Fleißige Hussein glänzt in Antalya

Riem Hussein, 31-jährige Apothekerin und Schiedsrichterin, ist eine sehr begabte Persönlichkeit, die derzeit bei der UEFA-U19-Europameisterschaft für Frauen in Antalya im Blickpunkt steht: "Ich genieße dieses Turnier sehr."

Schiedsrichterin Riem Hussein genießt die Zeit in der Türkei
Schiedsrichterin Riem Hussein genießt die Zeit in der Türkei ©Sportsfile

Die deutsche Mannschaft hat sich nicht für die UEFA-U19-Europameisterschaft für Frauen in der Türkei qualifiziert, dafür steht jetzt die deutsche Schiedsrichterin Riem Hussein im Blickpunkt. Die 31-jährige Apothekerin hat einen beeindruckenden Lebenslauf, aber wie sie gegenüber UEFA.com erklärte, will sie ihren Erfahrungsschatz weiter ausweiten.

"Ich genieße dieses Turnier sehr", sagte Hussein, die am Abend die Partie in Gruppe A zwischen den Gastgebern und Rumänien leiten wird. "Ich habe bislang viel von den sehr erfahrenen Beobachtern gelernt, und die Arbeit, die die Schiedsrichterinnen und die Assistentinnen leisten, ist großartig. Auch das Wetter hier in der Türkei hat uns eine gute Zeit beschert."

Die frühere Stürmerin vom MTV Wolfenbüttel beendete 2005 ihre Karriere und hatte keine Probleme beim Übergang von der Spieler- zur Schiedsrichterkarriere. "Anfangs ist man tief drinnen gewissermaßen immer noch eine Spielerin", erklärte sie. "Aber je länger man als Schiedsrichterin tätig ist, desto leichter wird es. Es hat ein wenig Zeit in Anspruch genommen, aber es war einfach, weil man sich auf seine Arbeit und seine Pflichten fokussiert. Ich habe es schon immer gesagt, dass es ein Vorteil ist, wenn man selbst gespielt hat. Man erkennt sofort ein Foul und man versteht die Reaktion der Spielerinnen. Das hilft ungemein."

Hussein kennt sich aus mit großen Spielen, da sie 2010 das deutsche Pokalfinale der Frauen geleitet hatte. "Es waren mehr als 26 000 Zuschauer im Stadion", sagte sie. "Das kommt nicht alle Tage vor, nicht einmal in Deutschland, und das Spiel wurde live im Fernsehen gezeigt. Die Partie lief richtig gut, das war ein Moment, den ich niemals vergessen werde."

Als Schiedsrichter wird man immer wieder auf eine harte Probe gestellt, doch Hussein ist überzeugt, dass sie die notwendige Herangehensweise gefunden hat. "Ich denke, es kommt auf die mentale Vorbereitung an. Eine Ecke zu geben, die Mauer zu stellen - diese Dinge müssen automatisch ablaufen. Darüber sollte man nicht nachdenken müssen. Im Frauenfußball haben wir nicht so viele Spiele von großem öffentlichen Interesse, aber wenn man sich konzentriert und an sich sowie seine Fähigkeiten glaubt, dann hilft es dabei, mit dem Druck umgehen zu können."

Die mannigfach begabte Hussein überzeugt nicht nur als Schiedsrichterin, sondern hat auch noch einen Job als Apothekerin. Studiert hat sie an der angesehenen Technischen Universität Braunschweig. "Ich bin Kundenberaterin, und zu Hause betreibt mein Vater ein Familienunternehmen", sagte sie. "Mein Bruder und meine Schwester arbeiten auch da, wir haben viel Kontakt mit anderen Menschen. Wir haben jeden Tag mit ihnen zu tun. Man braucht viel wissenschaftliches Fachwissen, um zu verstehen, was in einem Körper vor sich geht. Das hilft mir dabei, fit und gesund zu sein, weil ich versuche, auf mich aufzupassen."

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