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Technische Diskussionsthemen

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Frankreich schied im Halbfinale nach Elfmeterschießen aus ©Sportsfile

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Eine Statistik ragte bei der U17-Europameisterschaft der Frauen in Island besonders heraus: In 15 Spielen wurden 45 Tore erzielt. Die Abwehrreihen wurden pro Partie im Schnitt also dreimal überwunden, damit wurde die Marke der Endrunde von 2013/14 (37 Treffer in 16 Spielen) deutlich übertroffen.

Wenig überraschend steuerte Sieger Spanien mit 15 Toren den Großteil bei, Titelverteidiger Deutschland brachte zehn Treffer zustande und die Schweiz - unterlegener Finalist gegen Spanien am 4. Juli in Reykjavik - war achtmal erfolgreich. Zusammen waren diese drei Halbfinalisten also für 73 Prozent der Treffer bei der Endrunde verantwortlich. Die Republik Irland blieb als einzige Mannschaft ohne Torerfolg, obwohl man sich eine Reihe von Chancen erarbeitet hatte und sogar den einzigen Elfmeter des Turniers zugesprochen bekam - dieser wurde jedoch pariert.

Die hohe Anzahl an Treffern kam zustande, obwohl sich die acht Mannschaften vor allem in Sachen Gegneranalyse und defensive Organisation exzellent vorbereitet hatten. Das Auftreten der Abwehrreihen zeugte von einer gewissen Reife: Es wurde so verteidigt, dass man gleich in den Angriff übergehen konnte, anstatt nur den Gegner daran zu hindern, eine Chance herauszuarbeiten. Mittel zur Prävention von Gegenkontern wurden eingesetzt, zudem wurde der Umschaltbewegung ein hohes Maß an Bedeutung zugemessen. Wie also kam diese Juniorinnen-Generation zu einer hohen Trefferquote, obwohl die Abwehrreihen offensichtlich gut geschult waren?

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Stefanie Sanders erzielte sechs Treffer

Effiziente Torjägerinnen
Bei der erstmals mit acht Mannschaften im Sommer ausgetragenen U17-Endrunde der Frauen machten sich vor allem zielstrebige Torjägerinnen bezahlt. Die beiden Toptorschützinnen der Gruppenphase - Deutschlands Stefanie Sanders (6) und Spaniens Lucía García (4) - zeichneten für zehn der 35 Tore bis zum Beginn der Halbfinals verantwortlich. Zwei andere Sturmspitzen, Ingrid Kvernvolden (Norwegen) und Géraldine Reuteler (Schweiz), trafen jeweils doppelt, also wurden 14 Tore in der Gruppenphase von vier verschiedenen Angreiferinnen aus vier verschiedenen taktischen System markiert. Reuteler und García waren anschließend auch in der K.-o.-Runde erfolgreich, als Amira Arfaoui, Topjoker der Schweiz, im Halbfinale und im Endspiel ein Tor erzielen konnte und damit als vierte Spielerin mehr als einmal einnetzte. Unabhängig von taktischen Gegebenheiten werden die zuverlässigsten Torschützinnen bei so einem Turnier immer die Sturmspitzen sein. Jarmo Matikainen, Mitglied der Technischen Beobachtergruppe der UEFA, sagte: "Wenn man sich diese Torschützinnen ansieht, sind sie nicht nur Torschützinnen. Sie haben großen Einfluss."

Als Beleg für die Effizienz der Stürmerinnen in Island lassen sich Spaniens vier Treffer beim deutlichen Erfolg gegen Deutschland am zweiten Spieltag vorweisen, da der spätere Sieger dafür nur fünf Schüsse aufs Tor benötigte. García markierte dabei gleich drei Tore in 28 Minuten. Insgesamt wurden mehr als 50 Prozent aller Treffer mit der ersten Ballberührung (Kopf oder Fuß) erzielt - auch dies zeugt von der guten Qualität der Abschlüsse.

