Fußball vs. Futsal: Die wichtigsten Unterschiede
Freitag, 16. Januar 2026
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Auch wenn die Grundprinzipien vertraut sind, gibt es im Futsal im Vergleich zum Fußball einige zentrale Unterschiede bei Regeln und Spielanlage.
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Als Bühne für spezialisierte Weltklassespieler ebenso wie als Entwicklungsraum für die Stars von morgen nimmt Futsal eine zentrale Rolle im Ökosystem des Fußballs ein.
Für Zuschauer ist es jedoch wichtig zu wissen, worin sich Futsal vom klassischen Fußball unterscheidet. Abweichungen bei Teamgröße, Auswechslungen, Spielzeit und Regeln formen ein eigenständiges Spiel, das technische Qualität, schnelles Denken und permanente Einbindung aller Akteure in den Mittelpunkt stellt.
Wie groß ist ein Team – und wie funktionieren Auswechslungen?
Teams
Gespielt wird fünf gegen fünf. In UEFA-Wettbewerben bestehen die Kader aus 14 Spielern. Der komplette Kader steht für jedes Spiel zur Verfügung (sofern keine Sperren vorliegen): fünf Startspieler und neun Auswechselspieler.
Auswechslungen
Auswechslungen sind unbegrenzt und jederzeit während des laufenden Spiels möglich – vorausgesetzt, der einzuwechselnde Spieler betritt das Feld erst, nachdem sein Mitspieler es verlassen hat. Der Wechsel muss zudem über die markierte Zone vor der jeweiligen Teamzone erfolgen. Spieler können einzeln oder auch zusammen ausgetauscht werden.
Die wichtigsten Positionen im Futsal erklärt
Der fließende Charakter des Spiels sorgt dafür, dass Feldspieler meist den gesamten Platz abdecken, auch wenn sie in der Regel eine primäre Rolle haben. Nicht jede Formation nutzt alle Positionen. Manche Akteure gelten als sogenannte "Universal"-Spieler und können jede Rolle übernehmen. Typischerweise gibt es jedoch folgende Positionen:
Torhüter
Darf den Ball im Strafraum mit der Hand spielen, ist im Vergleich zum Fußball aber deutlich stärker ins Aufbauspiel eingebunden. Die geringe Spielfeldgröße macht präzise Abwürfe besonders wichtig. Viele Torhüter tapen ihre Finger, anstatt Handschuhe zu tragen, um den Ball besser werfen zu können.
Fliegender Torhüter
Ein Feldspieler kann als Ersatz für den Torhüter eingesetzt werden. Der Schiedsrichter muss dabei sicherstellen, dass dieser sogenannte fliegende Torhüter ein Torwarttrikot mit eigener Rückennummer trägt – und dass alle fliegenden Torhüter eines Teams dieselbe Farbe tragen, die sich sowohl von den regulären Torhütern als auch von den Feldspielern unterscheidet. Diese an ein Powerplay erinnernde Taktik wird häufig genutzt, um Spiele zu drehen oder gezielt einem Rückstand hinterherzujagen.
Verteidiger
In der Regel der letzte Feldspieler vor dem Torhüter, zugleich aber wichtig für den Spielaufbau und das Nachrücken in der Offensive.
Flügelspieler
Oft die technisch stärksten und kreativsten Akteure – mit großer Bedeutung im Angriff sowie im Defensivspiel.
Pivot
Meist der vorderste Spieler auf dem Feld. Seine Aufgabe beschränkt sich nicht auf das Toreschießen: Der Pivot hält den Ball mit dem Rücken zum Tor, um nachrückende Mitspieler in Szene zu setzen.
Spielfeld und Spielbedingungen
Der Ball
Ein Futsalball ist kleiner, schwerer und springt deutlich weniger als ein klassischer Fußball. Das hält den Ball flach und erleichtert die Kontrolle in engen Räumen bei hohem Tempo. Futsalbälle sind in der Regel Größe 4, während im Fußball Größe 5 verwendet wird.
