Goeßling über Wolfsburg-Rosengård, Keßler, Mittag

Ohne ihre Mittelfeldpartnerin Nadine Keßler und gegen ihre Zimmernachbarin im DFB-Team, Anja Mittag, geht es für Lena Goeßling und ihren VfL Wolfsburg nun gegen den FC Rosengård.

Lena Goeßling im Gespräch mit UEFA.com
Lena Goeßling im Gespräch mit UEFA.com ©UEFA.com

Der VfL Wolfsburg hat noch nie ein Duell im Europapokal verloren, aber diese stolze Bilanz könnte nun in den nächsten zwei Wochen ins Wackeln geraten.

Wolfsburg, das darauf hofft, zum dritten Mal in Folge die UEFA Women's Champions League zu gewinnen, bekommt es im Viertelfinale mit dem FC Rosengård zu tun. Das Hinspiel findet am Sonntag in Niedersachsen statt, womit auch das neue Stadion eingeweiht wird, in dem künftig die Damen und die zweite Mannschaft der Herren spielen werden. Gegen eine Mannschaft, in der Spielerinnen wie Marta und Anja Mittag aktiv sind, muss Wolfsburg auf einige verletzte Akteurinnen verzichten, darunter Nadine Keßler, beste Spielerin des Jahres in Europa und der Welt. Um die Probleme noch zu verschärfen, gab es am Sonntag eine 0:2-Pleite gegen den 1. FFC Turbine Potsdam, die erste Niederlage nach 13 Monaten.

Partnerin von Keßler im Mittelfeld ist Lena Goeßling, mit der sich UEFA.com unterhalten hat. Im Vordergrund stand neben dem Fehlen der Kapitänin natürlich das Duell gegen Rosengård und gegen Nationalmannschaftskollegin Mittag.

UEFA.com: Wie sehr freuen Sie sich auf das Duell gegen Rosengård, auf das erste internationale Spiel in diesem neuen Stadion?

Lena Goeßling: Wir wissen, dass Rosengård ein ganz schwerer Gegner wird. Wir kennen Sie bereits aus dem letzten Jahr [als der Verein noch FCR Malmö hieß], und wir wollten nicht schon wieder gegen sie spielen, aber wir freuen uns auf das Spiel. Wir wissen, dass in dem neuen Stadion eine super Atmosphäre sein wird.

Wolfsburgs neues Stadion
Wolfsburgs neues Stadion©Getty Images

UEFA.com: Welche Art von Spiel erwarten Sie?

Goessling: Wir müssen über den Kampf den Weg ins Spiel finden, wir müssen die Offensive von Rosengård ausschalten. Wir kennen ihre Spielerinnen wie Anja Mittag und Marta. Das sind Spielerinnen von Weltklasse. Wir werden Rosengård nicht unterschätzen, und wir werden versuchen, hier zuhause den ersten Schritt ins Halbfinale zu machen. 

UEFA.com: Sie haben gerade Anja Mittag angesprochen, ihre Kollegin in der Nationalmannschaft ...

Goessling: Das Lustige ist, dass sie bei der Nationalmannschaft sogar meine Zimmerpartnerin ist. Während der Auslosung waren wir mit der Nationalmannschaft unterwegs, und wir haben gesagt, dass wir auf keinen Fall gegeneinander spielen wollen. Und dann ist es natürlich so gekommen und wir waren beide damit nicht glücklich. Wir haben bis jetzt noch keine Sprüche darüber geklopft. Aber wir wissen natürlich, wie stark die jeweils andere Mannschaft ist.

UEFA.com: Ihre Mittelfeldpartnerin Nadine Keßler fehlt, wie sehr vermissen Sie sie und wie sehr verändert ihr Fehlen Ihr Spiel? 

Goeßling: Ich muss jetzt mehr Verantwortung übernehmen. Ich konnte mich immer auf 'Kessi' an meiner Seite verlassen, und jetzt fehlt sie schon einige Monate. Und so mussten mehrere Spielerinnen mehr Verantwortung übernehmen, nicht nur ich. Ich denke, dass ich an der Aufgabe gewachsen bin, und ich versuche, den Part zu übernehmen, wenn sie nicht da ist.

Goeßling spielt gegen Mittag (links), ihre Zimmerkollegin im DFB-Team
Goeßling spielt gegen Mittag (links), ihre Zimmerkollegin im DFB-Team©Getty Images

UEFA.com: Das Hinspiel findet im eigenen Stadion statt, ist das ein Unterschied bei der Herangehensweise an das Spiel oder die Vorbereitung darauf? 

Goeßling: Ich persönlich spiele lieber erst auswärts und dann zuhause. Und dort spielen wir auf Kunstrasen, und das ist ein kleiner Unterschied. Aber vielleicht ist es besser, wenn wir diesmal zuerst zuhause spielen, weil wir wissen, dass wir daheim stark sind und hier den gewohnten Untergrund haben. Und vielleicht können wir uns ja hier schon den kleinen Schritt ins Halbfinale ermöglichen.

UEFA.com: Merkt man bei den Gegnern, nachdem sie jetzt schon zweimal den Pokal gewonnen haben, dass diese besonders motiviert sind, wenn es gegen Sie geht? Denn immerhin sind Sie ja der Titelverteidiger.

Goeßling: Jede Mannschaft, gegen die wir spielen, ist motiviert, alle wollen uns ärgern. Uns unterschätzt keiner mehr, wie es noch vor zwei Jahren war, als wir noch belächelt wurden, weil die Leute vielleicht dachten, dass wir mit Glück die Champions League gewonnen haben. Wir haben den Titel bestätigt und umso schwieriger wird die Saison. Keiner schenkt uns mehr etwas.

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