Cech begeistert Chelsea
Dienstag, 5. Oktober 2004
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Bei Chelsea begeistert der neue Schlussmann Petr Cech bisher die Fans.
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Von Trevor Haylett
Petr Cech sorgt gleich in seiner ersten Saison in der englischen Premiership für Furore, so wie die gesamte Hintermannschaft von Chelsea FC. Und mit jedem Spiel, in dem er ohne Gegentor bleibt, steigt sein Ansehen weiter. In seinen bisherigen zehn Einsätzen für die Mannschaft aus London musste der tschechische Schlussmann ganze zwei Mal hinter sich greifen.
Umstrittene Verpflichtung
Für den Profi, der nach seinem Wechsel nicht einmal sicher war, ob er José Mourinhos erste Wahl sein würde, war der Einstand in der englischen Eliteliga mehr als nur zufrieden stellend. Der bisherige Stammtorwart Carlo Cudicini hatte sich in der letzten Saison so hervorragend präsentiert, dass viele keine Notwendigkeit für das Engagement eines neuen Torwarts sahen. Doch diejenigen, die im Sommer noch über den 10,3-Millionen-Euro-Mann von Stade Rennais FC geschimpft hatten, sind inzwischen ganz kleinlaut geworden. Cech hat seinen Anspruch auf einen Stammplatz an der Stamford Bridge eindrucksvoll unterstrichen.
Volle Konzentration
Besonders beeindruckend ist Cechs Fähigkeit, das gesamte Spiel über voll konzentriert zu bleiben, auch wenn er über weite Strecken hinweg nichts zu tun hat. Aktuellstes Beispiel dafür war die Sonntagspartie gegen Liverpool FC, in der der tschechische Nationalspieler in der Schlussphase mit einer famosen Parade den Ausgleich der Reds verhinderte, nachdem er zuvor praktisch beschäftigungslos war.
Torwart-Probleme
Die Fähigkeit konzentriert zu bleiben, auch wenn der Ball die meiste Zeit am anderen Ende des Spielfelds zu finden ist, muss jeder Schlussmann mitbringen, der für einen Spitzenklub spielt. "Chelsea ist eine tolle Mannschaft. Wir wollen das gesamte Spiel über attackieren", sagte Cech. "Für einen Torwart ist das problematisch, weil man oft nur ein oder zwei Mal geprüft wird. Dennoch muss man immer hellwach sein, um diese Paraden zu zeigen."
Rekord mit Sparta
Für einen 22-Jährigen ist Cech schon erstaunlich abgebrüht. Seine Auftritte bei der UEFA EURO 2004™ bescherten ihm einen Platz in der Mannschaft des Turniers. Kurz nach seinem Wechsel zu AC Sparta Praha stellte er einen Landesrekord auf, als er 855 Minuten ohne Gegentor blieb. Auch wenn er bei Chelsea diese Bestmarke nicht wiederholen dürfte, hat er mit seinem neuen Arbeitgeber einen optimalen Saisonstart hingelegt und ist immer noch ohne Niederlage.
Mourinhos Einfluss
Es spricht für sich, dass Chelsea diese Serie mit einem neuen Trainer und einigen Neuzugängen erreicht hat. Cech schreibt Coach Mourinho einen großen Teil dieses Erfolgs zu. "Er unterscheidet sich grundlegend von anderen Trainern. Mit ihm macht das Training Spaß", sagte er. "Wir arbeiten die ganze Zeit über mit dem Ball. Deshalb macht es den Spielern auch mehr Spaß. Ich denke, das ist einer der Gründe, warum wir so froh sind, bei Chelsea mit ihm zu arbeiten. In zwei Jahren den UEFA-Pokal sowie die Champions League [mit dem FC Porto] zu gewinnen, ist eine unglaubliche Leistung."
Emotionen außen vor lassen
Mourinhos Erfolgsgeheimnis ist vielleicht auch seine Fähigkeit, die Emotionen, die mit bestimmten Begegnungen verbunden sind, außen vor zu lassen. Bestes Beispiel ist die Partie gegen seinen Ex-Klub, mit dem er vor seiner Chelsea-Verpflichtung zwei Jahre in Folge im Europapokal triumphierte, am zweiten Spieltag der Champions League. Nachdem die Erinnerung an Porto noch frisch war, hätte es für Mourinho auch eine gefühlsbetonte Angelegenheit werden können. Er behandelte die Partie jedoch wie jedes andere Spiel, und auch nach dem 3:1 Sieg gegen Porto zeigte er eine vielen fast schon unheimlich anmutende Zurückhaltung.
Siege wichtiger als Gefühle
"Es ist nicht leicht, ihn emotional zu erleben. Er kann seine Gefühle sehr gut verbergen", sagte Cech über den Trainer, der auf die Chelsea-Akteure bislang großen Eindruck gemacht hat. "Sogar vor dem Spiel gegen Porto zeigte er keine Gefühlsregungen. Er möchte jedes Spiel unbedingt gewinnen. Und das überträgt sich auch auf die Spieler."