Die offizielle Website des europäischen Fußballs

Technische Themen

Technische Themen

"Der allgemeine Eindruck des Turniers 2014 ist, dass die Spiele hart umkämpft waren und auf einem sehr hohen Niveau stattfanden. Die Mannschaften mussten auch in der Breite sehr gut aufgestellt sein", berichtete Hope Powell, die technische Beobachterin der UEFA. "Dass die Mannschaft der Niederlande so stark war, lag meiner Meinung nach auch daran, dass sie Ersatzspielerinnen hatten, die auf dem gleichen Niveau wie die Stammspielerinnen agierten."

Bei einer Endrunde dabei zu sein, war neu für uns. Es war uns wichtig, zu zeigen, dass wir mithalten können
Kristiaan Van Der Haegen
Wir wollen das Turnier gewinnen. Wir wollen gut spielen, gewinnen und den Pokal holen
André Koolhof
Die Türhüterinnen agierten auf einem so hohen Level, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe
Hope Powell

Jarmo Matikainen, das andere Mitglied des Technischen Teams der UEFA, fügte hinzu: "Das Turnier hat auch gezeigt, dass der Frauenfußball in dieser Altersklasse dem Spiel der A-Nationalmannschaften immer ähnlicher wird. Das liegt auch an der Besetzung und der Qualität der Personen, die im Hintergrund arbeiten. Ich würde sagen, die Mannschaften haben taktisch ausgereifter agiert, weil mehr Mittel in die Analyse gesteckt wurden. Die Trainer und ihre Assistenten haben wirklich sehr hart gearbeitet."

Turniere in dieser Altersklasse führen normalerweise zu dem Dilemma, auf Entwicklung und Ergebnisse gleichermaßen Wert legen zu müssen. In dieser Hinsicht war die Veranstaltung in Norwegen keine Ausnahme. Die Leistungen waren beeinflusst von den Erwartungen. Gareth Evans bemerkte: "Wir haben einfach nur versucht, ein Spiel bei einer europäischen Endrunde zu gewinnen." So etwas war Schottland auf diesem Niveau zuvor noch nie gelungen. Belgiens Kristiaan Van Der Haegen gab zu: "Bei einer Endrunde dabei zu sein, war neu für uns. Es war uns wichtig, zu zeigen, dass wir mithalten können." David Connell, Trainer der Debütantinnen aus Irland, meinte: "Für die Mädchen ist es ein großer Schritt. Wir müssen schauen, wie sie das verarbeiten." Der Engländer Brent Hills, der im weiteren Verlauf des Reports noch einmal zu Wort kommen wird, behauptete, dass sein junges Team versuchen würde, "jedes Spiel zu gewinnen, aber auch so viel wertvolle Erfahrung wie möglich sammeln" wolle. Der niederländische Trainer André Koolhof gehörte zu denjenigen, die eher ergebnisorientiert an die Sache herangingen. "Wir wollen das Turnier gewinnen. Wir wollen gut spielen, gewinnen und den Pokal holen", sagte er vor dem ersten Anstoß in Norwegen. Später erklärte er: "In diesem Alter sollte man lernen, wie man spielen muss, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Wir sprechen von jungen, enthusiastischen Mädchen, die es gewohnt sind, anzugreifen. Nun sollten sie lernen, dass es Momente gibt, in denen es besser ist, auch mal das Tempo aus dem Spiel zu nehmen und nicht ganz so forsch anzugreifen, wie wir es normalerweise tun. Das ist ein wichtiger Bestandteil des Trainings in diesem Alter."

