Mejuto bereit für den Showdown
Mittwoch, 25. Mai 2005
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Schiedsrichter Manuel Enrique Mejuto González freut sich auf das große Endspiel heute Abend.
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Von David Baño & Mark Chaplin
Manuel Enrique Mejuto González, 41-jähriger Buchhalter aus La Felguera in Asturien, Spanien, steht vor der größten Herausforderung seiner Karriere, wenn er heute im Atatürk Olympia-Stadion in Istanbul das UEFA Champions League-Endspiel zwischen dem AC Milan und Liverpool FC pfeift.
Belohnung für harte Arbeit
Mejuto zeigte sich äußerst stolz, von der UEFA für diese Partie nominiert worden zu sein, und freut sich bereits auf das Finale. "Als Junge träumst du immer davon, glaubst aber nie daran", sagte er. "Es ist die Belohnung für viele Jahre harter Arbeit. Ich bin dankbar, dass mir diese Gelegenheit gegeben wird, denn von den vielen Schiedsrichtern in der ganzen Welt erhalten nur wenige diese Chance."
"Wichtigste Abende"
"Es ist sehr wichtig, physisch, technisch und psychologisch in Bestform zu sein. Dies sind die wichtigsten Abende im Fußball, und man muss alle Energie und Bereitschaft an den Tag legen, um die Dinge richtig zu machen."
"Schritt für Schritt"
Einige Unparteiische setzen sich für ihre Laufbahn Ziele, doch Mejuto ist immer ein wenig pragmatischer an die Sache herangegangen. "Ich mag es nicht, bestimmte Ziele zu verfolgen - man kann sich dadurch auch verrückt machen", meinte er. "Es ist besser, alles Schritt für Schritt zu machen und jeden Moment zu genießen. Das nächste Spiel, das man leitet, ist immer das wichtigste. Man muss an seine eigenen Fähigkeiten glauben."
Die Ruhe bewahren
Und so will Mejuto auch heute Abend im Endspiel jede Minute genießen und dabei die Ruhe selbst bleiben. "Es ist wichtig, so zu arbeiten wie an jedem gewöhnlichen Tag, so zu trainieren wie bei der Vorbereitung auf ein Spiel in der spanischen Primera División oder auf eine normale internationale Partie."
Autorität untermauern
Im Endspiel will er so früh wie möglich seine Autorität untermauern. "Das ist entscheidend", betonte er. "Es ist enorm wichtig, dass man über die gesamte Spieldauer die Kontrolle behält und den Respekt der Spieler sicher hat. Das Pfeifen besteht zu 80 Prozent aus Psychologie. Man muss wissen, wann der richtige Moment gekommen ist, um während des Spiels einzuschreiten."
Eingespieltes Team
Wird er dennoch beim Anpfiff nervös sein? "Ich nehme mir immer vor, nicht nervös zu werden, sondern die Aufregung zu spüren und sich von dieser motivieren zu lassen", sagte er. "Beim Aufwärmen bin ich bereits äußerst konzentriert. Das Schiedsrichterteam wird sich gegenseitig unterstützen, ermutigen und vertrauen." Mejutos Assistenten heißen Oscar Martínez Samaniego und Clemente Ayete Plou und stammen ebenfalls aus Spanien. Der vierte Offizielle ist Arturo Daudén Ibáñez.
Keine Rituale
In der Vorbereitung auf die Partie gibt es für Mejuto keinen Aberglauben oder bestimmte Rituale. "So etwas mag ich nicht", sagte er. "Es gibt Schiedsrichter, die eine bestimmte Farbe tragen - oder ich kenne einen Unparteiischen, der seine Krawatte nicht wechselt, wenn er Pech hatte. Das Wichtigste ist, dass man an seine eigenen Fähigkeiten glaubt und über diesen Dingen steht."
Einfach glücklich sein
Mit seinen Fähigkeiten hat es Mejuto im Schiedsrichtersektor weit geschafft, doch seine Ambitionen haben sich nicht verändert. "Ich will immer nur eins - ich will glücklich sein", sagte er. "Ich will jungen Schiedsrichtern helfen und mich erfüllt fühlen. Ich bin bereits zufrieden mit dem, was ich als Unparteiischer erreicht habe. Ich will weiter auf die Art und Weise arbeiten, die mich dahin gebracht hat, wo ich jetzt bin."