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Frauen-EM für Anfänger: Wie läuft das Turnier? Wer ist überhaupt dabei?

Neu zur Women's EURO? Hier gibt's alle Basics zum Turnier – und zu jedem Team einen Grund, warum es deinen Support verdient.

Die Trophäe, die in der Vergangenheit so oft von Deutschland gewonnen wurde
Die Trophäe, die in der Vergangenheit so oft von Deutschland gewonnen wurde Getty Images

Die UEFA Women's EURO 2022 läuft vom 6. bis 31. Juli in England.

Hier gibt's alle Infos zum wohl größten europäischen Frauenturnier für Nationalmannschaften bislang.

Wichtige Infos

Wie lang gibt es die Frauen-EM schon?

Das erste UEFA-Turnier für Frauen-Nationalmannschaften fand von 1982 bis 1984 statt und wurde von Schweden gewonnen. Daraufhin wurde ein Endrundenturnier mit vier Teams eingeführt und 1991 fand der Wettbewerb erstmals unter dem Namen UEFA-Europameisterschaft der Frauen statt.

Ab 1997 wurde das Turnier alle vier Jahre mit acht Mannschaften, Gruppenphase und Endrunde ausgeführt, sodass es nicht gleichzeitig mit der FIFA-Weltmeisterschaft der Frauen stattfindet. 2009 wurde die Endrunde auf zwölf Teams erweitert, 2017 auf 16.

Diese Endrunde hätte eigentlich 2021 stattgefunden, wurde aufgrund der Covid-19-Pandemie und der damit einhergebenden Verschiebung der UEFA EURO 2020 der Männer allerdings um ein Jahr nach hinten verschoben. Die nächste Ausgabe wird wie ursprünglich geplant 2025 stattfinden.

Wann und wo sind die Spiele der Frauen-EM?

Los geht es am Mittwoch, 6. Juli um 21 Uhr MEZ in Old Trafford, wobei Gastgeber England gegen Österreich spielen wird. Die weiteren Spiele werden in Brighton & Hove (Brighton & Hove Community Stadium), London (Brentford Community Stadium), Manchester (Manchester City Academy Stadium), Milton Keynes (Stadium MK), Rotherham (New York Stadium), Sheffield (Bramall Lane), Southampton (St Mary's Stadium) und Wigan & Leigh (Leigh Sports Village) ausgetragen, bevor das Finale am Sonntag, 31. Juli um 18 Uhr MEZ im Londoner Wembley Stadion stattfindet.

Wie funktioniert die Frauen-EM?

Es gibt vier Vierergruppen, die zwei besten Teams jeder Gruppe ziehen ins Viertelfinale ein. Ab dort gilt das K.-o.-System. Steht es nach 90 Minuten Unentschieden, geht es in die Verlängerung; wenn nötig gibt es Elfmeterschießen.

Gruppen

Gruppe A: England (Gastgeber), Österreich, Norwegen, Nordirland

Gruppe B: Deutschland, Dänemark, Spanien, Finnland

Gruppe C: Niederlande (Titelverteidiger), Schweden, Portugal*, Schweiz

*ersetzt Russland

Gruppe D: Frankreich, Italien, Belgien, Island

Wer sind die Favoriten bei der Women's EURO?

Von 1995 bis 2013 gewann Deutschland das Turnier sechs Mal in Folge, vor fünf Jahren musste man sich im Viertelfinale dann aber Dänemark geschlagen geben. Diese Endrunde in England ist sehr offen: Etwa die Hälfte der Teilnehmer haben das Potenzial, Europameister zu werden.

Tolle Tore bei der Women's EURO

2017 haben die Niederlande den Titel vielleicht etwas überraschend gewonnen, zwei Jahre später erreichten sie dann aber auch das WM-Finale. Die Erfolgstrainerin Sarina Wiegman sitzt nun aber auf der Bank der Gastgeberinnen, die 1984 und 2009 schon das Finale erreicht hatten.

Nach dem dritten Platz bei der WM 2019 und olympischem Silber 2021 könnte man sagen, dass der Europameister von 1984 Schweden zuletzt in den wichtigen Momenten die Leistung abrufen kann. Spanien rechnet sich mit vielen Barcelona-Spielerinnen ebenfalls Chancen aus. Frankreich hat viel Talent im Team und will nach vielen Enttäuschungen mit der Nationalmannschaft endlich etwas reißen.

