Das Endspiel

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Deutschland feiert nach dem Endspiel ©Sportsfile

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Als der Song "Tage wie diese" der Toten Hosen durch das Štruncovy Sady Stadion schallte, kamen bei vielen Anwesenden im Stadion zwangsläufig Erinnerungen an das Vorjahr hoch. Genau zwölf Monate zuvor lief eben dieses Lied in Belarus, wo Deutschland seinen fünften Titelgewinn bei einer UEFA-U17-Europameisterschaft für Frauen feierte. Damals wie beim sechsten Titelgewinn in diesem Jahr war die Geschichte eine dramatische: Nach der regulären Spielzeit stand es gegen Spanien 0:0 und am Ende sicherte sich Deutschland den Titel im Elfmeterschießen.

Der einzig richtige Unterschied war das System des Elfmeterschießens, das diesmal in der Tschechischen Republik in neuem Testformat stattfand. Das Ergebnis änderte sich dadurch aber nicht, wieder einmal überzeugte Spanien 80 Minuten lang mit starkem Fußball. Nach der Partie erklärte sogar Deutschlands Trainerin Anouschka Bernhard, dass ihr Team spielerisch unterlegen war, am Ende aber doch wieder obenauf war. Die Ibererinnen, die auch in diesem Jahr wieder von María Antonia Is trainiert wurden, haben also wieder einmal den letzten Schritt nicht geschafft, obwohl das Team erneut den Standard in Sachen schnellem und attraktivem Fußball gesetzt hatte.

Lange musste man in dieser Partie nicht auf die erste große Chance warten, denn bereits in der zweiten Minute klärte Deutschlands Torhüterin Stina Johannes in überragender Manier gegen Spaniens Angreiferin Claudia Pina, nachdem diese von Candela Andújar freigespielt worden war. Pina vergab damit die Chance auf ihren dritten Turniertreffer, mit dem sie mit Deutschlands Melissa Kössler, die am Ende doch alleinige Toptorschützin des Turniers werden sollte, gleichgezogen wäre.

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Pinas Umtriebigkeit, Beweglichkeit und technische Fähigkeiten machten sie zu einer konstanten Bedrohung für die deutsche Defensive, die viel Aufwand betreiben musste, um sie in den Griff zu bekommen. Als sie Andrea Brunner etwas später kurz aus den Augen verlor, landete der Abschluss von Pina glücklicherweise für Deutschland über dem Querbalken, und Johannes musste nicht eingreifen. Doch wenig später war sie wieder zur Stelle, als sie einen Ball von Andújar am kurzen Pfosten stark klären konnte.

Eva María Navarro war die nächste Spanierin, die ihr Glück gegen Johannes versuchte, aber auch sie fand nicht den Weg an der überragenden Schlussfrau vorbei und musste sich geschlagen geben. So drehte das Momentum in der Folge nur langsam, aber merklich in Richtung Deutschland, das fokussiert sein kompaktes Spiel durchzog und besser mit den zunehmend ungemütlichen Bedingungen zurechtkam. Zur Halbzeit hatte es einen heftigen Regenschauer gegeben, der den Boden schwer bespielbar machte.

"Um ehrlich zu sein, im Spiel sah es lange so aus, als wären wir nicht zwingend auf der Siegerstraße", gab Bernhard zu. "Aber wir haben uns in die Partie gekämpft." Als die Partie dann torlos abgepfiffen wurde, war wohl vielen klar, was als nächstes kommen würde. "Wir haben uns auf das Elfmeterschießen gefreut, Spanien wohl nicht wirklich", sagte Bernhard weiter.

Am Ende war Deutschland nach hartem Kampf und starkem Elfmeterschießen der Turniersieger. Die Entscheidung für Deutschland fiel wie schon im Halbfinale im ABBA-System. Deutschland schien vor allem mental deutlich stärker ab der ersten Schützin und war am Ende zumindest bezüglich des Elfmeterschießens der unbestritten verdiente Sieger.

"Ich war in diesem Moment einfach hin und weg", sagte Bernhard, die diesen Titel zum vierten Mal gewinnen konnte. Für Deutschland war es der insgesamt sechste Titel in dieser Altersstufe, und es zeigte sich einmal mehr, dass Spanien und Deutschland der Konkurrenz noch immer ein Stückchen voraus zu sein scheinen.

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