©UEFA.com

Hope Powell bei der Endrunde

Hinten beginnen
"Die Türhüterinnen agierten auf einem so hohen Level, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe", sagte Hope Powell. "Darüber haben wir von Beginn des Turniers an bis zum Ende gesprochen, weil es ein offensichtliches Merkmal dieser Endrunde war. Bei den Spielen, die ich gesehen habe, gab es keine schlechten Leistungen oder spielentscheidenden Fehler." Das ist auch der Grund, warum sich die technischen Beobachter der UEFA so schwer taten, eine Torhüterin für die Mannschaft des Turniers auszuwählen. Selbst wenn man zwei ausgewählt hätte, wäre man den Leistungen der anderen sechs nicht gerecht geworden. Bei den beiden Torwärterinnen, die im Finale zwischen den Pfosten standen, hob das Technische Team die Qualität und die Spielintelligenz der niederländischen Torfrau Jennifer Vreugdenhil und die schnelle Beweglichkeit der Spanierin Sara Serrat hervor. Ein ähnlich großes Lob erhielt die Schwedin Zecira Musovic für ihr Können im Spielaufbau. Aber auch Belgiens Justein Odeurs mit ihren "fantastischen Händen" und die beiden sich abwechselnden norwegischen Torhüterinnen Aurora Mikalsen und Cecilie Fiskerstrand bekamen viele Komplimente. Es mag in diesem Zusammenhang etwas eigenartig klingen, dass ausgerechnet die schottische Torfrau Megan Cunningham (die in drei Spielen sieben Gegentore hinnehmen musste) geehrt wurde. Doch das Technische Team hob ihren Anteil an der Leistung ihrer Mannschaft hervor und erkannte die Tatsache hoch an, dass es hauptsächlich an ihrem Können im Eins-gegen-Eins lag, dass ihr Team gegen Belgien kein Gegentor kassierte.

Die Arbeit der spezialisierten Torwarttrainer in jüngster Zeit trug in Norwegen auf jeden Fall Früchte. "Es ist noch nicht lange her, da haben wir Feldspielerinnen gesehen, die die Abstöße ausführten, weil die Torhüterin nicht kräftig genug dafür war", erinnerte sich Powell. "Bei diesem Turnier hat das Torwartspiel ein professionelles Niveau erreicht." Diese Theorie wird von den statistischen Werten gestützt, wonach 2013 noch 20 Prozent der Tore aus dem Spielverlauf heraus aus Fernschüssen resultierten. Diese Erfolgsquote sank in Norwegen rapide. Dies sieht man an den Torstatistiken, die später in diesem Bericht noch erwähnt werden.

©Sportsfile

Sara Serrat war sehr ruhig vor dem Finale

Das Lob für die Torhüterinnen beinhaltete nicht nur Anerkennung für das Abwehren von Schüssen. Die Statistiken zeigen, dass das Parieren von Schüssen, die aufs Tor kamen, nur einen Teil der Torhüterarbeit ausgemacht hat. Die spanische Torfrau beispielsweise musste in den vier Spielen auf dem Weg ins Finale insgesamt nur bei sechs Schüssen auf ihr Tor eingreifen. Mehr zu tun hatten sie und ihre Kolleginnen mit Aufgaben, die einmal der Libero ausführte. Der generelle Trend geht dahin, das Spiel richtig zu lesen und gefährliche Situationen zu antizipieren. Dazu gehört, dass man schnell und mutig aus dem Tor herauskommt und – wenn nötig – auch Angriffe der Gegnerinnen außerhalb des Strafraums klärt.

"Das hat dem Abwehrspiel eine neue Facette gegeben", merkte Powell an. "Es war auffällig, dass die Abwehrspielerinnen mehr Vertrauen zu ihren Torhüterinnen hatten und sie auch als zusätzliche Anspielstation beim Aufbauspiel nutzten. Die Fähigkeiten der Torhüterinnen, Angriffe oder Konterattacken einzuleiten, war auch darin zu sehen, wie die Mannschaften sich ausrichteten, wenn die Torhüterinnen am Ball waren."

Spieler und Formationen
Der Trend hin zu einem verstärkten Aufkommen von 4-3-3-Formationen war auch bei der Endrunde in Norwegen nicht zu übersehen. Alle Teams, einschließlich Schweden, wählten mindestens in einer Partie während des Turniers dieses System. Calle Barrlings Schweden lief in einem klassischen 4-4-2 auf – und das enorm effizient. Mit zwei Viererketten konnte man die Räume so eng halten, dass die Gegner kaum ein Durchkommen hatten. Schweden gehörte damit zu den Teams, die von den Trainern als "schwer ausspielbar" eingestuft wurden und offensichtlich viele Trainingsstunden investiert hatten, um eine solch gute Defensivorganisation zu erhalten. Doch auch Schweden wechselte in den letzten zehn Minuten des Gruppenspiels gegen Irland auf ein 4-3-3, da man zu diesem Zeitpunkt 1:2 zurücklag und unbedingt einen Sieg brauchte. Derweil stellte England in der Schlussphase des Auftaktspiels beim Spielstand von 0:2 gegen Schweden von 4-3-3 auf 4-4-2 um und ließ Linksverteidigerin Rosella Ayane als zweite Spitze agieren.

