Bartusiak über Frankfurt und ihre Zukunft

Während sich Titelverteidiger 1. FFC Frankfurt auf das Viertelfinale gegen den FC Rosengård vorbereitet, spricht Saskia Bartusiak über schwankende Form, den Weggang von Colin Bell und ihre Pläne.

Saskia Bartusiak hofft, im kommenden Mai die UEFA Women's Champions League abermals zu gewinnen
Saskia Bartusiak hofft, im kommenden Mai die UEFA Women's Champions League abermals zu gewinnen ©Getty Images

Sollte dies die letzte Saison von Saskia Bartusiak als Spielerin sein, dann könnte sie bemerkenswert werden.

Die 33-jährige Abwehrspielerin, die 2005 vom FSV Frankfurt zum 1. FFC Frankfurt wechselte, gewann in der vergangenen Saison die UEFA Women's Champions League, sodass sie nun mit dem Verein schon dreimal die europäische Krone geholt hat. Hinzu kommen zwei EM-Titel mit Deutschland, deren Kapitänin sie nun ist.

Bei Frankfurt erlebt sie derzeit eine eher durchwachsene Saison. Der Rückstand auf Tabellenführer FC Bayern München in der Frauen-Bundesliga beträgt nun schön zwölf Punkte, im DFB-Pokal ist der Verein ausgeschieden, und auf dem Weg ins Viertelfinale der UEFA Women's Champions League im März gegen Rosengård mussten die Hessinnen gegen LSK Kvinner ins Elfmeterschießen. Außerdem haben sie in Matt Ross einen neuen Trainer, nachdem Colin Bell nach Norwegen wechselte, um dort Avaldsnes zu coachen. Bartusiak sprach mit UEFA.com über Rosengård, Bell, die Saison von Frankfurt und über ihre Zukunft.

UEFA.com: Was halten Sie von Rosengård? 

So holte Frankfurt den Titel
So holte Frankfurt den Titel

Saskia Bartusiak: Ich habe mich noch nicht so sehr mit der Mannschaft beschäftigt, aber natürlich sagt mir dieser Verein etwas. Anja Mittag hat dort sehr viele Jahre erfolgreich gespielt. Mit Marta im Sturm, die jeder kennt, sagt das schon sehr viel über die Qualität dieser Mannschaft aus. Das werden sehr gute Spiele, und ich freue mich jetzt schon darauf, gegen eine schwedische Mannschaft zu spielen.

UEFA.com: Wie beurteilen Sie die Arbeit von Colin Bell?

Bartusiak: Er hat hier sehr, sehr gute Arbeit geleistet. Mit dem Champions-League-Titel hat er dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Das war für ihn persönlich und für uns als Mannschaft ein ganz toller Erfolg.

UEFA.com: Frankfurt hat vor der Winterpause weder in der Heimat noch in Europa die gewohnte Beständigkeit gezeigt. Woran liegt das?

Bartusiak: Das ist schwierig zu sagen. Für mich persönlich ist das gar nicht so überraschend wie für Außenstehende. Wir hatten nach der letzten Saison einen kleinen Umbruch, wichtige Spielerinnen haben entweder den Verein verlassen oder habe ihre Karriere beendet - wie zum Beispiel Célia Šašić. Sie war immer ein Torgarant, die immer für eine Aktion gut war und die uns dann auch helfen konnte. Dann haben wir viele neue Spielerinnen hinzubekommen, die wir erst einmal integrieren mussten, und die auch erst sehr spät in der Vorbereitung dazugestoßen sind.

Die deutschen Nationalspielerinnen sind nach der WM auch erst sehr spät dazugestoßen. Das alles waren Punkte, die dazu beigetragen haben, dass wir länger gebraucht haben, um uns als Mannschaft zu finden. Wir haben zwar recht solide gespielt, aber in einigen Spielen konnten wir nicht das zeigen, was wir tatsächlich können.

Bartusiak ist nun Kapitänin der DFB-Auswahl
Bartusiak ist nun Kapitänin der DFB-Auswahl©Getty Images

UEFA.com: Sie haben gesagt, dass Sie nicht wissen, ob Sie Ihren Vertrag noch um ein Jahr verlängern, wenn er Mitte des Jahres ausläuft. Oder ob Sie es woanders versuchen oder gar zurücktreten. Wie denken Sie heute darüber, werden Sie dem Frauenfußball erhalten blieben?

Bartusiak: Das weiß ich noch nicht. Darüber habe ich mir noch keine richtig intensiven Gedanken gemacht. Natürlich befasst man sich mit allen möglichen Dingen, aber im Moment liegt mein Fokus auf dem 1. FFC Frankfurt und auf den Zielen, die wir noch haben. Das gleiche gilt auch für die Nationalmannschaft, da stehen im Sommer die Olympischen Spiele an. Das ist für mich noch einmal ein ganz großes Highlight, auf das ich mich sehr gut vorbereiten möchte, wo ich topfit hinreisen will. Das sind Dinge, mit denen ich mich viel mehr beschäftige als damit, was vielleicht in der Zukunft sein wird.

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