Frankfurt ist wieder eine Macht

Nach sechs Jahren ohne Meistertitel genügt dem 1. FFC Frankfurt am letzten Spieltag beim VfL Wolfsburg am Sonntag bereits ein Punkt, um wieder einmal jubeln zu dürfen, die Rückkehr nach Europa steht bereits fest.

Nach dem Pokalsieg kann Frankfurt auch die Meisterschaft holen
Nach dem Pokalsieg kann Frankfurt auch die Meisterschaft holen ©Getty Images

Schon vor dem großen Finale am Sonntag, wenn Tabellenführer 1. FFC Frankfurt mit einem Remis beim Tabellenzweiten VfL Wolfsburg, der unlängst die UEFA Women's Champions League verteidigte, die erste Meisterschaft seit 2008 gewinnen kann, steht fest, dass diese Saison für die Hessinnen eine erfolgreiche war.

Schon mit dem Gewinn des DFB-Pokals der Frauen Mitte Mai hatte man erstmals nach drei, für FFC-Verhältnisse sehr langen Jahren, wieder einen Titel gewonnen. Am letzten Wochenende sicherte man sich mit einem 2:1-Sieg gegen den 1. FFC Turbine Potsdam schon vor dem letzten Spieltag die Rückkehr in die UEFA Women's Champions League, was vor der Saison das erklärte Ziel der Frankfurterinnen war. Nun könnte mit der Meisterschaft noch die Krönung folgen.

Doch wie kam es zum Wiedererstarken des wohl finanzstärksten deutschen Vereins, der in Pflichtspielen 2013/14 noch ungeschlagen ist? Da ist natürlich zuerst einmal der Trainer, Collin Bell, zu nennen. Bewusst entschied sich der Verein im Vergleich zu Vorgänger Sven Kahlert für einen Übungsleiter, der sich im Frauenfußball auskennt und zuvor zwei Jahre lang in der Bundesliga den SC 07 Bad Neuenahr trainierte. Der 52-jährige Ex-Profi des 1. FSV Mainz 05 hat mit seiner ruhigen und besonnenen Art anscheinend den richtigen Ton beim Starensemble des FFC getroffen, hat die vielen Nationalspielerinnen erfolgreich auf ein gemeinsames Ziel einschwören können.

"Ich lasse meine Mannschaft nie allein, denn ich liebe meine Mädels. In Frankfurt habe ich erwachsene Frauen mit eigenem Kopf getroffen", so Bell. "Ich habe versucht, Visionen zu entfachen und Wege aufzuzeigen, wie wir das erreichen können. Man muss die Zügel in der Hand halten, darf sie auch mal lockern, aber nie weggeben." Innenverteidigerin Peggy Kuznik lobt: "Der Trainer hat es geschafft, allen wieder den nötigen Hunger einzuflößen. Er hat den entscheidenden Anteil an unserem Erfolg."

Für die neue Saison steht allerdings ein kleiner Umbruch an: Mit Melanie Behringer (FC Bayern München) und Babett Peter (VfL Wolfsburg) verlassen wichtige Kräfte den Verein, zudem verletzte sich Saskia Bartusiak am Wochenende gegen Potsdam so schwer am Knie, dass sie große Teile der neuen Saison fehlen wird. Da müssen die Neuverpflichtungen dann ebenso einschlagen, wie es in dieser Saison etwa mit Célia Šašić, Asuna Tanaka oder Kuznik gelungen ist.

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