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Chelsea ist noch lange nicht satt

Der Sieg von Chelsea gegen Crystal Palace FC spiegelte die gesamte Saison der Blues wider.

Von Paul Saffer an der Stamford Bridge

Während Chelsea FC mit spektakulärer Spielweise in der UEFA Champions League für Aufsehen sorgt, spielen die Londoner in der englischen Liga nicht sehr attraktiv, aber doch genauso erfolgreich.

Großer Abstand
Mit einem 4:1-Sieg über den Stadtrivalen Crystal Palace FC verteidigte Chelsea am Samstag die schier uneinholbare Elf-Punkte-Führung in der Premiership. Erst ein Liga-Spiel hat Chelsea unter Trainer José Mourinho verloren. Und sollte die Siegesserie bis zum Ende der Saison anhalten, hätten die Londoner die 100-Punkte-Marke übertroffen. Dies wurde nicht einmal erreicht, als die englischen Klubs noch 42 statt wie heute 38 Ligaspiele in einer Saison absolvierten.

Spiegelbild der gesamten Saison
Die Leistung gegen Palace spiegelte die gesamte Chelsea-Saison wider. Denn man kann nicht behaupten, dass sie den Gegner dominiert hätten. Tatsächlich fiel die Niederlage für das abstiegsbedrohte Crystal Palace zu hoch aus. Kurzzeitig lag sogar eine faustdicke Überraschung in der Luft. Doch in dieser Spielzeit schien Chelsea öfter verwundbar und fast jedes Mal behielten sie am Ende doch die Oberhand.

Robben kehrt zurück
Mourinho trug auch am bisher wärmsten Londoner Tag des Jahres seinen obligatorischen Schal. Doch sein Herz müsste auch erwärmt worden sein durch die Tatsache, dass Arjen Robben nach langer Verletzung zumindest wieder auf der Ersatzbank Platz nehmen konnte. Typisch für das Chelsea 2005 ist aber, dass es gerade dessen Ersatzmann war, der in der Abwesenheit des Niederländers glänzte.

Coles durchwachsene Saison
Joe Cole, der zusammen mit Glen Johnson von West Ham United FC an die Stamford Bridge gewechselt ist, hatte bisher eine durchwachsene Saison. Nie war er Stammspieler. Und auch wenn er mal in der Anfangsformation stand, spielte er selten 90 Minuten durch.

Bestechende Form
Doch gegen Palace zeigte sich Cole von Anfang bis Ende in bestechender Form. Dreimal in den ersten sechs Minuten prüfte er Gästekeeper Gábor Király. Das 1:0 für Chelsea erzielte jedoch Frank Lampard mit einem Fernschuss.

Fehler von Lampard
Die Gefahr, die von Cole und Lampard ausging, und die Absicherung in der Verteidigung durch Johnson und John Terry bestätigen Mourinhos Behauptung, dass seine Weltauswahl auch von Engländern geprägt sei. Doch in der 42. Minute schlug Lampard am Ball vorbei, und Aki Riihilahti nutze den Fehler zum Ausgleich.

Chance für Johnson
Der fünfte englische Nationalspieler auf dem Platz - Stürmer Andrew Johnson von Crystal Palace - war bis zu diesem Zeitpunkt gut bewacht worden. Doch kurz vor der Pause hatte er die große Gelegenheit, seine Mannschaft sogar in Führung zu bringen, gegen den aus seinem Tor eilenden Petr Cech vergab Johnson aber aus spitzem Winkel.

Nüchternes Spiel
Nun war Chelsea gewarnt, und die nüchterne Spielweise der Blues kam ab sofort wieder zum Tragen. Verdientermaßen war es Cole, der die Führung für die Hausherren erzielte. Nach seinem Konter-Tor hatte Palace keine Chance mehr.

Gezaubert
Jetzt wurde sogar gezaubert. Der eingewechselte Robben nahm den Ball wunderbar an, wich den Gegenspielern aus und zog kraftvoll ab. Doch Király lenkte den Schuss über die Latte. Schon zuvor hatte aber ein anderer Einwechselspieler den Torwart schlecht aussehen lassen.

Kezmans Doppelpack
Mateja Kezman hat selten getroffen, seitdem er vom PSV Eindhoven kam. Doch kurz nach seiner Einwechslung schob er einen Ball durch die Hosenträger von Király. Der Stürmer aus Serbien und Montenegro schoss in der Nachspielzeit noch ein Tor und verdoppelte damit seine Ausbeute in dieser Saison. Wieder einmal siegte Chelsea, ohne wirklich brilliert zu haben.

Die Aufregung steigt
Nur noch fünf weitere Siege, und Chelsea kann das 100-jährige Vereinsjubiläum mit dem ersten Meistertitel seit 50 Jahren feiern. "Ich bin schon so aufgeregt - wir müssen nur noch ein paar Spiele gewinnen", sagte Cole. Den englischen Thron scheinen sie also schon fast erklommen zu haben, aber ob die Fähigkeiten der Millionentruppe auch gegen den FC Bayern München reichen, muss sich erst noch zeigen, die Münchner sind sicher ein ganz anderes Kaliber als die meisten Klubs der Premiership, das kann auch Arsenal FC bestätigen.

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