Gerrards Rückkehr beflügelt Liverpool
Dienstag, 23. November 2004
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Nach auskuriertem Zehenbruch will Steven Gerrard Liverpool FC ins Achtelfinale führen.
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Von Dave Cottrell
Selten hat sich ein Verein so auf das Comeback eines verletzten Spielers gefreut, wie dies bei Liverpool FC und Steven Gerrard der Fall war. Zwar konnte auch der Mittelfeldspieler die 0:2-Niederlage der Reds in der Premiership am Samstag bei Middlesbrough FC nicht verhindern, doch die Fans wissen, dass es mit seiner Rückkehr auch für den Verein wieder nach oben gehen wird.
Zeh gebrochen
Der 24 Jahre alte Kapitän hatte sich im September in einem Spiel in Old Trafford ohne Einwirkung eines Gegenspielers den Zeh gebrochen. Wie im Fall von Wayne Rooney bei der UEFA EURO 2004™ war es ein Ermüdungsbruch, der eine Operation erforderlich machte, bei der eine Schraube in den Knochen eingesetzt wurde.
Ungewöhnliches Gefühl
"Ich weiß gar nicht, wie das damals passiert ist", sagte Gerrard. "Ich drehte mich nach dem Ball und spürte plötzlich etwas Ungewöhnliches. Zuerst dachte ich, aus meinem Schuh hätte sich ein Stollen gelöst. Erst als ich den Fuß mit meinem Körpergewicht belastete, merkte ich, dass etwas passiert sein musste, denn ich konnte nicht mehr richtig auftreten."
Nichts überstürzen
Bei einer solchen Verletzung kommt es oft zu übereiligen Comebacks der Betroffenen, was alles noch verschlimmert. Daher ließ sich Gerrard Zeit. Nach vier Wochen Gips und Füße hochlegen - für Gerrard "einfach nur langweilig" - begann er mit Ausdauertraining auf dem Ergometer und Rehamaßnahmen im Schwimmbad, ehe er langsam wieder ins Training mit dem Ball einstieg.
Frust auf der Tribüne
"Ich hasse Verletzungen über alles", fügte er hinzu. "Es ist frustrierend, die Spiele von der Tribüne aus mitzuerleben und die Champions League nur im TV zu verfolgen, denn ich will hautnah dabei sein. Aber alles jammern half nichts. Bis Mai kann ich jetzt hoffentlich wieder alles mitmachen."
Unumstrittener Publikumsliebling
Gerrard spielt bereits seit seinem neunten Lebensjahr für Liverpool, seinen absoluten Lieblingsverein. Er ist unumstrittener Publikumsliebling und begeistert die Fans mit seiner Dynamik im Mittelfeld, knallharten Tacklings und Tempodribblings in den gegnerischen Strafraum immer wieder aufs Neue.
Entwicklung unter Houllier
Großen Anteil an seiner Entwicklung hatte Liverpools ehemaliger Trainer Gérard Houllier, unter dem er mit den Reds in der Saison 2000/01 den UEFA-Pokal gewann. Als Houllier im Sommer von Rafael Banítez abgelöst wurde, stand der Mittelfeldspieler jedoch angeblich vor einem Wechsel zu Chelsea FC.
Schmerzhafter Abschied von Owen
Doch zur Freude der Fans konnte der spanische Trainer Gerrard dazu überreden, dem Verein treu zu bleiben. Stürmer Michael Owen verabschiedete sich dagegen Richtung Real Madrid CF. "Ich war am Boden zerstört, als Michael ging", gab Gerrard zu. "Ich hatte gehofft, dass er bleibt und uns nach oben führt, aber diese Gelegenheit konnte er sich nicht entgehen lassen."
Raum für Verbesserungen
Mittlerweile hat sich Gerrard an die Zusammenarbeit mit Benítez gewöhnt. "Er weiß, dass ich ein guter Spieler bin, der aber noch viel besser werden kann. Das ist auch mir bewusst", sagte er. "Er versucht daher, mein Spiel in allen Bereichen noch einen Tick zu verbessern."
"Gut dabei"
Gerrard muss sich jedenfalls in Bestform präsentieren, wenn er mit Liverpool beim AS Monaco FC im Stade Louis II bestehen will. Doch die Engländer wissen auch um ihre eigenen Stärken. "Wir sind gut dabei und zuversichtlich, dass wir die nächste Runde erreichen können", sagte der Mittelfeldspieler. "Ich denke nicht, dass uns viele Teams unterschätzen."
"Das Größte"
"Es war toll, vor drei Jahren den UEFA-Pokal zu gewinnen. Er ist eine großartige Trophäe mit einer großen Geschichte", meinte Gerrard weiter. "Aber die Champions League ist das Größte."
Dies ist eine gekürzte Version eines Artikels, der in der neuesten Ausgabe von Champions, dem offiziellen Magazin der UEFA Champions League, erschienen ist. Klicken Sie hier, um Champions zu abonnieren.