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Andrea Mist Pálsdóttir verwandelt einen direkten Freistoß

Wie die Treffer erzielt wurden
Von den 45 erzielten Treffern fielen 30 aus dem Spiel heraus und 13 Tore gab es nach Standardsituationen. Die beiden Eigentore der Schweiz entstanden ebenfalls nach ruhenden Bällen. Zu den Treffern, die aus dem Spiel heraus fielen, gehören auch neun von außerhalb des Strafraums erzielte Tore. Die Torhüterinnen hatten also eventuell Probleme, Distanzschüsse aufgrund der Dichte an Spielerinnen in und um den Strafraum herum rechtzeitig zu erkennen. Weitere sechs Tore wurden im Fünfmeterraum erzielt, der Großteil der Treffer resultierte jedoch aus Aktionen in der Mitte des Strafraums. Dies zeugt von guten Kombinationen, Bewegungen, hohem Tempo und starker Abschlusstechnik - im letzten Drittel wussten sich die Offensivreihen also durchaus in Szene zu setzen.

Tabelle: Wann die Tore erzielt wurden

MinutenTore
2015
%
1-10613
11-2049
21-3024
31-40613
41-50511
51-60511
61-70716
71-80716
80+37

Bei der UEFA Women's EURO 2013 wurden rund ein Drittel der Treffer nach Standardsituationen erzielt, das Verhältnis in Island gestaltete sich ähnlich. Mit 29 Prozent (bzw. 33,3 Prozent, wenn man die beiden Eigentore von der Schweiz mit einrechnet) liegt man sogar leicht über der Quote von der Frauen-EURO vor zwei Jahren (damals waren es 27 Prozent). Es gab eine gute Variation an einstudierten Standards, obwohl letztendlich nur die Qualität von Hereingabe und Ausführung entscheidend war. Spaniens Carmen Menayo sorgte mit ihren gefährlichen Hereingaben für Aufsehen - eine davon wurde Naomi Mégroz zum Verhängnis. Norwegens Sturmspitze Ingrid Kvernvolden verwandelte gegen die Schweiz einen Freistoß direkt, ebenso wie Islands Andrea Mist Pálsdóttir gegen England. Die Französin Marie Antoinette Katoto sorgte mit einem wuchtigen Kopfball nach einer Standardsituation gegen Norwegen für einen schönen Treffer. Überhaupt war Katotos Mannschaft bei eigenen Standardsituationen brandgefährlich und markierte so vier der fünf Tore. Drei resultierten aus indirekten Freistößen, außerdem führte eine Ecke zum Erfolg. Das Timing und die Qualität der Hereingaben waren zum Großteil exzellent, so gehörten zu den Treffern bei Standardsituationen acht Tore nach Ecken - fünf direkt und drei im zweiten Versuch - und fünf Tore nach Freistößen - zwei direkt und drei indirekt.

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Amanda McQuillan leistete sich einen untypischen Patzer

Starkes Torwartspiel
Kurios hinsichtlich des Anstieges an Toren bei der U17-Endrunde der Frauen: Zwischen der Frauen-EURO 2009 und 2013 war ein umgekehrter Trend zu beobachten. Das verbesserte Spiel der Torfrauen wurde als wichtiger Faktor bei dem Rückgang ausgemacht, zusätzlich zu einer Steigerung bei der Organisation allgemein. Die Tatsache, dass acht der zwölf Tore am ersten Spieltag des Turniers in Island innerhalb des Strafraums erzielt wurden, lässt darauf schließen, dass die Offensivbemühungen zielstrebig ausgeführt wurden. Vorbei sind die Tage, als Mannschaften sich oft auf Distanzschüsse beschränkten und auf Fehler der gegnerischen Torfrau hofften. Das gehobene Niveau im Torwartspiel hat man in den letzten zwölf Monaten gut feststellen können, erklären Beobachter des U17-Frauenfußballs. Zwar schlug Norwegen am dritten Spieltag gegen die Republik Irland zweimal zu, als Amanda McQuillan (die in der Qualifikation fünfmal ohne Gegentor geblieben war) nicht besonders konzentriert wirkte, trotzdem war der Fortschritt im Torhüterbereich nicht zu übersehen. Das Kaliber der Torfrauen war besonders im Halbfinale beeindruckend, wo alle vier Protagonistinnen - Amaia Peña und Jade Lebastard (Spanien - Frankreich) sowie Nadja Furrer und Vanessa Fischer (Schweiz - Deutschland) für herausragende Paraden sorgten.

