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Prinz macht Schluss

Deutschlands Rekordnationalspielerin Birgit Prinz hat ihre aktive Karriere für beendet erklärt. Unter anderem gewann die 33-Jährige zwei Welt- und fünf Europameisterschaften sowie drei UEFA-Frauen-Pokale.

Birgit Prinz' Leistungen waren für den Frauenfußball unbezahlbar
Birgit Prinz' Leistungen waren für den Frauenfußball unbezahlbar ©Getty Images

Am heutigen Freitag wurde bekannt, dass Deutschlands Rekordnationalspielerin Birgit Prinz ihre aktive Karriere im Alter von 33 Jahren beenden wird. Sie erteilte damit Spekulationen eine Absage, dass sie zumindest auf Vereinsebene beim 1. FFC Frankfurt noch ein Jahr dranhängen würde. "Für mich ist der Moment gekommen, meine Karriere als aktive Fußballspielerin nach 25 Jahren zu beenden. Dies ist keine einfache Entscheidung für mich, da das Fußballspielen für mich immer eine große Leidenschaft war. Doch es fühlt sich jetzt nach dem richtigen Moment an", sagte Prinz in Frankfurt, nachdem sie diesen Sommer bei der FIFA-Frauen-WM 2011 im eigenen Land über eine Nebenrolle nicht hinausgekommen und mit der DFB-Auswahl im Viertelfinale ausgeschieden war.

Über viele Jahre hinweg war Prinz das prägende Gesicht zuerst im deutschen, später auch im weltweiten Frauenfußball. Während Ihrer Zeit beim FSV Frankfurt (1992-1998), dem 1. FFC Frankfurt (1998-2002 sowie 2002-2011) und Carolina Courage (2002) wurde sie neun Mal Deutsche Meisterin, gewann zehn Mal den DFB-Pokal, drei Mal den UEFA-Frauen-Pokal als Vorläufer der UEFA Women's Champions League und 2002 die US-amerikanische Meisterschaft.

Noch größer waren ihre Erfolge mit der deutschen Nationalmannschaft, mit der sie in Europa mit fünf UEFA-Europameisterschaften (1995, 1997, 2001, 2005, 2009) die Szene dominierte und schließlich auch zwei FIFA Frauen-Weltmeisterschaften (2003 und 2007) gewinnen konnte. Von 2003 bis 2005 wurde sie drei Mal in Folge zur Weltfußballerin gewählt und kann mit 14 WM-Treffern gemeinsam mit der Brasilianerin Marta ebenfalls auf einen Rekordwert verweisen. 214 Einsätze und 128 Tore in der Nationalmannschaft sind innerhalb Deutschlands die aktuelle Rekordmarke.

Reaktionen
Dr. Theo Zwanziger, DFB-Präsident

Selbstverständlich bedauere ich diese Entscheidung. Aber ich habe auch Respekt davor. Es spricht für sie und ihre Art, dass sie sich nach der auch für sie persönlich nicht ganz einfachen WM erst einmal in Ruhe Gedanken über ihre Zukunft und keinen Schnellschuss gemacht hat. Sie ist eine großartige und außergewöhnliche Sportpersönlichkeit, die unglaubliche Verdienste für den Frauenfußball in Deutschland hat. Jetzt, da sie ihren Rücktritt offiziell bekannt gegeben hat, wird der DFB natürlich darüber beraten, wie eine verdiente Nationalspielerin wie Birgit Prinz offiziell und angemessen verabschiedet werden kann. Dafür ist es natürlich auch unabdingbar zu wissen, wie sich Birgit selbst ihren Abschied vom aktiven Sport vorstellt. Deshalb werde ich mich bemühen, zeitnah ein persönliches Gespräch mit ihr zu führen. Ich wünsche Birgit Prinz für ihre weitere Karriere abseits des Fußballfeldes alles Gute und kann ihr versichern, dass sie beim Deutschen Fußball-Bund und in mir persönlich jederzeit ein offenes Ohr und einen Ratgeber finden wird.

Silvia Neid, Bundestrainerin
Birgit Prinz hat jahrelang auf höchstem Niveau gespielt und unheimlich viel für den Frauenfußball geleistet. Sie war maßgeblich an allen Erfolgen der Nationalmannschaft beteiligt. Vor dieser Leistung habe ich größten Respekt. Birgit hat den Frauenfußball auf beeindruckende Weise über Jahre geprägt. Ich wünsche ihr für ihren neuen Lebensabschnitt alles Gute und viel Erfolg.

Steffi Jones, DFB-Direktorin Frauenfußball

Ich finde sehr, sehr schade, dass sie aufhört. Birgit ist eine Ausnahmespielerin. Ich habe mit ihr ja noch zusammen gespielt und hätte ihr gewünscht, dass sie mit der WM einen würdigen Abschluss für diese herausragende internationale Karriere bekommt. Ich wünsche ihr auf jeden Fall alles Gute für die Zeit nach der sportlichen Karriere.

Siegfried Dietrich, Manager 1. FFC Frankfurt

Auch wenn das Karriereende nach der WM immer eine Option war, bedauern wir sehr, dass Birgit Prinz nun auch auf Vereinsebene vom aktiven Leistungssport zurücktritt. Nach nun über einem gemeinsamen Jahrzehnt mit vielen großartigen Erfolgen, aber auch so manchem Tiefschlag, möchte sich der gesamte 1. FFC Frankfurt bei Birgit Prinz für die überaus gute Zusammenarbeit bedanken. Sie war der Prototyp einer aufrichtigen, ehrlichen, angemessen kritischen und immer mannschaftsdienlichen Offensivspielerin, die auf dem Platz oft den Unterschied ausgemacht hat.