Lubański setzt auf Lewandowski
Donnerstag, 21. März 2013
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In der Bundesliga trifft Robert Lewandowski wie am Fließband, in der polnischen Nationalmannschaft hat der 24-jährige Dortmunder dagegen Ladehemmung. Dies soll und muss sich am Freitag gegen die Ukraine ändern.
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Die Formschwankungen von Robert Lewandowski sorgen in seiner Heimat Polen für kollektives Stirnrunzeln. Während der 24-Jährige für Borussia Dortmund Tore wie am Fließband erzielt und es momentan auf 19 Treffer bringt, wartet man seit dem 1:1 gegen Griechenland im Auftaktspiel der UEFA EURO 2012 auf ein Länderspieltor des Stürmers.
Damit hat Lewandowski nun seit neun Länderspielen nicht mehr getroffen, kein Wunder, dass diese Negativserie in seiner Heimat für aufgeregte Debatten sorgt. Nun hat sich vor dem so wichtigen WM-Qualifikationsspiel gegen die Ukraine am Freitag auch noch der polnische Rekordtorjäger Włodzimierz Lubański in die Diskussion eingeschaltet. Im Gespräch mit UEFA.com sagte er: "Das ist eine sehr unschöne Situation für Robert."
"Ich mache ihm keine Vorwürfe: Dortmund und Polen sind zwei ganz verschiedene Teams. Bei seinem Klub bekommt Robert viel mehr Bälle aus dem Mittelfeld und über die Flügel als in der Nationalmannschaft. Ich denke, seine Mitspieler müssen einfach mehr zeigen als in den letzten Partien. Wir haben jetzt hier [in Warschau] ein ganz wichtiges Spiel vor der Brust und ich hoffe, unsere Jungs wissen, wie wichtig dieses Spiel für die restliche Qualifikation ist."
"Wir alle wünschen Robert ein Tor, aber wir sollten ihn nicht zu sehr unter Druck setzen, denn das könnte den gegenteiligen Effekt haben. Wenn er nicht am Freitag trifft, warten wir halt bis Dienstag, wenn es gegen San Marino geht. Dann werden die Polen sicher noch mehr Möglichkeiten haben."
Für die Polen ist der Auftritt der Ukraine im National Stadion von Warschau das achte Spiel unter dem neuen Trainer Waldemar Fornalik, der nach der UEFA EURO 2012 Franciszek Smuda abgelöst hatte. Dabei gab es nur zwei Siege und Lubański ist sich nicht sicher, ob "wir Fortschritte gemacht haben oder nicht".
"Ich denke, dass wir mehr oder weniger auf demselben Niveau spielen wie zuvor", fügte Lubański an, der in 75 Länderspielen für Polen 48 Tore erzielte. "Was ich nicht mag, ist, dass man vorher nie weiß, wie sie spielen werden. Sie können großartig auftrumpfen, aber ganz plötzlich spielen sie wieder wirklich lausig, wie im letzten Testspiel gegen Irland, das wir 0:2 verloren haben."
Polen liegt in Gruppe H drei Punkte hinter den an zweiter Stelle rangierenden Engländern. Linksverteidiger Sebastian Boenisch von Bayer 04 Leverkusen, der bei Bayer hautnah die Qualitäten von Lewandowski miterleben durfte, stellt sich hinter seinen Teamkollegen aus der polnischen Nationalmannschaft.
"Er spielt in der Bundesliga eine unglaubliche Saison", sagte Boenisch. "Wir sprechen ohne Zweifel über den momentan besten Stürmer der Bundesliga. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er auch in der Nationalelf solche Leistungen abrufen wird. Hoffentlich beginnt er damit gegen die Ukraine. Wir sind fest entschlossen, dieses Spiel zu gewinnen - ein Unentschieden wäre für uns viel zu wenig."