Angesichts häufigerer Glanzparaden und gut ausgebildeten Hintermannschaften musste das Offensivspiel einer Mannschaft schon von einer gewissen Güte sein, um bis in die gefährliche Zone vorzudringen. Trotzdem gelang dies aus dem Spiel heraus relativ häufig. Für die qualitativ hochwertigen Abschlüsse der torhungrigen Stürmerinnen - ob Direktabnahmen, Schüsse bei der zweiten Ballberührung, Kopfbälle oder Sololäufe - gab es ein Sonderlob von Matikainen. "Nicht nur die defensive Organisation, sondern auch die allgemeine Vorbereitung stellt beim Streben nach Toren eine große Herausforderung dar", sagte er. "Es ist international im Fußball generell schwierig, Tore zu erzielen, aber man hat dies bei der Frauen-EURO 2013 gesehen und auch letztes Jahr bei der U19-Endrunde der Frauen. Aber auch wenn die defensive Organisation Fortschritte macht, steigert sich gleichzeitig das Verhalten von Offensivreihen, individuell und im Kollektiv. Die Mannschaften finden also einen Weg, um durchzukommen. Während die Abwehrreihen schwieriger zu überwinden sind, haben die offensiven Spieler an Cleverness dazugewonnen.

Tabelle: Toptorjägerinnen bei der U17-Endrunde der Frauen

NameMannschaftTore
Stefanie SandersDeutschland6
Lucía GarcíaSpanien5
Géraldine ReutelerSchweiz3
Amira ArfaouiSchweiz2
Ingrid KvernvoldenNorwegen2
Dina OrschmannDeutschland1
Jule DallmannDeutschland1
Lorena NavarroSpanien1
Jenny NoremNorwegen1
Elisa De AlmeidaFrankreich1
Andrea SierraSpanien1
Charlotte DevlinEngland1

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Lucía García nach ihrem Tor gegen England

Erfahrungsdefizite
Die unterschiedliche Art und Weise, wie die Tore innerhalb des Strafraums erzielt wurden, zeigten auf, wie sich die Angriffe entfalteten und welche Defizite die Abwehrreihen an den Tag legten. Wenn eine Spielerin mit der ersten Ballberührung traf, konnte sich das angreifende Team mit guter Technik und schnellen Bewegungen der Bewachung entziehen. Hatte die Torschützin vor dem Abschluss drei Ballberührungen, zeugte dies von der Qualität der Ballbehandlung und der Fähigkeit, das Leder auf engstem Raum zu kontrollieren. Vier Tore in der Gruppenphase fielen exakt nach diesem Muster. Die Abwehrspielerinnen hätten in vielfältiger Hinsicht mehr aus sich herausholen können: Im Zweikampf, bei der Übersicht im Zentrum während der Angriff über die Außen vorgetragen wurde, in Sachen Aufmerksamkeit und bei der Positionierung der Innenverteidigerinnen. Die Technischen Beobachter kamen zu dem Schluss, dass ein nachteiliger Faktor bei der Entwicklung von defensiven Spielerinnen in der mangelnden Praxiserfahrung bei Eins-gegen-Eins-Situationen zu finden sei.

Auf der anderen Seite waren die Offensivspielerinnen auch sehr clever, wenn es darum ging, sich der Bewachung der Gegenspielerin zu entziehen, weiterhin wurden in wichtigen Momenten gute Entscheidungen getroffen. Zum Beispiel erzielte Spanien das dritte Tor gegen Deutschland nur deshalb, weil García bei der Flanke von Menayo leicht verzögert einlief und nicht mit Tempo in den Fünfmeterraum eindrang. Andrea Wilmann stellte bei ihrem Ausgleichstreffer für Norwegen gegen die Schweiz eine gute Technik beim Kopfballspiel nach einer Ecke unter Beweis.

