Das Endspiel

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Das Finale
Spanien feiert den Finalsieg ©Sportsfile

Das Endspiel

Das Finale

"Ich erwarte einen Sieg im Finale", sagte Spaniens Flügelspielerin Eva Navarro einen Tag vor ihrem bereits dritten Endspiel. Sie klang überzeugt, spielte einen Tag später auch überzeugend und hatten großen Anteil an Spaniens viertem Turniersieg. Damit ist Spanien als erste Frauen-Nationalmannschaft seit Deutschland 2008 zeitgleich Titelträger bei der U19 und U17.

Die Selbstsicherheit der Spielerin mit der Nummer 18 im Gespräch mit den technischen Beobachtern der UEFA wurde jedoch von ihrer Leistung auf dem Feld in Mariampolė noch übertroffen. "Ich bin unglaublich glücklich", sagte sie. "Später kann ich auf diese Zeit als die wichtigste meiner Karriere zurückschauen."

Sie wird auf das Endspiel 2018 mit Sicherheit voller Stolz zurückblicken.

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Deutschland ging selbstbewusst in das Endspiel

Nach den tränenreichen Turnierabschlüssen 2016 und 2017 sollte den spanischen Mädchen diesmal ein freudigeres Ende bevorstehen. Deutschland, zuvor in sieben aufeinanderfolgenden Endspielen unbesiegt, hatte sich in einem beeindruckenden Halbfinale gegen England Selbstvertrauen geholt. Mit genau diesem Team trat die DFB-Elf auch im Finale an und erspielte sich früh ein chancentechnisches Übergewicht.

Greta Stegemann, die das Spiel aus einer tiefen Position heraus mit viel Übersicht führte, hatte die erste Chance mit einem Kopfball, der über das gegnerische Tor flog. Wenig später trat sie einen Freistoß, der auf dem Kopf von Shekiera Martinez landete, diese allerdings verpasste ihren zehnten Turniertreffer wegen der starken Parade von Catalina Coll. Die spanische Schlussfrau überzeugte im Anschluss auch mit ihrer Rettungstat gegen Leonie Köster und ließ kurz vor der Pause gegen Vanessa Fudalla ebenfalls nichts anbrennen.

Spanien hatte in den ersten 40 Minuten einen guten Ballbesitzanteil, konnte sich aber keine brauchbaren Chancen gegen die deutsche Abwehrreihe erarbeiten. Zwischendurch tauschten Navarro und Salma Paralluelo die Seiten, um ein bisschen Verwirrung beim Gegner zu schaffen.

Nach dem Seitenwechsel lief es im Angriff jedoch deutlich besser für die Spanierinnen. Paula Arana legte den Ball für Navarro auf, die diesen ganz entspannt an der herannahenden Wiebke Willenbrandt vorbei in das Tor schoss und die spanische Auswahl dadurch mit 1:0 in Führung brachte.

©Saulius Čirba

Salma Paralluelo hätte fast für Spanien getroffen

Spanien war nun am Drücker und Paralluelo hatte im Anschluss die Chance, die Führung zu verdoppeln, doch Willebrandt konnte gegen die Flügelspielerin genauso klären wie daraufhin gegen Navarro. Die Elfmeterniederlagen aus den Jahren 2014, 2016 und 2017 noch im Hinterkopf, entwickelte sich diesmal in Litauen alles in Richtung der Ibererinnen, die weiter positionstreu blieben und starke Konter fuhren.

Einer dieser starken Konter, erfolgreich abgeschlossen, verhinderte endgültig die fünfte Elfmeterentscheidung in sieben Jahren und machte Spaniens fünfte Finalteilnahme in Folge zu einem vollen Erfolg. Wenige Minuten nach dem Abpfiff ging dieser Treffer bereits durch die sozialen Medien und sogar Spieler wie Cristiano Ronaldo und Lionel Messi hätte ein solcher Treffer Stolz gemacht. Navarro gelang ein echtes Traumtor.

Sie lief in atemberaubender Geschwindigkeit in Richtung des deutschen Tores und behielt dabei jederzeit den Überblick. Dann ließ sie zwei deutsche Spielerinnen aussteigen, legte sich den Ball auf den linken Fuß und hob das runde Leder aus gut 16 Metern über Willebrandt.

Spaniens Mädchen durften damit ihren vierten Titel bei einer U17-Europameisterschaft der Frauen feiern.

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Mit neun Treffern war Shekiera Martinez die Toptorschützin

Martinez verpasste im Endspiel zwar ihren zehnten Turniertreffer, mit neun Toren stellte sie trotzdem einen neuen Turnierrekord auf und den Rekord für alle UEFA-Endrunden ein (gemeinsam mit Michael Platini bei der EURO '84 und Elena Danilova bei der UEFA-U19-Europameisterschaft der Frauen 2005), als kleines Trostpflaster für das verlorene Finale bekam sie die Auszeichnung als beste Torschützin des Turniers.

Zum Abschluss standen die deutschen Spielerinnen Spalier für den neuen Titelträger, doch nächstes Jahr wird das DFB-Team wieder alles daran setzen, die erste Finalniederlage überhaupt vergessen zu machen. Dann heißt der Titelverteidiger bei der Endrunde in Bulgarien eben Spanien, der seine sechste Finalteilnahme in Folge anstreben wird.

https://de.uefa.com/womensunder17/season=2018/technical-report/the-final/index.html#das+finale