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"Talent, Kampfgeist und mit Herz spielen"
Spaniens Trainer Pedro López mit dem Pokal ©Sportsfile

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"Talent, Kampfgeist und mit Herz spielen"

Mit dem Triumph von Spanien bei der UEFA-U17-Europameisterschaft für Frauen in Reykjavik ging zugleich das erste Jahr von Trainer Pedro López erfolgreich zu Ende. Nach den Worten des Coaches war dieser dritte Erfolg seines Landes "eine Kombination aus Talent, Kampfgeist und mit dem Herzen spielen".

In einem Interview nach dem Endspiel erklärte López, dass diese drei Zutaten der Grund für den dreifingrigen Gruß seiner Spielerinnen während des Turniers waren. Es ging dabei weniger darum, anzudeuten, dass der dritte Titel eingefahren werden soll.

Die Einstellung und das Herz - darauf legt der spanische Trainer bei seiner Mannschaft am meisten Wert. Nach diesen Kriterien hatte er sein Team zusammengestellt. Hinzu kamen nat��rlich die Technik und die körperliche Verfassung. "Die Werte sind die technischen Qualitäten und dass die Mädchen mit ihren Herzen spielen", sagte López.

Der 36-Jährige ersetzte Jorge Vilda nach dem Finaleinzug der Spanierinnen im Dezember 2013 in England. Es war dies das vierte Finale des Teams von der iberischen Halbinsel. Zuvor hatte er sieben Jahre mit der weiblichen U16 zugebracht, wo er die die spanische Entwicklungsstruktur kennenlernte, in deren Mittelpunkt die Regionalität steht. Regionale Teams bis zum Alter von 18 Jahren machen das Scouting zu einem großen Erfolg, der Dialog mit den verschiedenen Zentren in den einzelnen Regionen trägt Früchte. Zugleich finden halbjährlich Workshops statt, bei denen López seine Spielerinnen zusammen hat.

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Der besondere Gruß der Spanierinnen

So hatte er die Möglichkeit, sich seine Mannschaft zusammenzusuchen, die dem Spielethos der Nationalmannschaft entspricht, denn dieser ist identisch mit der A-Nationalmannschaft. "Wir mögen technischen Fußball, der die Spielerinnen auf individueller Ebene und als Teil der Gruppe entwickelt", sagte der Spezialist, der seit 2011 auch Assistenztrainer der A-Nationalmannschaft war. So war er auch bei der FIFA-WM für Frauen in Kanada vor Ort. "Wir mögen attraktiven Fußball, bei dem der Ball im Mittelpunkt steht und bei dem Eins-gegen-Eins-Situationen entstehen. Wir halten gern den Ball, bauen schöne Angriffe auf und kommen zum Abschluss. Wir übernehmen gern die Initiative."

Trainingslager sind für seine Arbeit entscheidend - dort kann er von jeder einzelnen Spielerin die individuelle Verfassung erfahren. Der Techniker aus Cantabria in Nordspanien vermittelte seinem Team wichtige Werte während eines dreitägigen Camps im Mai und eines einwöchigen Zusammenseins im Juni. Zuvor hatte seine Mannschaft die Eliterunde Ende März in Russland dominiert.

Zum Abschluss der zehntägigen Vorbereitungszeit vor dem Turnier gab es unter anderen auch Freundschaftsspiele gegen regionale Mannschaften. "Wir sind eine Mannschaft, die während der gesamten Kampagne gleichmäßig gut war, und so konnten wir weiter wachsen und unsere Ziele im Auge behalten", sagte er.

Diese Ziele wurden in den 14Tagen in Grindavik, Akranes, Kopavogur und Valsvöllur erreicht, das Team von López hat geliefert. "Gegen Topmannschaft anzutreten, hat uns geholfen, uns zu verbessern", sagte er, nachdem sie es in der Gruppe A mit England, Deutschland und Island zu tun bekommen hatten. Im Halbfinale wurde Frankreich aus dem Weg geräumt. "Jedes einzelne Spiel war schwer und wir mussten uns während des gesamten Turniers entwickeln und wachsen. Dieses Umfeld hat aus uns definitiv eine bessere und stärkere Mannschaft gemacht. Und es hat die Mädchen individuell verbessert."

López verdient großen Respekt dafür, dass er den jüngsten Kader der gesamten Endrunde zusammengestellt hat. So nominierte er vier Talente, die 2000 zur Welt kamen, darunter die beiden Innenverteidigerinnen Laia Aleixandri und Berta Pujadas, die beide Stammspielerinnen waren. "Die jüngsten Mädchen der Gruppe haben das Talent, es geht nur darum, einen Trainer zu haben, der sie beruft." Er war zudem der Trainer, der den meisten Spielerinnen Einsatzzeiten gegeben hat. Und im Training ging es genauso zu wie im Spiel. Während der spielfreien Tage nahm jede Spielerin an jeder Trainingseinheit teil, für die Mädchen, deren Beine etwas mehr Belastungen ausgesetzt waren, bedeutete dies dennoch eine kleine Verschnaufpause, während die Ersatzspielerinnen im Herzen der Gruppen blieben. "Ich wollte, dass sie es genießen und all ihre Fußballtalente ausdrücken, die in ihnen stecken. Um ganz Europa zu zeigen, wozu wir in der Lage sind."

Auf der anderen Seite sorgte der Trainer auch dafür, dass seine Spielerinnen viel schliefen. López versuchte alles, um seine Mannschaft glücklich zu machen, und die zahlte ihm dies am 4. Juli zurück, als das Finale gegen die Schweiz gewonnen wurde. Hierbei zeigte sich einmal mehr die gesamte Bandbreite der spanischen Stärke. So funktionierte nicht nur das Umschaltspiel hervorragend, zwei Tore fielen zudem durch Freistöße. "Unser Trainer hat einen großartigen Job gemacht, wir sind alle sehr glücklich, ihn als unseren Chef zu haben", sagte Stürmerin Lucía García.

https://de.uefa.com/womensunder17/season=2015/technical-report/winning-coach/index.html#siegreicher+trainer