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Giulia Gwinn (links) konnte auf der Außenbahn überzeugen

Fleißige Flügelstürmerinnen
  Inmitten des Torfestivals war es dennoch auffällig, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen dem guten Flügelspiel und den erzielten Treffern gab. Deutschland konnte allerdings großen Wert aus dem Spiel über die Außen ziehen, als man sich im so wichtigen dritten Gruppenspiel gegen England durchsetzte. Der Führungstreffer resultierte aus einem diagonalen Ball von Sanders, anschließend machte die DFB-Auswahl den Engländerinnen das Leben vor allem auf der linken Seite schwer. Anna Gerhardt war besonders auffällig und hatte dank ihrer starken Qualitäten im Dribbling viele gute Szenen während der Endrunde. Frankreichs Katoto machte auf dem Flügel viel Betrieb und natürlich hatte auch Spanien mit Menayo und Natalia Montilla zwei Spielerinnen, die dem Gegner permanent Kopfschmerzen bereiteten.

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Spaniens Mittelfeldspielerinnen Aitana Bonmati und Maite Oroz

Alleskönner im Mittelfeld
Bei den Gesprächen zwischen den Technischen Beobachtern der UEFA in Reykjavik, Jarmo Matikainen und Beatrice von Siébenthal, drehte sich viel um das Wort "Umschalten". Es gab einige Treffer, in der das Umschalten schon im eigenen Strafraum begann, so wie beim wichtigen Ausgleichstor der Schweiz am dritten Spieltag gegen Frankreich und natürlich dem Siegtreffer der Schweiz im Halbfinale gegen Deutschland. Häufig war es aber auch der Fall, dass ein Tor aus einem zentralen oder vorderen Bereich entstand, kurz nach der eigentlichen Umschaltbewegung oder dem Ballgewinn. Im Fall von Spaniens beeindruckendem Sieg gegen Deutschland war zu beobachten, wie alle vier Tore nach Ballgewinnen einer spanischen Mittelfeldspielerin in der deutschen Hälfte resultierten. Nicht umsonst wurde das magische Trio in der Mannschaft von Pedro López - Aitana Bonmati, Patricia Guijarro und Maite Oroz - von den Technischen Beobachtern ins Team des Turniers gewählt. Ballbesitz hatte für Spanien immer Priorität, also strebten Bonmati, Guijarro und Oroz immer danach, die Kugel so schnell und so hoch wie möglich zurückzuerobern. Tempo und Bewegungsabläufe waren der Schlüssel.

Zusammen setzte das Trio die Messlatte für Alleskönner, die im Mittelfeld sämtliche Pflichten erledigten. Auf den ersten Blick erscheinen Bonmati und Guijarro - die bereits 2013/14 im Team des Turniers auftauchten - körperlich robuster als die eher klein gewachsene Spielmacherin Oroz, aber alle drei brachten sich offensiv wie defensiv gewinnbringend ein. Beweglichkeit, Timing und Spielverständnis - diese drei Faktoren halfen ihnen, im Rudel zu jagen und Bälle vor allem in den Räumen zu erobern, wo es dem Gegner besonders weh tat. Und weil sie zusätzlich alle technischen Voraussetzungen haben, konnten sie für Torgefahr sorgen, egal ob bei eigenen Abschlüssen oder mit überlegten Zuspielen auf Teamkolleginnen. Sie beherrschten ihren Arbeitsplatz einfach einen Tick besser als der Gegner. Dank großer Aufmerksamkeit wussten sie auch unter Druck in engen Räumen überlegt zu handeln und kurbelten das Spiel mit fehlerloser erster Ballberührung an. Die multifunktionellen Facetten ihres Spiels zeigten einmal mehr, wie viel Wert in der spanischen Fußballausbildung auf Vielseitigkeit gelegt wird.

Diese polyvalenten Mittelfeldspielerinnen sind nicht nur für eine einzige Rolle ausgebildet worden, zur Umsetzung braucht man eine Menge Spielpraxis. Die Vielfältigkeit ihrer Spielweise spiegelt sich auch in den unterschiedlichen Toren der Spanierinnen wider. Die Elf von López traf einmal ohne einen einzigen Pass im Aufbau (als Folge eines abgefangenen Balles), ein anderes Mal gehörten ganze 19 Pässe zur Entstehung des Treffers. Für drei der vier Tore gegen Deutschland benötigte man lediglich sieben Pässe insgesamt. Ein Steilpass in die Spitze war immer ein Mittel. Guijarro lieferte mit zwei herausragenden langen Bällen über die deutsche Abwehr für García den Beleg.