Jarmo Matikainen (rechts), der technische Beobachter der UEFA, spricht über die Endrunde

Auch sonst gab es viele Variationen und Anpassungen. Schottland wechselte je nach Spielsituation zwischen einem 4-4-2 und einem 4-3-3, was besonders nach einem katastrophalen Start im Spiel gegen die Niederlande nach einer halben Stunde der Fall war. Belgiens Formation schwankte zwischen einem 4-1-3-2 und einem 4-4-2 (mit Raute), allerdings setzte man im letzten Spiel gegen die Niederlande wie der Gegner auf ein 4-3-3.

Die Europameisterinnen aus den Niederlanden und die Schwedinnen spielten mit zwei defensiven Mittelfeldspielerinnen, während Schottland und Belgien zwischen einer und zwei Spielerinnen vor der Abwehr wechselten, je nach taktischer Ausrichtung der gesamten Mannschaft. Spanien begann mit einer Doppelsechs und einer offensiven Mittelfeldspielerin. Nach der Niederlage gegen Irland aber stellte Jorge Vilda sein Dreieck praktisch auf den Kopf und Maitane López als "Abräumerin" ins defensive Mittelfeld. Die anderen Mannschaften agierten hauptsächlich mit einer Spielerin vor der Viererkette, wobei England und Belgien auf dieser zentralen Position mehr als eine Spielerin aufstellten.

Die Spieleranalyse bestätigte den Trend weg von der traditionellen Spielmacherin, auch wenn die niederländische Mittelfeldspielerin Inessa Kaagman mit ihrer Übersicht und ihrer Qualität, den entscheidenden Pass zu spielen, brillierte. Die technischen Beobachter der UEFA führten an, dass die meisten herausragenden Mannschaften statt einer Spielmacherin in jedem Mannschaftsteil eine Führungsspielerin hatten. Mit steigender technischer Qualität nehme demnach auch die Bedeutung von Führungsqualitäten zu.

©Sportsfile

Schwedens Calle Barrling

Die nationale DNA
Schwedens Trainer Calle Barrling, der auf diesem Niveau schon zehn Jahre Erfahrung hat, sagte: "Wir sind alle Zeugen einer schnellen Entwicklung im Frauenfußball, besonders was die Professionalität in der Vorbereitung und die taktischen Fähigkeiten angeht. Es ist dennoch interessant, dass nationale Identitäten immer noch sichtbar sind. Die Konzepte und Philosophien ähneln zwar einander. Aber sie werden unterschiedlich interpretiert und angewandt, abhängig von der nationalen DNA eines jeden Landes."

Eines der markanten Merkmale des Turniers 2014 war die Vielfalt der Spielstile. Barrling sagte dazu: "Wir sind es vielleicht schon zu sehr gewohnt, gegen Norwegen zu spielen. Deshalb war es gut, in einer Gruppe auf drei unterschiedliche Stilrichtungen und damit auf drei unterschiedliche Herausforderungen zu treffen."

England stellte Schweden vor die Herausforderung, gegen ein schnelles Passspiel mit vielen Positionswechseln zu agieren. Die Spanierinnen legten gemäß der nationalen Philosophie viel Wert auf Ballbesitz und Kombinationsspiel. Und die Republik Irland demonstrierte nach den Worten von Trainer David Connell "den Kampfgeist, der Teil unserer Kultur ist". Die Hingabe und Disziplin der irischen Mannschaft waren die Basis für ein bemerkenswertes Debüt. Zweimal verwandelte sie einen 0:1-Rückstand in einen Sieg, ehe ihr im Halbfinale gegen die Niederlande die Puste ausging.

©Sportsfile

Die Niederländerinnen trafen nach einer Flanke

Erfolg durch Standards
Vier der fünf irischen Tore resultierten aus Standardsituationen: Ein Eckball und drei Freistöße, einer davon direkt (das Siegtor gegen Schweden durch Megan Connolly). Der Erfolg von Irland war ein Beweis dafür, dass sich das Einstudieren von Standardsituationen im Training durchaus lohnt. Auf der anderen Seite erzielten sie alleine mit ihren vier Toren fast die Hälfe aller Treffer nach ruhenden Bällen im gesamten Turnier. Schottland, Spanien und die Niederlande markierten ebenfalls Tore nach Standards. Neben Irland waren nur die Niederländerinnen mit einem direkten Freistoß erfolgreich (Inessa Kaagman gegen Belgien). Aus insgesamt 105 Ecken resultierten vier Tore, zwei davon erzielten die Spanierinnen. Sie waren auch fast die einzigen, die es mit kurz ausgeführten Ecken probierten. Wegen ihrer physischen Statur waren die Spanierinnen bei Eckbällen eher erst durch Nachschüsse als durch die direkte Verwertung gefährlich. Die Anzahl der Eckbälle sank übrigens im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Turnieren mit jeweils 131 Ecken um 20 Prozent.

