Mannschaftsanalyse

Poland

Polen

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Nr.SpielerGeboren amPos.ENGITAESPToVerein
1Marta Kaźmierczak28.11.2002Torhüter
2Anna Konkol08.01.2002Mittelfeldspieler 40+80
3Agnieszka Glinka08.07.2002Stürmer 80 UKS SMS Lódz (POL)
4Paulina Oleksiak04.07.2002Mittelfeldspieler66*27+19+ UKS SMS Lódz (POL)
5Oliwia Silny16.07.2002Verteidiger808080
6Zuzanna Radochońska11.11.2002Verteidiger10+40* KS Sztorm AWFiS Gdańsk (POL)
7Paulina Tomasiak02.01.2002Stürmer8080801 UKS Staszówka Jelna (POL)
8Wiktoria Zieniewicz09.05.2002Verteidiger808080 UKS SMS Lódz (POL)
9Kinga Kozak15.10.2002Stürmer808040* KKPK Medyk Konin (POL)
10Paulina Filipczak05.07.2001Mittelfeldspieler8053* 1 UKS SMS Lódz (POL)
11Adriana Achcińska22.04.2002Mittelfeldspieler808061*
12Sara Kierul23.06.2002Torhüter808080 Blau-Weiss Hohen Neuendorf (GER)
13Wiktoria Kiszkis14.06.2003Mittelfeldspieler11+8080* Arsenal WFC (ENG)
14Michelle Biskup24.01.2002Mittelfeldspieler14+8080 1. FC Köln (GER)
15Oliwia Cichy18.09.2001Mittelfeldspieler 1+ KKS Czarni Sosnowiec (POL)
16Alicja Sokołowska26.10.2002Verteidiger 13+ UKS SMS Lódz (POL)
17Zofia Buszewska05.04.2002Verteidiger70* KKPK Medyk Konin (POL)
18Klaudia Homa18.01.2002Stürmer8067*80 KS AZS Wrocław (POL)
19Natalia Padilla Bidas06.11.2002Mittelfeldspieler 40+ Club Atlético Málaga (ESP)
20Alexis Legowski20.09.2001Stürmer69*
Pos. = Position; To = Tore; * = Startelf; + = Ersatzspieler

Nina Patalon, Trainerin von Polen:

Ich bin seit vier Jahren hier, habe 2014 angefangen - ein Jahr, nachdem wir den Titel geholt hatten.

Ich denke, dass es wichtig ist [eine Trainerin zu haben, die mental hilft] - manchmal haben wir ein Team, das keine Hilfe braucht, aber manchmal ist es wichtig, dass sie ihnen beibringt, wie sie richtig atmen, wenn sie nervös sind. Man muss anders atmen, um sich zu beruhigen, aber das geht nur, wenn man weiß, wie es geht. Es ist also wichtig, zu wissen, wie man sich auf Spiele vorbereitet, gerade was die Nervosität angeht. Gar nicht so auf das Psychologische fokussiert, aber sie kann den Mädchen helfen, bessere Leistungen zu liefern und sich nach einem Spiel mental zu erholen. Es ist sehr wichtig, weil das alles junge Mädchen sind und wir nicht wissen, was passieren wird. Ich kenne sie und wenn sie zu mir sagt, dass eine Spielerin sehr nervös ist und sich beruhigen muss, weiß ich das. Manchmal rät sie mir auch, dass ich manche Mädchen nicht zu sehr fordern soll. Sie ist seit drei Jahren dabei. Sie kam aus den USA und hat dort im Boxen gearbeitet. Ich habe inzwischen eine andere Meinung über Psychologie; nicht als Therapie, es sind die kleinen Sachen wie Interaktionen und Beziehungen. 

Das Wichtigste ist, dass ich Leute um mich herum habe - mehr Meinungen, die ich analysieren und mitnehmen kann. Ich habe zwölf Leute in meinem Team, normalerweise habe ich sieben oder acht. Ich habe zwei Video-Analysten und Physios und Media-Assistenten hier - normalerweise habe ich nur jeweils einen davon. 

[Torhüterinnen:] Oft diskutieren wir über Standardsituationen, aber er trifft die Entscheidung. Wir sehen, was besser ist und was wir diskutieren müssen, aber er ist verantwortlich.

Wir spielen im Jugendteam mit einem 4-3-3. Ich kann das System wechseln, z. B. in ein 4-1-4-1, wo es leichter für die Nummer 6 ist, zwischen den Linien zu agieren. Aber ich denke, gegen Spanien müssen wir unsere Verteidigungsstrategie ändern, da wir gegen Italien Probleme mit der Neun und Zehn hatten, da unsere Sechs zwei Gegenspielerinnen hatte und mit nur einem Pass unser Mittelfeld offen war. Ich denke, dass ich unsere Acht näher an die Sechs bringen muss. Wenn wir in den Angriff übergehen, gehe ich auf ein 4-3-3 zurück... ich schaffe das. 

