Viertelfinale - 02.07.2016 - 21:00MEZ (21:00 Ortszeit) - Stade de Bordeaux - Bordeaux
1-1
Deutschland gewinnt 6-5 im Elfmeterschiessen 

Deutschland - Italien 1-1 - 02.07.2016 - Spiel-Seite - UEFA EURO 2016

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Azzurri-Fluch im Elfer-Drama verscheucht

Veröffentlicht: Samstag, 2. Juli 2016, 23.56MEZ
Deutschland - Italien 1:1 (6:5 i.E.)
Nachdem Manuel Neuer gehalten hatte, war es Jonas Hector, der das DFB-Team ins Halbfinale der UEFA EURO 2016 gegen Italien schoss.

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Spielstatistiken

DeutschlandItalien

Tore1
 
1
Ballbesitz (%)59
 
41
Versuche gesamt13
 
12
Versuche auf das Tor3
 
3
Versuche am Tor vorbei7
 
4
Abgeblockte Schüsse3
 
5
Aluminiumtreffer0
 
0
Ecken7
 
5
Abseits0
2
Gelbe Karten2
 
5
Rote Karten0
 
0
Begangene Fouls15
 
13
Erlittene Fouls11
 
14

Tabellen

Veröffentlicht: Samstag, 2. Juli 2016, 23.56MEZ

Azzurri-Fluch im Elfer-Drama verscheucht

Deutschland - Italien 1:1 (6:5 i.E.)
Nachdem Manuel Neuer gehalten hatte, war es Jonas Hector, der das DFB-Team ins Halbfinale der UEFA EURO 2016 gegen Italien schoss.

  • Nach acht sieglosen Spielen bei Europa- oder Weltmeisterschaften setzt sich Deutschland durch einen dramatischen 6:5-Erfolg im Elfmeterschießen erstmals gegen Italien durch
  • Für die Führung in der regulären Spielzeit sorgt Mesut Özil Mitte der zweiten Halbzeit
  • Nach Handspiel von Jérôme Boateng im Strafraum erzielt Italien per Elfmeter durch Leonardo Bonucci den Ausgleich
  • Im Elfmeterschießen scheitern Ösil, Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger, während Manuel Neuer den Ball von Matteo Darmian hält und Jonas Hector mit dem 18. Elfmeter zum Sieg trifft
  • Im Halbfinale am kommenden Donnerstag spielt Deutschland in Marseille gegen den Sieger der Partie zwischen Frankreich und Island


Noch nie hatte Deutschland gegen Italien ein Pflichtspiel gewinnen können, auch diesmal schafften sie es nicht auf spielerische Weise, sondern durch ein an Spannung kaum zu überbietendes Elfmeterschießen, das in die Geschichte eingehen wird.

Mit der ersten Überraschung wartete Bundestrainer Joachim Löw bereits auf, als im Stade de Bordeaux die Mannschaftaufstellung bekannt gegeben wurde. Für den zuletzt überragenden Julian Draxler, der erst später kam, rückte Benedikt Höwedes in die Mannschaft, weil der Coach mit einer Dreierkette spielen ließ, obwohl die bisherige Viererkette bei dieser Endrunde noch keinen Treffer kassiert hatte. Wichtigste Personalie bei den Italienern war das Fehlen von Mittelfeldstar Daniele De Rossi, der an einer Oberschenkel litt, aber immerhin auf der Bank saß.

Dorthin musste nach bereits einer Viertelstunde Sami Khedira wechseln, der sich offenbar wieder an der Leiste verletzte; für ihn kam Bastian Schweinsteiger, dem Manuel Neuer sofort die Kapitänsbinde übereignete. Es war sein 37. Einsatz bei einem großen Turnier, womit er mit Rekordmann Miroslav Klose gleichzog.

Nachdem bislang auf dem Rasen wegen mangelnder Risikobereitschaft beider Teams sonst nichts Nennenswertes passiert war, gab es wenige Minuten später den Ansatz einer Chance, als Hummels den Ball in den italienischen Strafraum spielte, wo ihn Mario Gomez aber nicht unter Kontrolle bekam.