Die Erfolgsquote von einem Tor pro 26 Eckbällen in Norwegen liest sich jedoch ganz ordentlich im Vergleich zu anderen UEFA-Wettbewerben, in denen nur nach jedem 40. Eckball ein Tor fällt. Unter den Trainern von Nachwuchsmannschaften wird nun diskutiert werden, wie viel Zeit man produktiv für das Einstudieren von Standardsituationen investieren sollte.

Wie die Tore geschossen wurden
Beim Turnier in Norwegen wurden 36 Tore erzielt, 2013 waren es 40. Wenn man die Entstehung der Tore genauer unter die Lupe nimmt, erkennt man, dass auch der Diagonalpass in den Strafraum wieder zum Erfolg führen kann. 2012 noch war das der Spielzug, der am häufigsten zu Toren führte, 2013 fielen aus solchen Situationen heraus aber gar keine Tore. Ebenfalls auffällig war, dass in Norwegen nur ein Tor nach einer Flanke erzielte wurde (von den Niederländerinnen gegen Irland). 2013 noch fielen 20 Prozent der Tore nach Flanken. Hier gibt es aber auch Abstufungen zu beachten. Spaniens zweites Tor gegen Schweden resultierte aus einem gelupften Pass von der linken Seite. Aufgrund der Position der Passgeberin, Linksverteidigerin Nuria Garrote, konnte die Aktion klar als Diagonalpass gewertet werden. Dazu kommen noch zwei Eigentore nach Flanken von rechts und links für Schweden gegen England beziehungsweise für die Niederlande gegen Schottland.

Zur "Erfolgsgeschichte" in Norwegen zählt zweifellos, dass ein Drittel aller Tore aus dem Spiel heraus nach vertikalen Pässen geschossen wurden. Das ist der statistische Beleg für die Sichtweise der UEFA-Beobachter, dass sich das Passspiel vom Mittelfeld in den Angriff signifikant verbessert hat.

Verbesserungen wurden auch im körperlichen Bereich festgestellt. Für Jarmo Matikainen zeigt das Turnier, dass "die körperlichen Anforderungen immer höher werden". Die Analyse, wann die Tore erzielt wurden, bestärkt den Eindruck, dass die Kräfte in den letzten Minuten der Spiele nicht schwanden. Die Tore fielen auffällig gut verteilt während der 90 Minuten. Dennoch bleibt die körperliche Vorbereitung eines der Hauptanliegen der Trainer. Zum einen wegen des Zeitpunkts der Endrunde, zum anderen aber auch wegen der Zweifel bezüglich des Fitnesstrainings in den Vereinen. Diese Themen werden an anderer Stelle dieses Berichts angesprochen.

Torverteilung
KategorieAktionDefinitionTore
StandardEckeDirekt aus oder nach einer Ecke4
StandardFreistoß direktDirekt aus einem Freistoß2
StandardFreistoß indirektNach einem Freistoß3
StandardStrafstoßElfmeter (oder Nachschuss)0
StandardEinwurfNach einem Einwurf0
Aus dem Spiel herausSpielzugDoppelpass oder eine Kombination von drei oder mehr Spielern2
Aus dem Spiel herausFlankeHereingabe von außen1
Aus dem Spiel herausZurückgelegtRückpass von der Grundlinie4
Aus dem Spiel herausDiagonalpassDiagonaler Pass in den Strafraum5
Aus dem Spiel herausLauf mit dem BallDribbling und Abschluss aus kurzer Distanz oder Dribbling und Pass2
Aus dem Spiel herausDistanzschussDirekter Schuss oder Schuss und Abstauber1
Aus dem Spiel herausPass nach vornePass durch die Gasse oder über die Abwehr9
Aus dem Spiel herausAbwehrfehlerSchlechter Rückpass oder Torwartfehler1
Aus dem Spiel herausEigentorEigentor des Gegners2
  Gesamt36