Andere Nationen beugten solch gefährlichen Umschaltaktionen vor - was aufgrund der Qualität entsprechender Gegner auch durchaus nachvollziehbar ist. Zwei defensive Mittelfeldspielerinnen wurden als zusätzliche Absicherung vor die Abwehr gestellt. Norwegens umsichtige Ingrid Syrstad Engen hielt sich im Vorwärtsgang zurück, ebenso wie Englands Chloe Peplow. Auch Cloe Bodain und Christy Gavory (Frankreich), Jamie Finn (Irland), Lara Jenzer (Schweiz) - Schützin eines tollen Treffers gegen Norwegen - sowie Andrea Celeste Thorisson (Island) spulten im Mittelfeld ein großes Pensum ab.

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Deutschland fand oft Mittel, um aus der Tiefe heraus für Gefahr zu sorgen

"Auf Angriff verteidigt"
Laut Matikainen musste hinter einer veränderten Spielweise gegen Spanien aber nicht zwangsläufig ein destruktives Denken stehen. "Wenn man sich die Taktiken anschaut, haben die Mannschaften auf Angriff verteidigt. Das gilt für jedes einzelne Team. Im Abwehrverhalten gab es ein klares Ziel. Bei Ballgewinn wussten die Mannschaft sofort, was zu tun war, um den Angriff einzuleiten", erklärte der Finne.

Das hohe Niveau des Pressings, welches viele Teams in Island an den Tag legten, war ein hauptsächlicher Indikator für das Bestreben, auf Angriff zu verteidigen. Zur Taktik gehört das aggressive Nachsetzen bei Ballverlusten, oder aber man wendet ein organisiertes Pressing als Mannschaft an, um den Gegner zu Fehlern zu zwingen. Im Idealfall führt dies dazu, dass die gegnerische Abwehr schlecht organisiert und positioniert ist. Allerdings musste es nicht immer ein hohes Pressing sein.

Deutschland überzeugte mit Umschaltbewegungen aus der Tiefe. Nicht zuletzt dank der technischen Fähigkeit, den Ball schnell nach vorne zu spielen, wo spielstarke und schnelle Angreiferinnen darauf warteten, den Ball in Empfang zu nehmen. Alle fünf Tore gegen England hatten ihren Ursprung in der eigenen Hälfte. Ein extremes Beispiel war der vierte Treffer, als Isabella Möller den Gegenangriff mit einem Kopfball am kurzen Pfosten einleitete. England war für eine Ecke aufgerückt und lief dann nur noch hinterher. Gwinn trug den Ball nach vorne und bediente Sanders, welche die letzten englischen Abwehrspielerinnen aussteigen ließ und das Tor machte.

Die Schweiz glänzte bei Angriffen mit Intensität und Durchschlagkraft. Oft fand man genau den richtigen Pass, um die Abwehr auszuhebeln und das Leder in den Lauf der Stürmerin zu bringen. Fünf der acht Tore hatten auf den ersten Blick ein einfaches Muster, dabei stand aber immer ein tolles Zuspiel in die Spitze im Mittelpunkt. Vier der Treffer wurden mit der ersten Ballberührung markiert. Vorzeigbar war besonders der Ausgleichstreffer am ersten Spieltag gegen Norwegen, als Reuteler von Jenzer in Szene gesetzt wurde und die Torhüterin überwand.

Gute Abschlüsse, das Torwartspiel, Umschaltbewegungen, Pressing und Torabschluss - diese Zutaten führten zu einem "sehr, sehr guten Gesamtbild" des U17-Frauenfußballs. Matikainen bezeichnete die Endrunde als "weitere Messlatte für die Weiterentwicklung des Frauenfußballs". Abschließend sagte er: "Die Team-Organisation war exzellent, ebenso wie die Strukturen im Abwehrverhalten. Das Torwartspiel hat sich deutlich verbessert und erneut haben wir starke Sturmspitzen gesehen. Die Spielerinnen finden einen Weg durch die Abwehr und kommen zu Toren. Es war eine exzellente U17-Endrunde der Frauen."

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Die Schweiz war besonders mit Steilpässen gefährlich


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