Marozsán spricht über ihre Spieltags-Routine

Vor fünf Jahren trug Dzsenifer Marozsán dazu bei, dass Deutschland die erste U17-EM gewann, und vor der diesjährigen Endrunde spricht sie mit UEFA.com über ihren Tagesablauf an einem Spieltag.

Dzsenifer Marozsán feiert ihren Treffer im Finale der U17-EM 2008
Dzsenifer Marozsán feiert ihren Treffer im Finale der U17-EM 2008 ©Sportsfile

Vor fünf Jahren trug Dzsenifer Marozsán dazu bei, dass Deutschland die erstmals ausgetragene U17-EM gewann, heute bereitet sie sich mit der DFB-Elf auf ihre Teilnahme an der UEFA Women's EURO vor.

Die Tochter des ehemaligen ungarischen Nationalspielers János Marozsán galt bereits vor dem Erfolg 2008 als Wunderkind des deutschen Frauenfußballs, nachdem sie mit dem früheren Verein ihres Vaters, mit dem 1. FC Saarbrücken, zur jüngsten Spielerin und Torschützin in der Frauen-Bundesliga wurde.

Seitdem konnte sie zahlreiche Erfolge erzielen, bei der U17-EM und der FIFA U17-WM 2008 war sie jeweils beste Torschützin, 2010 verhalf sie der deutschen U20-Auswahl zum Titelgewinn bei der FIFA U20-WM im eigenen Land.

Am kommenden Dienstag startet in Nyon die Endrunde der diesjährigen U17-EM - erstmals ohne Deutschland - und die 21-jährige Mittelfeldspielerin des 1. FFC Frankfurt hat einige Tipps für die jungen Spielerinnen, die ihr Debüt bei einem großen Turnier geben. So erinnert sich Marozsán an ihren Tagesablauf an einem Spieltag 2008.

Morgen
"Wenn zum Beispiel um 15 Uhr das Spiel ist, haben wir bis 8.45 Uhr oder 9 Uhr gefrühstückt, es ist jedem überlassen, wann er aufsteht und zum Frühstück kommt, das geht auch schon um 7 oder um 8. Anschließend ist immer Spaziergang mit Ball, da wird kurz fünf gegen zwei gespielt oder einfach nur der Ball hochgehalten. Dann gibt es anschließend meistens eine Besprechung, in der man die Aufstellung bekommt. Danach kann man noch mal kurz aufs Zimmer und die Sachen packen, dann gibt es Mittagessen. Wenn wir etwas später spielen, gibt es meistens noch ein 'Match Meal'. Drei bis vier Stunden vor einem Spiel sollte man das letzte Mal richtig essen. Dann zwei Stunden vor dem Spiel noch eine Kleinigkeit, eine Banane oder manchmal Toast oder Pfannkuchen."

Umkleidekabine
"Ich höre immer Musik, aber keine bestimmten Lieder. In der Früh schreibe ich meinen Eltern oder den engsten Freunden, da wünscht mir jeder noch mal Glück. Das mache ich an jedem Spieltag so. Auch in der Kabine läuft immer Musik. Die Stimmung ist bei jedem unterschiedlich, einige sind eher sehr konzentriert, aber klar wird auch mal ein Späßchen gemacht. Wenn wir schon mit dem Bus zum Stadion kommen, sieht man schon die ganzen Fans und die Stimmung baut sich auf. Wenn ich dann den Rasen betrete, genieße ich einfach den Moment, das kann mir keiner nehmen."

Finalsieg
"Wir haben 3:0 [gegen Frankreich] gewonnen. Ich kann mich perfekt an das Colovray-Stadion erinnern, eine Haupttribüne und gegenüber nur so ein Abhang, da waren meine Eltern. Ich kann mich erinnern, dass es relativ voll war, es war auch sehr warm. Ich kann mich gut an das dritte Tor von Ivana Rudelic erinnern, da habe ich den Pass von halbrechts gespielt. Es war ein umkämpftes Finale, in dem auch eine Spielerin wegen eines Tacklings gegen mich mit Rot vom Platz musste. Beim 2:0 wussten wir schon, jetzt haben wir es so gut wie geschafft, wenn wir es konzentriert durchziehen."

Träume verwirklicht
"Es war der erste große Titel für mich. In dem Moment denkt man an gar nichts, sondern nur, was man sich immer erträumt hat als kleines Mädchen. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Es gab im Hotel nach dem Finale eine kleine Feier, nichts Großes, aber wir haben es einfach genossen."

Erfahrung
"Das hilft auf jeden Fall. Jedes Turnier, das ich bisher bestritten habe, hat mich immer ein Stück weiter gebracht. Vom Ablauf her ist vieles gleich, klar ist das Niveau ganz anders, aber Rhythmus und Ablauf sind relativ gleich."

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