Anzahl der Tore Jahr für Jahr

JahrGruppeK.-o.-SpieleGesamtDurchschnitt
 2003 45 8 53 3,53
 2004 44 12 56 3,73
 2005 48 12 60 3,75
 2006 31 8 39 2,60
 2007 34 11 45 3,00
 2008 34 7 41 2,73
 2009 38 12 50 3,33
 2010 52 5 57 3,80
 2011 36 18 54 3,60
 2012 20 6 26 1,73
 2013 31 9 40 2,67
 2014 297 36 2,40


Zeitpunkt der Tore

MinutenTore
2014
%
1-15617
16-30514
31-45617
46-60719
61-75617
76-90514
90+12

Die Flügel ausnutzen
Gemäß des Trends in Richtung eines 4-3-3-Systems setzten fast alle Teams in Norwegen Flügelspielerinnen ein – klare Beispiele dafür lieferten die beiden Finalisten. Drei der fünf Stürmerinnen, die in die UEFA-Mannschaft des Turniers gewählt worden sind, agierten auf den Flügeln. Zahlreiche weitere Flügelspielerinnen kamen in die engere Auswahl, wie die Schottin Elizabeth Arnot, deren Dribbelkünste auf der linken Seite immer wieder für Gefahr sorgten. Auch Norwegens Marie Markusson oder die Belgierin Lola Wijnblum sind Beispiele dafür. Sie wurden entweder auf den Flügeln oder auf eher zentraleren Positionen eingesetzt, je nach Spielformation. Das Turnier unterstrich die Notwendigkeit, Spielerinnen zu entwickeln, die auf den Flanken in Eins-gegen-Eins-Situationen erfolgreich sein können.

Der auffällige Unterschied
Beim Finale in Oslo konnte man zwei Ausprägungen von „Stürmerinnen“ sehr gut unterscheiden: Auf der einen Seite die körperlich starke Nummer 9 der Niederlande, Vivianne Miedema, auf der anderen Seite die kleine, wendige Spanierin Nahikari García. In Norwegen war Miedema insofern eine Ausnahme, als dass sie allein in dreieinhalb Spielen sechs Tore erzielte. Die anderen 30 Tore markierten 23 verschiedene Spielerinnen. Den Trainern von Nachwuchsmannschaften stellt sich die Frage, ob der Trend zum 4-3-3 die Anzahl der spezialisierten, traditionellen Stürmer und auch die Nachfrage nach ihnen sinken lässt. Sollte die bemerkenswerte Verbesserung der technischen Fähigkeiten einhergehen mit der Verbesserung bei der Entwicklung eines Endprodukts oder mit der Fähigkeit im Torabschluss? Die folgenden Tabellen zeigen, wie oft in den 1350 Spielminuten in Norwegen auf das Tor gezielt wurde.

Belgien

GegnerTorschüsseSchüsse vorbeiGeblocktAluminiumGesamt
Schottland382013
Norwegen33006
Niederlande741012
Gesamt13153031

England

GegnerTorschüsseSchüsse vorbeiGeblocktAluminiumGesamt
Schweden639018
Republik Irland676119
Spanien14106
Gesamt131416143

Niederlande

GegnerTorschüsseSchüsse vorbeiGeblocktAluminiumGesamt
Norwegen15117
Schottland62008
Belgien365014
Republik Irland923014
Spanien370010
Gesamt22229153

Norwegen

GegnerTorschüsseSchüsse vorbeiGeblocktAluminiumGesamt
Niederlande780115
Belgien551011
Schottland1350018
Spanien14207
Gesamt26223151

Republik Irland

GegnerTorschüsseSchüsse vorbeiGeblocktAluminiumGesamt
Spanien461011
England533011
Schweden532010
Niederlande375015
Gesamt171911047

Schottland

GegnerTorschüsseSchüsse vorbei
GeblocktAluminiumGesamt
Belgien740111
Niederlande452111
Norwegen08119
Gesamt11173331

Spanien

GegnerTorschüsseSchüsse vorbeiGeblocktAluminiumGesamt
Republik Irland791117
Schweden271110
England636115
Norwegen934016
Niederlande275014
Gesamt262917372

Schweden

GegnerTorschüsseSchüsse vorbeiGeblocktAluminiumGesamt
England263011
Spanien03104
Republik Irland456015
Gesamt61410030

Anmerkung: Schüsse, die am Aluminium landeten, zählen als Schüsse auf das Tor, wenn sie von einem Torwart oder Verteidiger abgefälscht wurden, und als Schüsse vorbei, wenn es direkt ans Aluminium ging.

https://de.uefa.com/womensunder19/season=2014/technical-report/technical-topics/index.html#technische+themen