Mittag freut sich auf Gänsehauterlebnis

Die Vorfreude bei DFB-Stürmerin Anja Mittag ist vor dem Duell mit ihrer Wahlheimat Schweden am Mittwoch in Göteborg im Halbfinale der UEFA Women’s EURO riesengroß.

Anja Mittag ist voller Vorfreude auf das Duell mit ihrer Wahlheimat Schweden
©Sportsfile

Ein Halbfinale bei der UEFA Women's EURO ist für jede Spielerin eine große Geschichte, doch insbesondere Anja Mittag kann ihre Vorfreude auf das Duell gegen Schweden kaum verbergen.

"Ich freue mich natürlich riesig, cooler geht es ja gar nicht", so Mittag auf der Abschlusspresskonferenz im Gamla-Ullevi-Stadion vor dem Duell mit den Gastgeberinnen. Noch lieber wäre sie den Schwedinnen allerdings erst in Stockholm begegnet. In Solna im Nordwesten der Hauptstadt erreicht das Turnier am Sonntag seinen Höhepunkt. "Das ist schade, dass wir nicht erst im Finale auf sie treffen, aber das lässt sich nun nicht mehr ändern."

Wie andere Mitspielerinnen und auch Bundestrainerin Silvia Neid sieht auch sie ihr Team in der Außenseiterrolle. "Es wäre komisch, wenn wir sagen würden, wir wären Favorit, so gut wie Schweden bisher gespielt hat. Das ist ein Team mit Spielerinnen, die im Schnitt 80 Länderspiele gespielt haben, bei uns sind es vielleicht 25. Es wird schwer, aber es wird an uns liegen, etwas herauszuholen."

Dabei gelte es vor allem, eine bestimmte Spielerin im Auge zu behalten. "Lotta Schelin ist eine Weltklassestürmerin und die absolute Coolness vor dem Tor. Sie kann aus dem Nichts ein Tor machen." Schon jetzt kann Mittag es kaum erwarten, im Gamla Ullevi aufzulaufen. "Die Fans werden hinter Schweden stehen und die Hymne laut mitsingen. Das wird ein Gänsehauterlebnis."

Mittag sieht sich dabei auch selbst in der Pflicht: "Ich bin mit meiner bisherigen Leistung im Turnier nicht zufrieden. In der Nationalmannschaft ist das Niveau und die Intensität größer als im Verein, das kann man nicht miteinander vergleichen." Sie lässt dennoch keinen Zweifel aufkommen, wohin der Weg der DFB-Elf in diesem Turnier noch führen soll.

 "Wir wollen ein gutes Spiel spielen und Spaß haben, da ist es egal, ob wir Favorit sind oder nicht. Wir wollen ins Finale und Europameister werden. Wir haben nichts zu verlieren und werden dieses Spiel einfach genießen. Es ist gut, dass wir nicht den Druck haben, wie vor zwei Jahren. Wir werden sehen, wie Schweden damit umgeht."

Nach der verpassten FIFA-Frauen-WM 2011 in Deutschland wechselte Mittag nach neun Jahren beim 1. FFC Turbine Potsdam zum FC Malmö in die schwedische Damallsvenskan. Gleich in ihrer Debütsaison etablierte sich Mittag im vergangenen Jahr schnell als feste Größe im südschwedischen Team, wurde mit 21 Treffern Torschützenkönigin und zur besten Spielerin der Liga gekürt.

Mittag freut sich, dass das Turnier in ihrer Wahlheimat Schweden so gut angenommen wird. "Die Resonanz hier ist ähnlich wie bei uns 2011. Das Hotel wird von Fans belagert, wer hätte das vorher gedacht? Das ist gut für den Frauenfußball." Dabei hofft sie, dass sie ab und an ihren Teamkolleginnen ein paar Tipps gegeben kann.

"Ich kann schon ein bisschen über die Stärken und Schwächen der einzelnen Spielerinnen sagen und es ist einfach eine schöne Sache, gegen so ein Land zu spielen und zu verstehen, was sich die Spielerinnen zurufen."

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