Deutschlands U17-Krone der Frauen in Island in Gefahr

Deutschland und Spanien sind in diesem Wettbewerb die dominierenden Nationen, aber sechs andere Teams würden in Island gerne die U17-EM der Frauen gewinnen.

Deutschland ist aktuell im Besitz dieses Pokals
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18 Monate, nachdem Deutschland in England diesen Wettbewerb zum vierten Mal gewann und damals im Dezember 2013 einen Rekord aufstellte, beginnt in Island die UEFA-U17-Europameisterschaft der Frauen, die vom 22. Juni bis 4. Juli stattfindet.

Um die Qualifikanten für die FIFA-U17-WM der Frauen zu finden, wurde das Turnier 2013/14 zum unüblichen Zeitpunkt im Winter ausgetragen – nun findet es in dieser Saison, wie üblich, wieder im Sommer statt. Mit dabei sind England, Frankreich, Titelverteidiger Deutschland, Norwegen, die Republik Irland, Spanien und die Schweiz sowie natürlich Gastgeber Island.

Um dem steigenden Niveau des weiblichen Nachwuchsfußballs gerecht zu werden, wurde das Turnier 2013/14 erstmals nicht mehr auf dem UEFA-Gelände in Nyon ausgetragen, außerdem wurde die Teilnehmerzahl von vier auf acht erhöht. Nichts geändert hat sich an der deutschen Dominanz.

So wie die A-Nationalmannschaft in Europa dominiert, so gelingt dies auch der weiblichen U17, die alle vier Endrunden, an denen man seit der Einführung des Turniers 2007/08 teilnahm, auch gewonnen hat. Zwei dieser Siege, 2009 und 2013/14, gingen auf Kosten der Spanierinnen, die mit zwei Titeln die zweiterfolgreichste Nation sind. Ausgerechnet diese beiden führenden Nationen treffen am 25. Juni in der Gruppe A aufeinander. Als einziges anderes Team konnte Polen im Sommer 2013 den Titel gewinnen.

Das Turnier findet in Südwestisland in und rund um Reykjavik herum statt. Die U17-EM der Frauen ist für Island aber kein Neuland. 2011 setzte man sich gegen Schweden durch und qualifizierte sich erstmals für die Endrunde, und obwohl man damals in der Schweiz gegen Deutschland und Spanien unterlag (dieses Jahr trifft man in der Gruppe A wieder auf die beiden Großmächte), war die gewonnene Erfahrung sehr wichtig.

Die aktuelle Nationalspielerin Glódís Perla Viggósdóttir war in der Mannschaft, die damals ins Halbfinale vordrang und fordert die aktuelle Generation auf, so viel wie möglich "aus dieser unvergesslichen Erfahrung" zu machen. Sie erinnert sich: "Es war frustrierend, beide Spiele so hoch zu verlieren, aber die Erfahrung, in solch großen Spielen in einem großen Turnier zu spielen, war gut. Vielleicht haben wir es damals nicht so empfunden, aber es ist eine enorme Erfahrung, solche Spiele zu absolvieren und mit dem Druck umzugehen."

Zwei Jahre danach stand Viggósdóttir mit gerade einmal 19 Jahren im Kader Islands für die UEFA Women's EURO 2013 und meint, dass sie die Teilname an der U17-Endrunde auf das große Turnier der A-Nationalmannschaften vorbereitet hätte. "Ich erinnere mich an die EURO 2013 und hatte das Gefühl, dass ich etwas Ähnliches bereits zuvor erlebt hatte", sagte sie. "Das ist die Erfahrung aus den Jugendnationalmannschaften."

Deutschlands Siegerinnen bei der UEFA Women's EURO 2013 sehen das bestimmt ähnlich, denn sieben von ihnen haben zuvor auch eine UEFA-U17-EM der Frauen gewinnen können: Leonie Maier und Dzsenifer Marozsán (2007), Isabelle Linden und Svenja Huth (2008), Jennifer Cramer und Luisa Wensing (2009) sowie Sara Däbritz (2012) "Es war der erste große Titel für mich", so Marozsán über ihren Triumph 2007. "In dem Moment, in dem du den Pokal in den Händen hältst, denkst du an nichts anderes, man freut sich nur, dass man das erreicht hat, wovon man als Kind geträumt hat. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl." Eines, das alle der acht Teams, die in Island antreten, am 4. Juli gerne erleben würden.

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