Jetzt analysiere ich ohne Emotionen. Ich denke, gegen England haben wir das Tor nicht gemacht, weil wir enttäuschenderweise keine Gefahr im Angriff erzeugen konnten. Das hat keinen großen Aufwand gekostet. Wir haben das 2:2 mit der letzten Aktion gemacht, also müssen wir positiv denken.

Die zweite Hälfte gegen Italien verlief ebenfalls unglücklich. Wir hatten eine tolle Gelegenheit, als unsere Neun alleine aufs Tor zulief. Sie hat mir gesagt, "Nina, ich denke, ich weiß nicht, was ich tun muss, ich muss nur schießen, aber nicht so, wie ich geschossen habe". Ich habe ihr gesagt, "wenn du nächstes Mal in der gleichen Situation bist, schau wohin du schießen musst und schließe schnell ab".

In Polen haben wir keine nationale Akademie, alles spielt sich innerhalb der Klubs ab. Meine Spielführerin ist in einer Klub-Akademie, aber es ist eine Jungsakademie und sie trainiert mit den Jungen. Nummer Sieben trainiert auch mit Jungs und spielt in einem Frauen-Team. Die besten Spielerinnen trainieren mit Jungs. 

Wir haben zwei oder drei Frauen-Vereine, wo sie 50, vielleicht auch 100 Spielerinnen haben und Teams in der ersten, zweiten und Jugend-Liga der Frauen. Das große Problem ist, dass die Spielerinnen zu viele Wettbewerbe haben, vor allem in den Frauen-Klubs. Sie können im ersten Team, im Jugendteam oder im Schulteam spielen. Ich habe hier Spielerinnen, die letzte Saison polnischer Meister geworden sind. Sie haben für die Jugend, die erste Mannschaft und uns gespielt. In einem Jahr, als wir von der Eliterunde aus Bosnien zurückkamen, haben die Spielerinnen manchmal zwei- bis dreimal in der Woche gespielt. Keiner kann das stoppen, da es das System ist. Ich habe jetzt vielleicht seit zwei, drei Jahren darum gekämpft, aber die Klubs sind in der Pflicht, ihren Spielplan zu ändern, aber sie tun es nicht. Ich habe um die vier Trainer-Meetings im Jahr und sie sagen mir alles das Gleiche. In Polen haben wir ein blödes System. Wenn du gewinnst, bekommst du von der Regierung Geld - vor allem im Jugendbereich. Deswegen braucht man die Ergebnisse - wenn du die Ergebnisse lieferst, bekommst du Geld, wenn nicht, dann bekommst du kein Geld. Manche Vereine stellen die Spielerinnen manchmal nicht ab, da sie sagen, dass sie sie für die Ergebnisse brauchen. 

Fünf Spielerinnen sind wegen Verletzungen nicht hier. Vier Spielerinnen aus dem Jahrgang 2001 und eine Spielerin aus dem Jahrgang 2002. Es ging nicht vor der Endrunde damit los, sondern schon vor der Qualifikation - alle fünf haben einen Kreuzbandriss. Zwei vor der ersten Qualifikationsrunde, zwei vor der Eliterunde. Bei einem U15-Spiel gegen die Tschechische Republik holten sie sich die Kreuzbandrisse. Es wird zu viel gespielt und zu wenig trainiert. Ich bin sehr enttäuscht und wütend, weil wir viel Zeit mit Reha und nicht mit dem Training verbringen. Manchmal fühlt sich das wie ein Sommer-Camp an. 

Torwarttrainer, Polen:

Das Spiel am Boden, physisch besser und größer - uns stehen jetzt mehr Torhüterinnen zur Verfügung, also können wir auch aus mehreren wählen. Und mental sind sie besser. Sara ist körperlich besser als Anna und auch mental stärker, und auch jünger als Anna es in der WU17 war. Zehn Jahre ist ein gutes Alter, um zu starten.

Teamanalyse: Polen

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• Taktisch auf Standardsituationen vorbereitet; Angriff und Verteidigung in vielen Variationen.
• Mutige Spielerinnen mit guter Zweikampfführung, mit Stärke und Entschlossenheit.
• Gutes Umschalten als Team bei Ballverlust; viele Verteidigerinnen, die schnell auf ihre Positionen zurückkehrten.
• Sehr gefährlich über die Flügel und bei Kontern mit gutem Umschaltspiel.
• Paulina Tomasiak (7) - exzellente Technik und gute Dribblerin; hohes Selbstvertrauen in Eins-gegen-Eins-Duellen, liest das Spiel gut.
• Adriana Achcińska (11) - gute Tempowechsel, gute Qualitäten im Passspiel und Geschwindigkeit.
• Hart arbeitendes Team; mannschaftsdienliche Spielweise.

Nina Patalon, Trainerin von Polen: "Wenn ich mein Team zusammenstelle, schaue ich zuerst auf die Spielerinnen mit den besten Fähigkeiten in der Jugend. Danach schaue ich mir an, ob sie mannschaftsdienlich sind. Die Jugendteams von Polen spielen im 1-4-3-3-System und in der Defensive mit einem 1-4-1-4-1. Das kann ich. Meine Philosophie ist es, ein System zu nutzen - ich ändere das Setting, aber nicht das System."