Clichys Traum wurde wahr
Dienstag, 8. Februar 2005
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Der französische Linksverteidiger Gäel Clichy fühlt sich bei Arsenal FC pudelwohl.
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Von Matthew Spiro
"Ich lebe meinen Traum". Mit diesen Worten beschreibt Verteidiger Gaël Clichy die 18 Monate, die er nun seit seinem Wechsel von AS Cannes bei Arsenal FC spielt.
Guter Einstand
Seit Arsenals Schachzug im Jahre 1997, als die Gunners den damals 17-jährigen Nicolas Anelka von Paris Saint-Germain FC an die Themse holten, haben viele Vereine der Premiership eine Vorliebe dafür entdeckt, junge französische Talente auf die Insel zu holen. Doch selten hat eine Nachwuchshoffnung so gut eingeschlagen wie Clichy.
Erste Meisterschaft
Der französische U21-Nationalspieler absolvierte letztes Jahr zwölf Begegnungen in der Premiership und durfte am Ende der Saison seine erste Meisterschaft feiern. In dieser Spielzeit stand er bereits zehn Mal auf dem Platz. Meist vertrat er dabei Linksverteidiger Ashley Cole oder nahm die Position im linken Mittelfeld ein.
"Bekannte Gesichter"
Natürlich ist Clichy unheimlich stolz über seine Entwicklung, gibt aber zu, dass er manchmal zu träumen glaubt. "Es ist alles so schnell passiert", verrät er uefa.com. "Ich kann mich noch sehr gut an meine erste Trainingseinheit erinnern. Es war eine Furcht einflößende Erfahrung, weil ich so viele bekannte Gesichter gesehen habe und nicht wusste, was ich zu den Leuten sagen soll. Ich dachte, ich wäre in einem Traum und würde jede Minute aufwachen."
Vom Idol begrüßt
Der 19-jährige grinst verschmitzt, als er von seinem ersten Treffen mit Thierry Henry, seinem Idol aus Kindheitstagen, erzählt: "Thierry kam auf mich zu und hat sich vorgestellt", erinnert er sich. "Ich wollte etwas sagen, aber ich brachte kein Wort heraus. Also stand ich einfach nur da und habe gelächelt."
Nervosität abgelegt
Es dauerte jedoch nicht lange, ehe er seine Nervosität ablegte. Inzwischen hat er sich bei seinen Mannschaftskollegen mit seinem kämpferischen Einsatz auf dem Platz Respekt verschafft. "Wenn der Trainer mich aufgestellt hat, habe ich immer Leistung gebracht. Ich glaube, dass ich mich bereits aufgedrängt habe", meint Clichy selbstbewusst.
Lernen vom Mentor
Einer, von dem Clichy noch eine Menge lernen kann, ist Ashley Cole. Auch wenn der englische Nationalspieler, selbst erst 24 Jahre jung, momentan Clichys Weg in die Stammelf versperrt, ist der Franzose froh darüber, mit ihm im selben Verein zu spielen. "Zusammen mit Roberto Carlos ist Cole einer der besten Linksverteidiger der Welt", sagt er. "Es ist großartig mit Ashley zu trainieren, weil ich ihn jeden Tag beobachten kann und so viel lerne."
Vergleiche nicht erwünscht
Clichys beeindruckende Vorstellungen über die Weihnachtsfeiertage, als er bei den Siegen über Portsmouth FC, Fulham FC und Charlton Athletic FC jeweils in der Anfangsformation stand, brachten zahlreiche Experten dazu, ihn bereits mit Cole zu vergleichen. Dies schmeichelte dem jungen Franzosen zwar, aber er betont, dass er ein ganz eigenständiger Spieler ist. "Mit Ashley verglichen zu werden ist ein großes Kompliment, aber ich bin Gaël Clichy und werde immer Gaël Clichy bleiben."
Realistische Ziele
Und weiter: "Ich werde niemals ein Klon von Ashley Cole sein. Wenn Ashley fit ist, wird er von Beginn an spielen. Ich werde weiterhin hart arbeiten und versuchen, mir diese Position zu erkämpfen, aber er ist einer der Führungsspieler, also muss ich realistisch bleiben."
Rückstand kaum aufzuholen
Aufgrund der Heimniederlage gegen United vor einer Woche weiß Clichy natürlich, dass die Gunners nun elf Punkte hinter Spitzenreiter Chelsea FC liegen. "Wir müssen auf einen Ausrutscher hoffen, aber es sieht nicht so aus, als wenn sie uns diesen Gefallen tun würden", gibt er zu.
Bayern wartet
Allerdings hat er die Hoffnung auf einen Titel in diesem Jahr noch lange nicht aufgegeben. "Natürlich bauen wir auf die [UEFA] Champions League", meint er. "Arsenal ist noch nie über das Viertelfinale hinaus gekommen, also ist es unser großes Ziel, diese Hürde zu überwinden." Doch da müssen sich die Londoner erstmal gegen den FC Bayern München durchsetzen und das wird sicher kein Zuckerschlecken.