England holt gegen Schweden den Titel

Schweden - England 0:2
Toni Duggan und Jordan Nobbs erzielten innerhalb von vier Minuten zwei Tore und sorgten so für den ersten U19-Titel Englands.

Die UEFA-U19-Europameisterschaft für Frauen des Jahres 2009 war ein Schritt ins Ungewisse. Belarus war zum ersten Mal Ausrichter eines Endrunden-Turniers - und sie enttäuschten nicht.

Durch die beiden Tore von Toni Duggan und Jordan Nobbs innerhalb von vier Minuten der ersten Halbzeit hat sich England gegen Schweden erstmals den Titel bei einer UEFA-U19-Europameisterschaft gesichert.

Revanche missglückt
Beide Mannschaften hatten sich bereits in der Vorrunde gegenübergestanden, als sich England sogar mit 3:0 durchsetzen konnte. Doch zwölf Tage später standen im Finale in Borisov nur noch sechs Schwedinnen von der Auftaktpartie in der Startformation. Das 1:0 in der 33. Minute durch Duggan entsprang einer schönen Mannschaftsleistung, während der zweite Treffer ein individuelles Glanzstück von Nobbs war, die den Ball aus 35 Metern Entfernung unter die Latte beförderte. Zwar zeigte sich Schweden in der zweiten Halbzeit verbessert, aber am Erfolg von England gab es nichts zu deuteln. Der neue Europameister hat damit in neun Spielen in Folge keinen Gegentreffer hinnehmen müssen.

Nervöser Beginn
Beide Mannschaften begannen nervös, denn auch die Schweden hatten diesen Titel noch nie gewonnen, sieht man von 1999 an, als damals noch eine U18-EM ausgetragen wurde. Spielführerin Michelle Hinnigan schüttelte als erste die Nervosität ab, als sie einen gefährlichen Angriff des Favoriten einleitete, doch den Schuss von Isobel Christiansen lenkte Hilda Carlén um den Pfosten. Bei der anschließenden Ecke machte die Torhüterin keine so gute Figur, als sie am Ball von Hinnigan vorbeigriff, ehe er bei Gilly Flaherty am langen Pfosten landete. Auf der Linie klärte jedoch Josefine Alfsson.

Doppelschlag
Ein Großteil der 4 500 Fans im Gorodskoi-Stadion feuerte enthusiastisch "Ánglija" an, und in der 33. Minute kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr, als Duggan ihr viertes Turniertor erzielte. Wieder war Hinnigan der Ausgangspunkt, ihr Ball wurde über Flaherty, Christiansen und Jade Moore auf Duggan gespielt, die sich die Chance nicht entgehen ließ. Schweden allerdings hatte in den letzten drei Spielen jeweils zurückgelegen, um am Ende noch zu gewinnen, so dass noch immer alle Chancen da waren. Diese aber erhielten vier Minuten später einen echten Dämpfer. Zunächst stand Carlén brillant gegen Hinnigan ihre Frau, aber beim Gewaltschuss von Nobbs hatte sie keine Chance.

Jakobsson ohne Durchschlagskraft
Blågult war erschüttert. Calle Barrling nahm in der Halbzeit eine Umstellung vor, indem sie Jenny Hjohlman brachte, die Sofia Jakobsson - einzige Spitze bei Schweden - unterstützen sollte, aber die mit fünf Treffern letztlich als Toptorjägerin ausgezeichnete Stürmerin, die im Halbfinale gleich dreimal getroffen hatte, kam nicht richtig ins Spiel, zu genau wurde sie gedeckt. Um ein Haar hätte England sogar noch den dritten Treffer erzielt, doch Duggan und Moore scheiterten. Dies aber tat der Freude um den ersten Titel keinen Abbruch mehr. Stolz nahmen die jungen Ladys aus England ihre Siegermedaillen von UEFA-Präsident Michel Platini entgegen.

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