Champions League Offiziell Live-Ergebnisse & Fantasy
Erhalten
UEFA.com funktioniert besser bei anderen Browsern
Um das bestmögliche Erlebnis zu haben, empfehlen wir, Chrome, Firefox oder Microsoft Edge zu verwenden.

Grandiose Grazer

Walter Schachners Grazer AK geht mit breiter Brust in die Partie gegen Favorit Liverpool FC.

Von Thomas Zeh

Rache ist süß, aber Ruhm ist noch süßer. Als Trainer Walter Schachner den unpopulären Grazer AK zum österreichischen Double führte, konnte er seine Enttäuschung über seinen vorzeitigen Abgang beim FK Austria Wien endgültig ad acta legen. Indes hat der Trainer auch mit dem anstehenden Duell mit Liverpool FC in der UEFA Champions League-Qualifikation Wichtigeres zu tun.

Süße Rache
Mit einem Etat, der drei Mal so groß wie der des GAK ist, wurde von der Austria in der letzten Saison erwartet, dass sie ihren Titel verteidigen würde. Doch der GAK wurde mit einem Punkt Vorsprung Meister, und drei Tage danach konnte man den Klub aus der Hauptstadt nach einem 3:3 nach regulärer Spielzeit mit 5:4 im Elfmeterschießen bezwingen und sich so den österreichischen Pokal sichern.

Kämpferische Qualitäten
"Heute siegte der Teamgeist über das Geld", sagte der 47-jährige frühere österreichische Nationalspieler Schachner nach einem Spiel, in dem seine Mannschaft drei Mal einen Rückstand aufholen konnte. Dieser Spielverlauf sagt alles über die Entschlossenheit des Trainers und die Einstellung des Teams, die in Kombination zum ersten österreichischen Titel des GAK führten.

Lange Karriere
Schachner machte sich bereits im Alter von 17 Jahren einen Namen, als er bei der FIFA-Weltmeisterschaft 1978 beim 2:1-Sieg seines Landes gegen Spanien ein spektakuläres Tor erzielte und damit seinem Land zum Einzug ins Viertelfinale verhalf. Seine Karriere dauerte weitere 24 Jahre, er beendete sie erst im Alter von 41 Jahren.

Erfolg in Kärnten
Seine Trainerkarriere begann er beim FC Zeltweg, doch seinen guten Namen machte er sich in der Saison 2000/01 beim FC Kärnten. Denn dort gewann er den österreichischen Pokal und den Super-Pokal, zudem führte er den Klub noch in die höchste Spielklasse. Nach so einer großartigen Saison war es keine Überraschung, dass die Austria im September 2002 ihre Fühler nach "Schoko" ausstreckte.

Schmerzlicher Schlag
Schachner hatte der Austria als Spieler mit seinen Toren zu drei Meisterschaften und einem österreichischen Pokalsieg verholfen. Deshalb war es ein vernichtender Schlag, als er nach lediglich elf Spielen in seiner ersten Saison vom Deutschen Christoph Daum ersetzt wurde. Noch dazu, da er bis dahin erst ein Spiel verloren hatte. 

Zurück zum GAK
Doch seine Rache folgte prompt. Er ging zurück zum GAK und führte diesen 2002/03 aus der Abstiegszone zur Vizemeisterschaft - hinter der Austria - und im Jahr darauf zu einem überragenden Double. 

Schnäppchen
Der Schlüssel für den Erfolg des GAK war ein sparsames Haushalten, ein Auge für versteckte Talente und taktisches Feingefühl. Und so erwiesen sich die ehemaligen Kärntner Spieler Emanuel Pogatetz und Roland Kollmann als brillante Verpflichtungen - beide kehrten nach einer enttäuschenden letzten Saison im Ausland zurück und wollten beweisen, dass sie kein Fehleinkauf waren.

Überwältigter Roth
Pogatetz und Kollmann waren zwei von sechs Spielern, die nach der grandiosen letzten Spielzeit, die am 15. Mai nach einem 1:1 zu Hause gegen den SV Pasching mit der Meisterschaft endete, in die Nationalmannschaft berufen wurden. "Das ist der erste Meistertitel in den 102 Jahren, in denen der Verein besteht", sagte GAK-Präsident und Ex-Torhüter Rudi Roth. "Ein Traum ist endlich wahr geworden, und ich möchte Gott, Walter Schachner, der Mannschaft und den Fans danken."   

"Ein Theater"
Schachner blieb auch in diesem Sommer dem GAK treu, obwohl er nach dem Abgang von Felix Magath zum FC Bayern München die Möglichkeit hatte, zum VfB Stuttgart zu wechseln. "Ich hätte nicht genug Zeit gehabt, um mich auf solch eine Mission vorzubereiten", erklärte er. "Das wäre ein Theater gewesen."

GAK-Teamgeist
In der letzten Saison konnte sich der GAK nach einer Niederlage in der Verlängerung gegen den AFC Ajax nicht für die Gruppenphase der UEFA Champions League qualifizieren. Liverpool muss auf der Hut sein, wenn der GAK-Teamgeist nicht ein weiteres Mal über das Geld triumphieren soll.  

Für dich ausgewählt