Lena Lotzen will den Titel

Lena Lotzen hat bei dieser Endrunde schon zwei wichtige Tore erzielt auf dem Weg ins Halbfinale gegen die Schweiz. Aber sie ist längst noch nicht satt, jetzt würde die 17-Jährige auch gern den Titel gewinnen.

Lena Lotzen im Gespräch mit UEFA.com
©Sportsfile

Lena Lotzen freut sich natürlich darüber, dass Deutschland bei der UEFA-U19-Europameisterschaft für Frauen die K.-o.-Phase erreicht hat, aber das Halbfinale ist erst der erste Teil eines Dreipunkteplans. "Der zweite Schritt ist das Erreichen des Endspiels, und ich wäre etwas traurig, wenn wir im Halbfinale rausflögen", sagte sie gegenüber UEFA.com. Und der dritte Schritt wäre natürlich der Gewinn des Titels.

Lotzen gab erst im Februar in dieser Altersklasse ihr Debüt. Für sie war das eine Aufgabe, an die sie mit Respekt heranging. Mittlerweile aber zeigt die sehr reif wirkende Stürmerin allerdings keine Anzeichen von Nervosität, im Gegenteil. Sie führte sich beim 3:1-Sieg zum Auftakt der Endrunde gegen Norwegen gleich mit einem Tor ein. Aus 25 Metern!

Am Sonntag traf die 17-Jährige beim 2:1-Sieg gegen die Niederlande abermals. Diesmal zum Ausgleich per Kopf, nachdem sie Mitte der zweiten Halbzeit Sekunden zuvor gekommen war. Und weil ihr das noch nicht reichte, bereitete sie in der Nachspielzeit den Siegtreffer durch ihre Vereinkollegin Ivana Rudelic vom FC Bayern München vor.

"Es ist das erste Mal, dass ich mit meiner ersten Ballberührung getroffen habe", sagte Lotzen. "Es war großartig, ein Tor zu schießen, aber das Wichtigste war, dass wir den Ausgleich erzielt haben. Das zweite aufzulegen, war auch schön, aber es ist nicht wichtig, wer es vorbereitet oder wer es schießt, es ist wichtig, dass wir ein Tor mehr erzielt haben als sie." Obwohl sie bescheiden bleibt, ist doch klar, dass Treffsicherheit eine starke Waffe der jungen Spielerin ist. Das ist umso wichtiger, da Trainerin Maren Meinert den Abschluss als die Achillesferse ihrer Mannschaft ausgemacht hat.

Als sie noch in der U16 spielte, traf sie gegen Schottland dreimal, und auch bei der FIFA-U17-WM für Frauen erzielte sie drei Tore. Die Treffsicherheit von Lotzen könnte ein entscheidender Baustein sein auf dem Weg zum Titel. "Ich bin glücklich über beide Tore, aber ich schätze vor allem das gegen Norwegen, weil es das erste für die U19 war", sagte sie. "Zur Zeit läuft es bei mir gut."

In ihrer ersten Saison bei den Bayern hat sich die junge Frau schnell entwickelt. Fern der Heimat passte sie sich an das neue Leben und an die Bundesliga an. "Man bekommt es dort mit älteren und stärkeren Spielerinnen zu tun, es ist härter, aber im Prinzip ist es relativ gleich, wenn man es mit hier vergleicht." Natürlich erwartet sie am Mittwoch im Halbfinale gegen die Schweiz keinen Spaziergang. "In der Gruppenphase hatten wir starke Gegner, die wir alle geschlagen haben, aber es gibt noch Luft nach oben. Das wird kein leichtes Spiel gegen die Schweiz. Wir müssen uns nur auf unser eigenes Spiel konzentrieren."

Die Partie wird live im deutschen TV übertragen, aber selbst die Aussicht, dass Millionen zuschauen könnten, machen Lotzen keine Angst. "Es ist toll, dass das Spiel im TV zu sehen ist, denn zu wissen, dass unsere Freunde und Eltern daheim zuschauen, gibt uns einen zusätzlichen Schub. Ich habe etwas Erfahrung mit Spielen im TV, denn einige unserer Vereinsspiele wurden live gestreamt und einige U17-Spiele bei der WM waren ebenfalls im Fernsehen zu sehen. Vielleicht werde ich etwas nervöser als sonst sein, aber nicht zu sehr." Spätestens dann hat sie keinen Grund mehr dazu, wenn sie abermals das Runde ins Eckige befördert.

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