Doch in der 27. Minute brachte Schweinsteiger den Ball mit dem Kopf im Kasten unter, aber weil er zuvor Mattia De Sciglio zu Boden gerissen hatte, wurde der Treffer nicht gegeben. Und fünf Minuten vor dem Pausenpfiff gab es erneut Aufregung. Erst köpfte Gomez einen Ball von Kimmich über den Kasten, dann war es erneut Kimmich, der für Thomas Müller auflegte, dem aber auch diesmal nicht sein erster Turniertreffer gelang.

Und dann wurden auch die Italiener gefährlich. Nachdem Joshua Kimmich das Abseits aufgehoben hatte, legte Emanuele Giaccherini den Ball von der Grundlinie zurück, der wurde auf Stefano Sturaro abgelenkt, der es mit einem strammen Schuss versuchte, den Jérôme Boateng mit Glück noch am langen Pfosten vorbei zur Ecke ablenkte. Eine erste Halbzeit ging zu Ende, der es an wirklich großen Höhepunkten mangelte.

Die erste große Chance im zweiten Abschnitt, der zunächst von Italien beherrscht wurde, hatte abermals Müller. Gomez bediente am Strafraumrand den Bayern-Stürmer, der sich gegen Giorgio Chiellini durchsetzte und mit dem linken Fuß abzog - Alessandro Florenzi warf sich in den Schuss und lenkte die Kugel zur Ecke ab.

Nun hatte wieder Deutschland mehr vom Spiel und ging in Führung. Einen langen Ball von Manuel Neuer erreichte Gomez, der Jonas Hector bediente, und der Kölner versuchte es mit einem Rückpass, der - abgelenkt von Leonardo Bonucci - bei Özil landete. Und der Arsenal-Star ließ Gianluigi Buffon aus kurzer Distanz keine Chance. Für die Torhüterlegende war es der erste Gegentreffer bei diesem Turnier.

Und fast wäre der zweite dazugekommen, denn Gomez nahm nach Zuspiel von Ösil den Ball mit der Brust an, drehte sich und versuchte es mit einem Kunstschuss per Hacke, den der Juve-Schlussmann reaktionsschnell hielt. Das hätte die Vorentscheidung sein können.

Stattdessen kamen die Italiener zum Ausgleich. Zwölf Minuten vor dem Ende nahm Boateng im Strafraum unglücklich die Hand zur Hilfe, Bonucci verwandelte den Elfmeter und sorgte so dafür, dass auch Neuer sein erstes Gegentor kassierte.

Eine Minute vor Ende der regulären 90 Minuten erhielt Mats Hummels eine Gelbe Karte, die bedeutet, dass er beim Erreichen des Halbfinals nicht hätte dabei sein können.

Dies hätte er sicherlich in Kauf genommen, wenn Deutschland bis dahin kommen würde, doch die erste Halbzeit der Verlängerung blieb ohne Tor, aber fast wäre Draxler zu Beginn des zweiten Abschnitt ein Tor per Rückzieher gelungen, doch der Ball strich über die Latte.

Auf der anderen Seite war es Lorenzo Insigne, der mit einer passablen Chance aus spitzem Winkel an Neuer scheiterte.

Und so kam es zum Elfmeterschießen, zum ersten unter Löw als Cheftrainer. Die ersten beiden Schützen trafen, ehe Simone Zaza und Thomas Müller das Ziel verfehlten und auch Özil verschoss. Dem machte es Graziano Pellè nach, ehe Neuer den Ball von Bonucci  hielt und Schweinsteiger alles hätte klarmachen können, jedoch die Kugel über den Kasten hob. Doch als Neuer erneut hielt und Hector traf, kannte der Jubel keine Grenzen mehr.

Spieler des Spiels: Manuel Neuer (Deutschland)
Zwei große Torhüter standen sich in Bordeaux gegenüber, aber es war Neuer, der den Unterschied im Elfmeterschießen ausmachte. Seine Präsenz im gesamten Spiel verhalf seiner Mannschaft zu einem historischen Sieg.

Löws Spiel mit dem Feuer
Der deutsche Trainer hatte vor der Partie angekündigt, sein Team an die italienischen Gegebenheiten anpassen zu wollen, aber die taktische Aufstellung der der Azzurri anzunähern, das hatte kaum jemand erwartet. Es schien zu funktionieren, als Hector von seiner Außenverteidigerposition nach vorn rückte, um das Tor von Özil vorzubereiten. Doch schließlich kassierte Deutschland den ersten Gegentreffer bei diesem Turnier.

