McCarthy genießt das Hoch
Mittwoch, 21. April 2004
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Stürmer Benni McCarthy vom FC Porto baut im Halbfinale gegen RC Deportivo La Coruña vor allem auf den Siegeswillen seines Teams.
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Von Fergus O'Shea
Der RC Deportivo La Coruña hat zwar mit seiner Aufholjagd gegen den AC Milan im UEFA Champions League-Viertelfinale Geschichte geschrieben, doch für Stürmer Benni McCarthy vom FC Porto zählt dieser Erfolg nichts, wenn die Spanier heute Abend zum Halbfinalhinspiel in Portugal antreten.
Auswärtsschwäche
Mit einem 4:0-Sieg über Milan hatte Deportivo das schier Unmögliche möglich gemacht, und McCarthy hofft, dass Javier Iruetas Team im Estádio do Dragão weniger erfolgreich spielt. Der südafrikanische Nationalstürmer sagte gegenüber uefa.com: "Jeder weiß, dass sie eine starke Mannschaft sind und an einem guten Tag jedes Team der Welt schlagen können. Aber hoffentlich zeigen sie sich in der Form wie in Mailand, wo sie mit 1:4 unterlagen."
Siegeswillen
Der amtierende UEFA-Pokal-Sieger Porto bewies in den letzten beiden Runden sein Potenzial und warf Manchester United FC sowie Olympique Lyonnais aus dem Rennen. McCarthy, der im Sommer vom spanischen Klub RC Celta de Vigo kam, beschrieb den Siegeswillen seines Teams wie folgt: "Wir würden nicht den selben Fehler machen wie Milan und versuchen, in La Coruna die Führung nur zu verteidigen. Das wäre verrückt, man muss so spielen, wie man es am besten kann und versuchen, die Führung auszubauen."
United ausgeschaltet
Der souveräne Tabellenführer der portugiesischen Superliga zeigte im Achtelfinale gegen United, dass er zwei Spiele lang hochkonzentriert agieren kann. Beim Hinspiel war McCarthy der überragende Akteur und erzielte beide Tore zum 2:1-Sieg. Im Rückspiel gelang durch ein Tor in letzter Minute noch ein 1:1-Unentschieden.
Großes Selbstvertrauen
"Seitdem wir Uníted besiegt haben, lief es für mich und das gesamte Team bestens", sagte McCarthy. "Dieser Erfolg hat der Mannschaft Auftrieb und ein unglaubliches Selbstvertrauen verliehen. Wir sind noch stärker geworden, und wenn wir nächste Woche unser Ligaspiel gewinnen, haben wir den Meistertitel sicher. Es wäre schön, wenn dies gelänge, damit wir uns auf die Champions League konzentrieren können."
In Porto aufgeblüht
Auch McCarthy selbst ist bei dem Verein, für den er bereits in der Saison 2001/02 auf Leihbasis spielte und in zehn Spielen zwölf Tore erzielte, aufgeblüht. Letzte Saison kam er bei Celta nur zwei Mal von Beginn an zum Einsatz, doch während sein Ex-Verein aus der Champions League ausgeschieden ist und gegen den Abstieg kämpft, ist McCarthy nun nur 180 Minuten vom möglichen Finale entfernt.
Zweite Chance
Er meinte: "Wenn man die ganze Zeit auf der Bank sitzt, schlägt einem das aufs Gemüt. Als ich bei Celta war, hatte ich eine Menge Pech. Ich wurde zum Auslaufmodell und war am Ende. Aber jetzt spiele ich gut und schieße Tore. Ich habe in dieser Zeit eine Menge über mich gelernt."
Lob für den Trainer
Hilfreich war es zudem, dass er mit José Mourinho einen der besten Trainer Europas hat. "Er ist wahrscheinlich in Sachen Menschenführung derzeit der beste Trainer der Welt", betonte McCarthy. "Die Spieler verstehen und mögen ihn. Er hat uns allen dabei geholfen, uns individuell und als Kollektiv zu verbessern."
Arbeit belohnen
Nun sollen die Früchte dieser Arbeit geerntet werden, und McCarthy will seinen Teil dazu beitragen. "Ich hoffe, dass ich viel Enthusiasmus ins Team bringe", sagte er. "Ich versuche, die harte Arbeit des Teams zu krönen. Es muss belohnt werden, dass in Abwehr und Mittelfeld alle so hart arbeiten."