Deutschland hat eine neue Generation von Spielerinnen und will den Titel zurück. Dänemark, Finalist von 2017, und Norwegen nach dem Comeback von Ada Hegerberg haben auch ihre Unterstützer.

Die Women's EURO in der offiziellen App

Und was ist mit den anderen Teilnehmern?

Österreich kam beim Debüt 2017 direkt bis ins Halbfinale und musste sich Dänemark erst im Elfmeterschießen geschlagen geben und ist somit definitiv ein schwieriger Gegner. Italien sieht mehr und mehr wie die Mannschaft aus, die sich in den 1990ern einen Ruf erspielte, als man zweimal das Finale erreichte. Finnland und die Schweiz können ebenfalls auf viel Talent zurückgreifen und hat auch auf der Bank etwas zu bieten: Der Schweizer Trainer Nils Nielsen führte Dänemark 2017 ins Endspiel.

Belgiens Offensivbollwerk könnte Gruppe D durchaus aufmischen und auch Island hat in dieser Gruppe Potenzial. Portugal stieß erst spät zu den Endrundenteilnehmern dazu, man muss aber durchaus auf sie achten. Der zweite Debütant Nordirland wird in Southampton auf viel Unterstützung zählen können. Vor der Qualifikation waren sie die Nummer 32 der Weltrangliste, hatten dann aber einen sensationellen Lauf. Die Halbprofis, die den Großteil der Mannschaft ausmachen, bereiten sich seit Januar in Belfast ausschließlich auf das Turnier vor.

Wo kann ich die Frauen-EM anschauen?

Hier gibt's unseren Guide für die Übertragungspartner im TV und Stream. Ausgewählte Spiele werden in manchen Territorien auch im Livestream auf UEFA.tv gezeigt. Highlights aller Spiele werden ab Mitternacht MEZ verfügbar sein.

Du könntest natürlich auch selbst im Stadion sein – bei den Spielen, die noch nicht ausverkauft sind. Hier geht's zu den Tickets.

Tickets


Sind die Spiele ausverkauft? Wie viele Fans werden in den Stadien sein?

Die Maskottchen der Women's EURO 2022

Die aktuellen Turnierrekorde sind 41.301 für das Finale 2013 in Solna und insgesamt 247.041 Fans bei 31 Spielen in den Niederlande 2017. Letzten November hatte man diese Zahlen beim Ticket-Vorverkauf schon weit übertroffen.

Zu den ausverkauften Spielen gehört das Eröffnungsspiel in Old Trafford, womit zumindest für die nächsten dreieinhalb Wochen ein neuer Turnierrekord aufgestellt wird. Das Finale könnte in ähnliche Dimensionen erreichen und den bisherigen Rekord für ein Frauen-Länderspiel in Europa brechen – das waren 80.203 im Olympischen Finale 2012, ebenfalls in Wembley.

Gibt es bei der Frauen-EM auch den VAR?

Ja, zum ersten Mal, bei jedem Spiel.

Frühere Endspiele

UEFA-Europameisterschaft der Frauen

16 Teams
2017: Niederlande - Dänemark 4:2; Enschede, Niederlande
12 Teams
2013: Deutschland - Norwegen 1:0; Solna, Sweden
2009: Deutschland - England 6:2; Helsinki, Finland
8 Teams
2005: Deutschland - Norwegen 3:1; Blackburn, England
2001: Deutschland - Schweden 1:0 n.V. (Golden Goal); Ulm, Deutschland
K.-o.-Phase mit Hin- und Rückspiel, einfaches Finale
1995: Deutschland - Schweden 3:2; Kaiserslautern, Deutschland
K.-o.-Turnier mit vier Teams
1993: Norwegen - Italien 1:0; Cesena, Italien
1991: Deutschland - Norwegen 3:1 n.V.; Aalborg, Dänemark

Europäische Meisterschaft für Frauenfußball

K.-o.-Turnier mit vier Teams
1989: Deutschland - Norwegen 4:1; Osnabrück, Deutschland
1987: Norwegen - Schweden 2:1; Oslo, Norwegen
K.-o.-Turnier mit Hin- und Rückspiel
1984: Schweden - England 1:1 (4:3 i.E.); Hin- und Rückspiel in Göteborg und Luton

Du weißt noch nicht, für welches Team du bist? Das spricht für jeden Teilnehmer ...

