Schweinsteiger: "Es ist unerklärlich"
Dienstag, 16. Oktober 2012
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Deutschland hat gegen Schweden sensationell einen 4:0-Vorsprung verspielt - die Spieler sowie Trainer Joachim Löw versuchten nach dem Spiel, eine passende Erklärung zu finden.
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Die deutsche Nationalmannschaft hat in der Qualifikation zur FIFA-Weltmeisterschaft gegen Schweden den vierten Sieg im vierten Spiel trotz einer zwischenzeitlichen 4:0-Führung verpasst. Trainer Joachim Löw sowie die Spieler begaben sich nach der Partie auf Fehlersuche und versuchten, eine passende Erklärung zu finden.
Joachim Löw, Trainer Deutschland
Die ersten 60 Minuten waren hervorragend, wir haben alles im Griff gehabt und das Spiel dominiert. Dass wir uns so aus dem Rhythmus bringen lassen, habe ich auch nicht geglaubt. Wir haben die letzten 30 Minuten alles vermissen lassen - die Ordnung hat nicht mehr gestimmt und wir haben hinten Fehler gemacht.
Wahrscheinlich begann das Problem irgendwo im Kopf. Wenn man 4:0 führt, denkt man, das Spiel ist gelaufen. Im Moment ist es aber schwer zu sagen, woran es letztlich wirklich gelegen hat, dass wir so viele Fehler gemacht haben. Einen 4:0-Vorsprung aus der Hand zu geben, ist normalerweise nicht möglich. Die Spieler sind sprachlos, wir sind natürlich enttäuscht. Aber wir lassen uns nicht aus der Bahn werfen.
Philipp Lahm, Abwehrspieler Deutschland
Wir spielen unkonzentriert, machen Fehler und sind nicht mehr in der Ordnung. Dann bekommt man ein Tor und noch ein Tor und es wird eng - so kassiert man gegen Schweden vier Tore.
Wenn man 4:0 führt und dann 4:4 spielt, ist etwas falsch gelaufen. Man muss gut gegen den Ball arbeiten, aber das haben wir nicht gemacht. Die ersten 45 oder 60 Minuten waren ordentlich, dann kassiert man ein Tor und noch eines und dann bricht alles zusammen. Das darf uns nicht passieren.
In der Gruppe ist noch nichts passiert, aber wenn man zu Hause führt, so gut spielt und dann mit einem Punkt rausgeht, muss man sich schon hinterfragen.
Toni Kroos, Mittelfeldspieler Deutschland
Ich denke, man sieht, was passieren kann, wenn es scheinbar zu einfach ist und scheinbar alles entschieden ist. Schweden kämpft um jeden Zentimeter und dann haben wir den Schalter nicht mehr umlegen können. 60 Minuten denkt man, es gelingt alles. Wir spielen wunderbare Tore heraus und dann denkt man, es geht von allein. Das ist der Fehler. Das ist nicht zu erklären, das darf uns nicht passieren.
Bastian Schweinsteiger, Mittelfeldspieler Deutschland
Es ist unerklärlich, ich habe so etwas noch nie erlebt. Aber ich glaube, es ist damit zu begründen, dass jeder sich zu sicher gefühlt und einen Schritt weniger gemacht hat. Es reicht heutzutage, wenn zwei oder drei nicht mehr richtig mitmachen. Jeder hat ein Stück zu wenig gemacht und dann ist man immer zu spät dran. Da kann man auch gegen Schweden noch Gegentore kassieren. Wir sind enttäuscht, das darf uns nicht passieren. Ich kann mich nicht erinnern, mal 4:0 vorne gelegen zu haben und dann noch Unentschieden zu spielen.