Farfán schießt PSV an die Spitze
Dienstag, 1. November 2005
Artikel-Zusammenfassung
PSV Eindhoven - AC Milan 1:0
Jefferson Farfán erzielte das Tor des Tages und machte den PSV damit zum Tabellenführer der Gruppe E.
Artikel-Aufbau
Der PSV Eindhoven hat den AC Milan zum zweiten Mal in diesem Jahr in einem UEFA Champions League-Heimspiel bezwingen können. Doch im Gegensatz zum letztlich nutzlosen Sieg im Halbfinal-Rückspiel der vergangenen Saison haben die Niederländer nach diesem 1:0-Erfolg beste Aussichten auf den Einzug ins Achtelfinale.
Junge Wilde
Das Ergebnis war zweifelsohne ein Sieg der Jugend über die Routiniers des AC Milan. Die Gastgeber ließen zwei Teenager spielen, und den Siegtreffer markierte der 21-jährige Jefferson Farfán. Doch die größte Überraschung war die Nominierung von Ismaïl Aissati. Guus Hiddink machte seine Ankündigung war und ließ den erst 17-jährigen Mittelfeldspieler zum ersten Mal von Beginn an auflaufen.
Platzverweis für Stam
Der Trainer entschied sich für eine offensive Ausrichtung, und so musste der erfahrene Verteidiger Michael Reiziger - früher auch schon in Diensten des AC Milan - auf die Bank. Bei den Gästen stürmte Alberto Gilardino an der Seite von Christian Vieri. Der frühere PSV-Liebling Jaap Stam spielte bei den Rossoneri auf der rechten Abwehrseite, musste aber in der 84. Minute mit einer Gelb-Roten Karte vorzeitig in die Kabine.
Flotter Beginn
Die Partie begann durchaus ansprechend. Nach nicht einmal einer Minute hatte Phillip Cocu die erste Gelegenheit, doch Dida konnte seinen Kopfball parieren. Keine 60 Sekunden später scheiterte Vieri mit einem Schuss von der Strafraumgrenze an Heurelho Gomes. Beide Teams gingen ein hohes Tempo und spielten offensiv nach vorne. Der Führungstreffer des PSV nach elf Minuten war also keine Überraschung. Kakha Kaladze köpfte einen weiten Abschlag von Gomes unfreiwillig direkt in den Lauf von Farfán, und der peruanische Nationalspieler bezwang Dida mit einem Flachschuss auf den kurzen Pfosten.
Viele Chancen
Kurz danach setzte Milans Spielmacher Andrea Pirlo einen Freistoß ein wenig zu hoch an. Nach 20 Minuten bewahrte Dida seine Mannschaft nach einem fulminanten Kopfball des Brasilianers Alex vor einem noch höheren Rückstand. Der letztjährige Champions League-Finalist wollte unbedingt den Ausgleich und hatte nach einer halben Stunde auch die Möglichkeit dazu. Doch der Versuch von Clarence Seedorf landete knapp neben den Pfosten. Nach 37 Minuten hätte Gomes einen Eckball von Pirlo beinahe ins eigene Netz befördert.
Serie von Eckbällen
Gegen Ende der ersten Hälfte hatten sich die Italiener in der Hälfte des PSV festgesetzt und erarbeiteten sich eine Serie von Eckbällen. Dabei musste Gomes einmal in höchster Not gegen Vieri klären, und ein anderes Mal setzte Vieri sein Visier etwas zu hoch an. Milan-Trainer Fabio Capello reagierte und brachte in der Pause Serginho und Marek Jankulovski für Gennaro Gattuso und Kaladze. Doch die erste Möglichkeit gehörte DaMarcus Beasley, der sich schön auf der linken Seite durchsetzen konnte, dann aber an Dida scheiterte.
PSV hält dagegen
Danach hätte sich ein Schuss von Seedorf beinahe noch unter die Latte gesenkt. Im Anschluss brachte Hiddink Reiziger für Mittelfeldspieler Ibrahim Afellay und verstärkte damit die Defensive. Dennoch prüfte Cocu Sekunden danach noch einmal Dida mit einem gefährlichen Flachschuss. Milan konnte sich nur selten gegen die stabile Abwehr der Gastgeber durchsetzen. Nach einem Freistoß von Pirlo köpfte Paolo Maldini über die Latte.
Chance für Shevchenko
Ancelotti versuchte alles und brachte in der 74. Minute den wieder genesenen Andriy Shevchenko. 60 Sekunden später versuchte es der Ukrainer mit einem spektakulären Freistoß aus der Distanz, bei dem Gomes schon sein ganzes Können aufbieten musste. Milans Aufgabe wurde noch schwerer, als Stam - der in der 45. Minute bereits verwarnt worden war - nach einem Foul an Beasley die Gelb-Rote Karte sah. Aissati hatte kurz vor dem Ende noch einmal eine große Möglichkeit, doch sein Distanzschuss ging über das Tor. Dennoch wird er sein Debüt wohl niemals vergessen.