Die Teilnehmer

Belgien

Hat Tine De Caigny, die in der Qualifikation zwölf Tore geschossen hat, die zehnfache Torschützin aus der WM-Quali 2019 Janice Cayman und Tessa Wullaert, die schon sagenhafte 15 Tore in der aktuellen WM-Qualifikation erzielt hat.

Harders Tor für Dänemark 2017

Dänemark

Der Überraschungsfinalist von 2017 mit der zweifachen UEFA Spielerin des Jahres, Pernille Harder.

Deutschland

Die Deutschen sollte man nie vergessen, wie Europa 1989 und 1991 gelernt hat. Und 1995, 1997, 2001, 2005, 2009 und 2013. Und natürlich auch die WM 2003 und 2007 sowie die Olympischen Spiele 2016.

Tolle deutsche Tore bei der Women's EURO

England

Wird so viel Unterstützung wie nie zuvor haben und unter einer Trainerin spielen, die vor fünf Jahren schonmal einen Gastgeber zum Europameistertitel führte.

Finnland

Wird zwar oft übersehen, kann im Rampenlicht aber groß aufspielen – wie vor 17 Jahren, als man beim Endrundendebüt in England das Halbfinale erreichte.

Frankreich

Haben in den letzten Jahren enttäuscht, wenn sie als Favorit ins Turnier gestartet sind. Dieses Mal werden sie etwas ignoriert – genauso wie Lyon (das fünf Spielerinnen stellt) in der UEFA Women's Champions League diese Saison.

Island

Die Männer machten sich bei der UEFA EURO 2016 beliebt, aber die Frauen sind auf diesem Level schon echte Veteranen: Es ist die vierte Endrundenteilnahme – Sif Atladóttir und Sara Björk Gunnarsdóttir waren bei allen dabei.

Italien

Die Azzurre waren früher eine der großen Mannschaften und finden langsam zu alter Form zurück. Mit im Gepäck sind ein paar Stars von Juventus, dem Überraschungsteam der UEFA Women's Champions League.

Miedemas Tore bei der Women's EURO 2017

Niederlande

Der Titelverteidiger wird mit viel Support ins Turnier gehen und ist mit großen Namen, die schon Erfolge in England gefeiert haben, gespickt – nicht zuletzt Vivianne Miedema.

Nordirland

Klarer Außenseiter, dem schon in der Qualifikation kaum einer Chance ausgerechnet hatte und der alle Gruppenspiele in Southampton austragen wird, wo es ihnen an Unterstützung nicht mangeln wird.

Norwegen

Der zweifache Europameister Norwegen hat die beste Torschützin der Geschichte der UEFA Women's Champions League Ada Hegerberg zurück, die nach 20 Monaten Verletzungspause Ende 2021 wieder für Lyon auflief und nach ihrem Aus bei der Nationalmannschaft 2017 nun wieder dabei ist.

Österreich

Hat bei einer Endrunde noch nie ein Spiel in der regulären Spielzeit verloren: Beim Debüt 2017 gewann man die Gruppe vor Frankreich und Island, beide K.-o.-Spiele gingen ins Elfmeterschießen.

Portugal

Darf mitspielen, auch wenn man eigentlich in der Qualifikation ausgeschieden ist. Das letzte Mal, dass dies bei einer EM passiert ist, war vor 30 Jahren bei den Männern – und das lief durchaus gut…

Tore von Schweden bei Women's EUROs

Schweden

WM-Bronze 2019, Olympisches Silber 2021 – jetzt fehlt nur noch Gold. Früher hatte man den Ruf, bei Endrunden nie richtig zu performen, aber das scheint Peter Gerhardsson nun vergessen zu machen.

Schweiz

Der in Grönland geborene Nils Nielsen führte Dänemark mit einem Sieg im Elfmeterschießen gegen Österreich überraschenderweise ins Finale 2017. Dann übernahm er die Schweiz, die in den Play-offs gegen Tschechien zum ersten Team wurde, dass sich über ein Elfmeterschießen für das Turnier qualifizierte.

Spanien

Hat viel Erfahrung sowohl in Klubwettbewerben mit Barcelona als auch mit den Nachwuchsmannschaften, als es viele Siege unter Jorge Vilda gab – der nun das A-Nationalteam trainiert.