Ethik der Azzurri
Zwei wichtige Spieler fehlten in Daniele De Rossi und Antonio Candreva, aber einmal mehr bewies das Team von Antonio Conte, dass es mehr ist als nur die Summe ihrer Einzelbestandteile. Am Ende schied Italien zwar aus, aber auch in dieser Partie gaben sie nie auf und hatten den Weltmeister am Rande einer Niederlage.

Meinung des Teamreporters
Philip Röber, Deutschland (@UEFAcomPhilipR)

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen Fehlern und zu wenig Tempo im Aufbauspiel, da hat Deutschland den Italienern in die Karten gespielt. Gut hat das Gegenpressing funktioniert. Nach der Pause sah das phasenweise richtig gut aus, aber Italien bekommt man nicht so einfach ausgeknockt. Roulette bleibt Roulette, und diesmal fiel die Kugel in den aus deutscher Sicht richtigen Schacht.

Letzte Aktualisierung: 15.07.16 19.06MEZ

http://de.uefa.com/uefaeuro/season=2016/matches/round=2000449/match=2017903/postmatch/report/index.html#azzurri+fluch+vorbei

Aufstellungen

Deutschland

Deutschland

Italien

Italien

1
NeuerManuel Neuer (TW) (K)
1
BuffonGianluigi Buffon (TW) (K)
3
HectorJonas Hector
2
De SciglioMattia De Sciglio
Yellow Card57
4
HöwedesBenedikt Höwedes
3
ChielliniGiorgio Chiellini
Substitution120+1 Verl.
5
HummelsMats Hummels
Yellow Card90
8
FlorenziAlessandro Florenzi
Substitution86
6
KhediraSami Khedira
Substitution16
9
PellèGraziano Pellè
Yellow Card91 Verl.
8
ÖzilMesut Özil
Goal65
14
SturaroStefano Sturaro
Yellow Card56
13
MüllerThomas Müller
15
BarzagliAndrea Barzagli
17
BoatengJérôme Boateng
17
ÉderÉder
Substitution108 Verl.
18
KroosToni Kroos
18
ParoloMarco Parolo
Yellow Card59
21
KimmichJoshua Kimmich
19
BonucciLeonardo Bonucci
Goal78
23
GomezMario Gomez
Substitution72
23
GiaccheriniEmanuele Giaccherini
Yellow Card103 Verl.

Ersatzspieler

12
LenoBernd Leno (TW)
12
SiriguSalvatore Sirigu (TW)
22
ter StegenMarc-André ter Stegen (TW)
13
MarchettiFederico Marchetti (TW)
2
MustafiShkodran Mustafi
4
DarmianMatteo Darmian
Substitution86
7
SchweinsteigerBastian Schweinsteiger
Substitution16
Yellow Card112 Verl.
5
OgbonnaAngelo Ogbonna
9
SchürrleAndré Schürrle
6
CandrevaAntonio Candreva
10
PodolskiLukas Podolski
7
ZazaSimone Zaza
Substitution120+1 Verl.
11
DraxlerJulian Draxler
Substitution72
11
ImmobileCiro Immobile
14
CanEmre Can
16
De RossiDaniele De Rossi
15
WeiglJulian Weigl
20
InsigneLorenzo Insigne
Substitution108 Verl.
16
TahJonathan Tah
21
BernardeschiFederico Bernardeschi
19
GötzeMario Götze
22
El ShaarawyStephan El Shaarawy
20
SanéLeroy Sané

Trainer

Joachim Löw (GER) Antonio Conte (ITA)

Schiedsrichter

Viktor Kassai (HUN)

Schiedsrichter-Assistenten

György Ring (HUN), Vencel Tóth (HUN)

Vierter Offizieller

Szymon Marciniak (POL)

Zusätzliche Assistenten

Tamás Bognar (HUN), Ádám Farkas (HUN)

Legende:

  • ToreTore
  • EigentorEigentor
  • StrafstößeStrafstöße
  • Verschossene ElfmeterVerschossene Elfmeter
  • reds_cardRote Karten
  • yellow_cardsGelbe Karten
  • yellow_red_cardsGelb-Rote Karte
  • AuswechslungAuswechslung