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Prêcheur über Lyons Triple-Triumph
Gérard Prêcheur (Lyon) ©AFP/Getty Images

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Prêcheur über Lyons Triple-Triumph

"Jetzt kann ich Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen, die mich in den letzten drei Jahren unterstützt haben. Ich muss ihnen all die Liebe zurückgeben, die letzten Monate waren sehr schwierig für mich."

Das ist keinesfalls eine Standard-Floskel, wie man sie von einem Trainer, der gerade den Titel in der UEFA Women's Champions League verteidigt hat, erwarten würde. Doch Gérard Prêcheur hebt in Cardiff die Stressfaktoren, die der Beruf des Trainers mit sich bringt, hervor - besonders die Belastung, die richtige Balance zwischen Beruf und Privatleben zu finden.

Wie Josep Guardiola hatte er beschlossen, dass drei Jahre bei einem Klub ein durchaus zufriedenstellender und angemessener Zeitraum sind und bereits vor dem Finale in Cardiff seinen Rücktritt als Trainer von Olympique Lyonnais angekündigt.

Nach dem Sieg im Elfmeterschießen über Paris Saint-Germain gratulierte er seinem Trainerpendant Patrice Lair, dessen Job bei Lyon er ironischerweise 2014 übernommen hatte. Davor war er Leiter des Trainingszentrums des französischen Fußballverbands in Clairefontaine. Die Entwicklung des Frauenfußballs in Frankreich zählte mitunter zu seinem Aufgabenbereich. "Frankreich arbeitet hart, um den Frauenfußball zu entwickeln und zu fördern. Deswegen war es großartig, zwei Teams aus Frankreich im Finale zu haben. Ich bin sicher, das wird dem Frauenfußball in Frankreich Auftrieb verleihen", sagte Prêcheur in Cardiff.

©AFP/Getty Images

In seinen drei Spielzeiten bei Lyon holte der 57-Jährige acht von neun möglichen Titeln. "Einen Klub täglich zu trainieren ist anspruchsvoll, weil du deine gesamte Energie in diesen Job stecken musst. Ich war froh, dass ich in der Lage war, all diese Herausforderungen zu meistern. Es war manchmal wirklich schwierig."

Eine der bedeutenden Herausforderungen war es, einen Kader physisch, technisch und mental auf das Top-Niveau in der UEFA Women's Champions League vorzubereiten und gleichzeitig auf den Spielalltag in der französischen Liga.

Vor dem Finale 2016 in Reggio Emilia mussten sich Prêcheur und sein Team gut auf den VfL Wolfsburg vorbereiten und viel analysieren, wohingegen mit Paris Saint-Germain im Finale 2017 ein bereits bekannter Gegner aus der heimischen Liga wartete. Mitunter ein Schlüsselelement des Endspiel-Matchplans war die Vierer- anstelle der Dreierkette aus den Halbfinalpartien sowie die Umstellung auf drei Stürmer, um die gefährlichen PSG-Außenverteidigerinnen auszuschalten.

In den 120 Minuten von Cardiff lief Prêcheur in seiner Coaching-Zone durchgehend auf und ab, doch er gab Anweisungen, ohne dabei lautstark oder theatralisch zu sein. "Ich habe immer gesagt, dass man als Trainer bescheiden sein muss, denn die wichtigen Personen stehen auf dem Platz. Das Triple zu verteidigen ist großartig für den Klub und für die Mädels. Ich glaube nicht, dass das in der Vergangenheit jemand geschafft hat. Deswegen verdienen sie die Glückwünsche für diesen außergewöhnlichen Erfolg." Glückwünsche verdient auch Gérard Prêcheur, der mit dem Final-Triumph über Paris seine drei Spielzeiten als Trainer bei Lyon krönt.

https://de.uefa.com/womenschampionsleague/season=2017/technical-report/winning-coach/index.html#precheur+uber+lyons+triple+triumph