Sparta Praha nutzt den Moment in Europa
Freitag, 20. März 2026
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Sparta Praha hat die Chance, die der neue UEFA Women's Europa Cup bietet, am Schopf gepackt und schon mit dem Halbfinaleinzug historisches erreicht.
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Sparta Praha hat es sich angewöhnt, Rekorde aufzustellen.
Schon als Halbfinalist des UEFA Women's Europa Cup ist man das erste tschechische Team, das je unter den letzten vier in einem UEFA-Frauenwettbewerb steht. Mit einem Sieg über Hammarby IF könnte man sogar noch einen Schritt weitergehen und tatsächlich das erste tschechische Team überhaupt werden, das ein Endspiel eines UEFA-Klubwettbewerbs erreicht.
Sparta qualifizierte sich als Vizemeister der letzten Saison für den Women’s Europa Cup und startete so in eine beeindruckende Saison im internationalen Geschäft, die von dramatischen Überraschungsmomenten geprägt ist.Sparta Praha have developed a habit of setting records.
Auswärts zuhause
Es ging schon in der Qualifikation los: Nach einem torlosen Hinspiel gegen Ferencvárosi TC gab es einen beeindruckenden 5:0-Auswärtstriumph. Im Achtelfinale unterlag man zuhause 0:3 gegen die YB-Frauen, sorgte dann aber mit einem 3:0-Sieg in Bern für die nächste Sensation. Mit diesem Comeback wurde Sparta das erste Team in einem UEFA-Frauenwettbewerb, dass ein Duell über Hin- und Rückspiel noch gewinnen konnte, nachdem man das Hinspiel zuhause mit drei oder mehr Toren Rückstand verloren hatte.
"Ich habe die starke Mentalität im Team davor gesehen, aber man braucht besondere Momente, um etwas Besonderes zu erreichen", sagte Sparta-Trainer Michael Steiner. "[Das Spiel gegen YB] war einer für uns. Wir haben es unsere "Remontada" genannt – das haben wir erreicht."
Spartas Resilienz auswärts war auch im Viertelfinale wieder der entscheidende Faktor. Nach einem weiteren 0:0 im Stadion Letná gegen FK Austria Wien, lieferte Sparta mal wieder in der Ferne ab und in Wien gab es einen 3:1-Sieg. Kaum zu glauben: Sie haben zuhause im Women’s Europa Cup noch kein Tor geschossen, aber auswärts zwölf Treffer erzielt.
"Das stimmt, Auswärtsspiele liegen uns bisher besser", sagte Michaela Khýrová, die mit aktuell vier Treffern die Liste der besten Torjägerinnen anführt. "Wir haben immer zuhause angefangen und wussten nicht, was wir von unseren Gegnerinnen erwarten sollen. Im Rückspiel waren wir dann viel besser vorbereitet, weil unsere Trainer die Hinspiele im Detail analysiert haben."
Europa ruft
Spartas Saison in Europa ist ein Paradebeispiel für die Chance, die die Einführung eines zweiten Frauen-Klubwettbewerbs bieten sollte – eine Chance für mehr Teams, sich auf der internationalen Bühne zu zeigen und mit schwierigen Gegnern zu messen.
"Der Women’s Europa Cup passt perfekt zu uns. Wir spielen endlich über die ganze Saison herausfordernde internationale Spiele – genau die Spiele, die wir gebraucht haben", sagte Khýrová. "Jedes schwierige Spiel hilft uns dabei, Selbstvertrauen aufzubauen und Erfahrung zu sammeln. Der neue Wettbewerb spielt eine große Rolle dabei, dass wir diese Form zeigen können."
Spielführerin Eva Bartoňová fügte hinzu: "Spiele auf dem höchsten Niveau sind mehr als willkommen. Uns wurde immer gesagt, dass wir ins Ausland gehen müssen, um regelmäßig schwierige Spiele zu haben und uns zu entwickeln. Aber in dieser Saison, mit dem Women’s Europa Cup, spielen wir diese Spiele hier mit Sparta."
Internationaler Impact
Sparta Prahas Erlebnis im Women’s Europa Cup hat auch einen Einfluss auf die tschechische Nationalmannschaft. Viele der Spielerinnen haben bei Tschechiens ungeschlagenem Start in die European Qualifiers für die WM 2027 bleibenden Eindruck hinterlassen.
Beim 2:2 gegen Wales erzielte Bartoňová ein Tor und bereitete ein weiteres vor, während Khýrová beim 5:1-Auswärtssieg in Albanien einen Doppelpack erzielte, während auch Teamkollegin Franny Černá den Ball ins Netz brachte.
"Die Mädels sind in einer tollen Form, alles passt für sie zusammen und sie haben gerade viel Spaß am Fußball", sagte die tschechische Nationaltrainerin Jitka Klimková. "Wenn die Dinge auf der Klubebene zusammenlaufen, dann übertragt sich das auch aufs Nationalteam."
"Ich bin sehr dankbar dafür, dass es den Europa Cup jetzt gibt. Für tschechische Teams ist es sehr wichtig, ihre Qualität mit anderen europäischen Klubs vergleichen zu können. Es ist eine sehr positive Entwicklung."
Jetzt rückt das Halbfinale gegen Hammarby in den Fokus. Erst steht am 25. März das Hinspiel Stadion Letná an, das Rückspiel folgt am 2. April.
"Der schwedische Frauenfußball ist ein bisschen weiter als der tschechische", sagte Steiner. "Ich bin gespannt, ob wir mit ihnen was Qualität und Physis angeht mithalten können. Aber ich bin mir sicher, dass eines gleich ist – die Mentalität und der Teamgeist. Wir werden alles geben, um das Finale zu erreichen!"