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Wie die Rossoneri zerlegt wurden

Wie konnte der AC Milan bei RC Deportivo La Coruña nur so gewaltig unter die Räder kommen?

Von Paul Saffer

Nach dem 4:1-Erfolg aus dem Hinspiel stand Titelverteidiger AC Milan beim Rückspiel im Viertelfinale der UEFA Champions League bei RC Deportivo La Coruña bereits mit einem Bein im Halbfinale.

"Mission Impossible"
Selbst Deportivos Trainer Javier Irureta gestand ein, dass die Aufgabe seiner Mannschaft, das erste Team in der Geschichte der Champions League zu werden, das einen Drei-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel überwindet, eine "Mission Impossible" sei. Aber genau diese schier unmögliche Aufgabe konnte Deportivo mit einem 4:0-Heimsieg realisieren. Durch dieses Ergebnis war sogar die Bedeutung des Auswärtstores nebensächlich.

Wichtige Treffer
Aber was lief bei Milan, das noch stärker als im Jahr zuvor zu sein schien, schief? Die Antwort ist einfach: Deportivo machte von Anfang an Druck, Walter Pandiani erzielte das wichtige Führungstor früh genug, um die Gäste zu verunsichern. Juan Carlos Valerón, Alberto Luque und Fran erzielten ihre Treffer ebenso in wichtigen Spielphasen.

Überraschende Anfälligkeit
Doch das allein kann nicht die Erklärung dafür sein, dass eine Mannschaft, die in der Saison 2003/04 nur ein Auswärtsspiel verloren hat und in der laufenden Champions League-Saison nicht einen einzigen Treffer in gegnerischen Stadien hinnehmen musste, derartig zusammenbricht. Die Rossoneri wussten genau, was Deportivo tun würde - trotzdem zeigten sie sich anfällig.

Ancelotti schockiert
Trainer Carlo Ancelotti war schockiert: "Es ist schwierig zu erklären", sagte er im Interview mit einem italienischen Fernsehsender nach dem Spiel. "Wir sind auf eine sehr starke Mannschaft getroffen, die sehr gut gespielt hat, und wir haben Fehler gemacht, aber diese Niederlage ist sehr schwer zu erklären. Sie [Deportivo] waren sehr entschlossen und spielten von der ersten bis zur letzten Minute wie im Rausch."

Deportivo trifft im richtigen Moment
Was die Sache für Ancelotti noch schlimmer macht, ist nicht nur die Tatsache, dass sein Team in Bestbesetzung auflaufen konnte, sondern auch die Leistung in den zweiten 45 Minuten. Milan ging mit einem 0:3-Rückstand in die Kabine und wusste, dass sie mindestens einen Treffer erzielen und dementsprechend nach vorne spielen mussten, doch auch in der zweiten Halbzeit wurden sie tief in ihre eigene Hälfte gedrückt.

"Einfach zerstört"
Die Reaktion des Corriere dello Sport bringt es auf den Punkt. "Während es geschah, konnten wir es nicht glauben", schrieb die Zeitung. "Wir dachten uns, früher oder später würde Milan schon aufwachen." Aber Milan "wurde einfach zerstört", gab der Artikel unumwunden zu.

Maldinis Erklärung
Kapitän Paolo Maldini, der Spieler mit der zweifellos größten Erfahrung in der Champions League, versuchte die Niederlage folgendermaßen zu erklären. "Wir versuchten zu spielen, anstatt den Vorsprung zu verteidigen", sagte er. "Wir sind keine Mannschaft, die ein bereits entschiedenes Spiel auslaufen lassen kann, aber sie haben eine starke Leistung gezeigt, und wir waren erschreckend schwach. Wir haben einen frühen Gegentreffer kassiert, und wir konnten sie weder mit Kontern in Gefahr bringen noch unsere Tormöglichkeiten nutzen, um damit die Partie zu beruhigen."

Entscheidender Moment
Sicherlich war die erste Halbzeit keine einseitige Angelegenheit. Jon Dahl Tomasson und Kaká hatten gute Torchancen. Erst nach dem 2:0 von Valerón nach 35 Minuten dominierte Deportivo die Partie. Doch als sie einmal die Kontrolle übernommen hatten, sah Milan nicht so aus, wie eine Mannschaft, die nur einen Sieg davon entfernt ist, einen neuen Punkterekord in der Serie A aufzustellen.

Hervorragende Leistung
Milan hatte Deportivos Elan und Leidenschaft im Riazor nichts entgegenzusetzen, doch das ist keine Schande. Alles in allem war die Leistung von Deportivo eine der besten, die jemals in der Geschichte der Champions League gezeigt wurden. Ancelotti meinte: "Wenn Deportivo so weiter spielt, werden sie ein würdiger Nachfolger für Milan als Europapokalsieger."

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