstadt Istanbul.
Ausgebuchte Hotels
Die türkische Fußballhauptstadt hatte sich schon über Monate hinweg auf dieses Endspiel vorbereitet. Die Zimmer in den einheimischen Hotels waren schon lange vor dem großen Tag ausgebucht. Und als die Fan-Lawine dann anrollte - insgesamt kamen 60.000 Menschen extra für diese Partie am 25. Mai - bewies Istanbul, dass es gut vorbereitet war.
Trennung der Fans
Die einheimischen Organisatoren hatten den Taksim-Platz den Fans aus Liverpool und den Sultanahmet-Platz den Anhängern des AC Milan zugewiesen. Geschäfte und Restaurants meldeten Rekordeinnahmen, aber keine größeren Sicherheitsprobleme und Störungen der Atmosphäre im Umfeld dieses Spiels.
Unglaubliches Ergebnis
Die türkische Wirtschaft hat mit der Ausrichtung dieses Endspiels im Atatürk Olympia-Stadion etwa 50 Millionen Euro eingenommen. Und was war es für ein fantastisches Endspiel. Die Truppe von Rafael Benítez lag zur Pause bereits mit 0:3 zurück, bevor sie doch noch den Ausgleich schaffte und am Ende im Elfmeterschießen die Oberhand behielt. Es war ein spannender Abend voller Dramatik.
Fehlerlose Organisation
"Noch nie hat es ein großes Finale mit so einem unvorhergesehenen Ausgang gegeben", meinte UEFA-Vizepräsident Senes Erzik. "Das Spiel war genauso grandios wie die Organisation drumherum. Ich habe noch nie ein Finale gesehen, bei dem beide Teams so hingebungsvoll um den Titel gekämpft haben. Bei der Organisation konnte ich keine Fehler erkennen."
Berühmte Gastfreundschaft
Die türkischen Anhänger legten bei der Begrüßung der Gäste ihre berühmte Gastfreundschaft an den Tag. Sie gingen offen auf die beiden Parteien zu und trugen so zur allgemeinen Begeisterung bei. Erzik war sich danach sicher, dass die Ausrichtung einer großen Endrunde wie der UEFA EURO 2012™ für die Türkei nicht mehr in weiter Ferne liegt. "Wir haben alle Erwartungen übertroffen, das ist sicher", sagte er.
Sorgen beim Verkehr
Das Thema, bei dem die örtlichen Behörden im Vorfeld des Endspiels die größten Bedenken hatten, war der Verkehr in den Straßen rund um das Atatürk Olympia-Stadion. Doch einmal mehr konnte Istanbul ein weiteres entscheidendes Problem am großen Tag mit Bravour meistern.
Sicherheit im Fokus
Auch die Sicherheit im Umfeld der Begegnung war ein großartiger Erfolg. Istanbuls Behörden stellten zusammen mit der regionalen Polizei und Regierung insgesamt 8000 Sicherheitsleute für das Finale ab. Das Ergebnis war ein Fußballfest, das völlig unbeschwert und ohne Vorfälle gefeiert wurde.
Stolz auf sich selbst
"Wir sollten in Sachen Champions League-Endspiel stolz auf uns selbst sein, denn im Nachhinein gibt es nichts zu bemängeln", meinte Kadir Topbas, der Bürgermeister von Istanbul. "Dieser Erfolg war für Istanbul sehr wichtig, besonders weil auch die auswärtige Sportpresse voll des Lobes für die Stadt und die ganze Türkei war.
Nächste Aufgabe
"Diese Veranstaltung hat gezeigt, dass Istanbul mit seinem Fünf-Sterne-Stadion auch für größere Aufgaben bereit ist", fügte er hinzu. Die Menschenmassen haben den Taksim- und Sultanahmet-Platz zwar mittlerweile wieder verlassen, doch die Einheimischen bekommen vielleicht die Chance, in nicht allzu ferner Zukunft eine noch viel größere Anzahl an Fans in ihrer großartigen Stadt empfangen zu dürfen.