Betrug zahlt sich nicht aus

"Wenn man betrügt, um zu gewinnen, ist der Sieg nichts wert", hieß es für die Spielerinnen bei der UEFA-U17-EM für Frauen, als sie über die Gefahren von Doping aufgeklärt wurden.

Richard Grisdale auf dem Anti-Doping-Seminar
Richard Grisdale auf dem Anti-Doping-Seminar ©UEFA.com

"Doping ist Betrug - ruiniert eure Karriere nicht bevor sie überhaupt angefangen hat." Dies ist die Message, die von der UEFA an die vier Mannschaften, die in dieser Woche an der UEFA-U17-Europameisterschaft für Frauen in Nyon teilnehmen, übermittelt wurde.

Da junge Spieler für das Nutzen von Drogen oder verbotenen Substanzen gemeinhin als gefährdet gelten, hält der europäische Fußball-Dachverband Schulungsveranstaltungen über Doping auf all seinen Jugendturnieren ab. Der UEFA-Anti-Doping-Assistent Richard Grisdale hat dabei einen ganz klaren Standpunkt über die Gefahren und Risiken von Doping zum Ausdruck gebracht. "Wenn man einen Fehler macht oder die Regeln nicht kennt, und dann positiv getestet wird, wird man gesperrt", erklärte Grisdale. "Und ihr werdet darunter leiden, euer Team wird darunter leiden."

Das Hauptziel der UEFA im Kampf gegen Doping ist es, den Sport und die Gesundheit der Spieler zu schützen. Es wurde eine Video von den UEFA-Dopingkontrollen während der Spiele in den entsprechenden Wettbewerben gezeigt, um den Nachwuchsstars aufzuzeigen, was sie erwartet und wie sie sich selbst bei einer solchen Kontrolle verhalten müssen.

"Warum ist die UEFA gegen Doping?", fragte Grisdale das Publikum. "Das ist eine Frage des Respekts - wenn man dopt, betrügt man seinen Gegner und seine Teamkollegen. Wenn man betrügt, um zu gewinnen, ist der Sieg nichts wert - das gilt für die gesamte Karriere."

"Wir wollen für jedermann die gleichen Bedingungen - das Team, das den Wettbewerb gewinnt, soll auch das beste Team sein - und nicht das Team, das das meiste Geld in Pillen und Spritzen investiert hat. Fußball ist die beliebteste Sportart auf der Welt, und das soll es auch bleiben. Sobald der Fußball eine Plattform für Doping darstellt, werden die Leute sich andere Sportarten suchen."

Grisdale betonte außerdem, dass manche Produkte eine lebenslange Auswirkung auf die Gesundheit der Spieler haben können und erklärte nochmals die Regeln bezüglich verbotener Substanzen, die auf einer Liste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) aufgeführt sind - "Ihr seit für euren Körper selbst verantwortlich", so Grisdale. "Wenn ihr positiv getestet werdet, ist daran kein anderer schuld. Seit euch im klaren, was für Medikamente ihr nehmt, was ihr trinkt und esst."

Die Spielerinnen wurden dazu angehalten, vor der Einnahme von Medikamenten die Teamärzte zu konsultieren, vor allem wenn es einer speziellen Erlaubnis zu bestimmten Therapien bedarf, wo verbotene Substanzen eingenommen werden müssen, um bestimmte Verletzungen oder Krankheiten zu behandeln.

"Auf der Liste der verbotenen Substanzen stehen nicht nur Anabolika, sondern auch ganz normale Medizin, die teilweise bei Krankheit oder Verletzungen zum Einsatz kommt", erklärte Grisdale. "Ihr müsst überprüfen, ob die vom Arzt verschriebene Medizin auf der Liste der verbotenen Substanzen steht - fragt bei eurem Teamarzt, der nationalen Anti-Doping-Organisation oder der UEFA nach."

Die Spielerinnen wurden außerdem vor dem Kauf bestimmter Medikamente in Apotheken - die Erkältungen vorbeugen können - gewarnt, da diese verbotene Substanzen enthalten können. Außerdem wurden sie darüber aufgeklärt, dass Cannabis auch noch eine Zeit lang nach dem Konsum im Körper nachgewiesen werden kann.

"Für Doping gibt es viele Konsequenzen", fasste Grisdale zusammen. "Klubs können euren Vertrag auflösen - und sie werden euch vielleicht nicht als Trainer einstellen in der Zukunft. Euer Ansehen leidet, niemand mag einen Dopingsünder. Ihr müsst an eure Mannschaft, eure Freunde und an eure Familie denken. Seit verantwortungsvoll - Nichtwissen ist keine Entschuldigung. Es ist euer Körper und eure Karriere."

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