Effektive Spielzeit
Jede Halbzeit dauert 20 Minuten, wobei die Uhr immer dann angehalten wird, wenn der Ball nicht im Spielfeld ist. Beide Trainer dürfen in jeder Halbzeit jederzeit eine einminütige Auszeit nehmen. In K.-o.-Spielen der UEFA (mit Ausnahme von Spielen um Platz drei) gibt es bei Unentschieden eine Verlängerung mit zwei Halbzeiten zu je fünf Minuten.
Steht es nach 50 Minuten (oder nach 40 Minuten im Spiel um Platz drei) weiterhin unentschieden, folgt ein Elfmeterschießen vom Sechs-Meter-Punkt. Nach einer jüngsten Änderung der FIFA-Regeln besteht das Shoot-out nun aus jeweils fünf Schüssen pro Team, bevor es ins Sudden Death geht – zuvor waren es drei.
Strafraum
Spieler dürfen den Strafraum betreten, Torhüter ihn verlassen. Nachdem ein Torhüter den Ball freigegeben hat, darf er ihn jedoch erst wieder berühren, wenn dieser die gegnerische Hälfte erreicht hat oder von einem Gegenspieler berührt wurde. Abwürfe nach Torraumfreigaben müssen geworfen, nicht geschossen werden.
Kick-in
Geht der Ball über die Seitenlinie oder berührt die Hallendecke, wird das Spiel mit einem Kick-in fortgesetzt. Ein Tor kann dabei nicht direkt erzielt werden. Überquert der Ball die Torauslinie, gibt es entweder einen Eckstoß oder einen vom Torhüter ausgeführten Abwurf.
Unterschiede bei Spielleitung und Disziplinarstrafen
Schiedsrichter
Ein Futsalspiel wird von vier Offiziellen geleitet: dem Schiedsrichter auf der Seitenlinie gegenüber den Teamzonen, einem zweiten Schiedsrichter auf der gegenüberliegenden Seite (beide dürfen bei Bedarf das Spielfeld betreten), einem dritten Offiziellen am Zeitnehmertisch auf Höhe der Mittellinie zur Überwachung der Auswechslungen und der Teamfouls sowie dem Zeitnehmer.
Kumulierte Fouls
Freistöße und Strafstöße ähneln grundsätzlich denen im Fußball. Begeht ein Team jedoch fünf Fouls in einer Halbzeit, erhält der Gegner für jedes weitere Foul einen direkten Torschuss vom zweiten Strafstoßpunkt aus zehn Metern Entfernung – häufig als "Double Penalty" bezeichnet. Liegt das Foul näher am Tor, kann der Schuss vom Tatort ausgeführt werden.
Zur Halbzeit werden die Foulzähler zurückgesetzt. Vor der Verlängerung erfolgt jedoch kein erneuter Reset – die Fouls aus der zweiten Halbzeit zählen weiter.
Karten
Spieler werden nach zwei Gelben Karten oder einer Roten Karte des Feldes verwiesen und nehmen nicht mehr am Spiel teil. Das betroffene Team spielt anschließend zwei Minuten in Unterzahl, es sei denn, es kassiert in dieser Zeit ein Gegentor – dann darf es sofort wieder auffüllen. Der des Feldes verwiesene Spieler selbst darf jedoch nicht zurückkehren.
Die Vier-Sekunden-Regel
Bei Kick-ins, Freistößen, Eckstößen und Torraumfreigaben hat der ausführende Spieler vier Sekunden Zeit, um das Spiel fortzusetzen. Der Schiedsrichter zählt diese sichtbar mit erhobenen Fingern. Erfolgt der Restart nicht rechtzeitig, gibt es einen indirekten Freistoß für den Gegner. Torhüter dürfen den Ball zudem in der eigenen Hälfte nicht länger als vier Sekunden kontrollieren.
Programm lesen
Dieser Beitrag stammt aus dem offiziellen Spieltagsprogramm der UEFA Futsal EURO 2026. Hier kostenlos nachlesen (auf englisch).