Müller und Keßler überwältigt vom Comeback-Sieg

Zum zweiten Mal in Folge erzielte Martina Müller für den VfL Wolfsburg den entscheidenden Treffer im Finale und sowohl sie als auch Kapitänin Nadine Keßler waren überwältigt vom dramatischen 4:3 gegen Tyresö FF.

Martina Müller erzielte für den VfL Wolfsburg den entscheidenden Treffer im Finale der UEFA Women’s Champions League und teilte sich das Tor zum dramatischen 4:3 gegen Tyresö FF zur Hälfte mit Kapitänin Nadine Keßler.

0:2 lag der Titelverteidiger zur Halbzeit im Rückstand, aber sowohl Müller als auch Keßler erzählten UEFA:com, dass der Glaube an die eigene Stärke nie verloren ging und der schnelle Anschlusstreffer von Alex Popp anfangs der zweiten Halbzeit entscheidend war. Nach dem nochmaligen Rückstand zum 2:3 gab Wolfsburg dem Spiel die Wende, Keßler gab die entscheidende Vorlage zum 4:3 und die beiden Spielerin verliehen ihren Gedanken zu diesem unvergesslichen Abend Ausdruck.

Martina Müller, Stürmerin Wolfsburg
Im Moment bin ich noch völlig durcheinander und kann alles noch gar nicht zuordnen. Ich muss die ganzen Emotionen nach dem Spiel erst einmal sacken lassen, aber ich bin überglücklich. Wir haben uns genau an das Spiel gegen Potsdam erinnert, dass wir als Mannschaft in der Lage sind, wieder zurückzukommen. Das hat uns auch Zuversicht geben, denn es lief wieder ähnlich. Es war eine Flanke von Anna, ich gehe kurz und „Poppi“ bleibt lang und macht das Kopfballtor, genauso war es gegen Potsdam, dann wusste ich, heute geht nichts schief und es hat funktioniert.

Selbst in der Halbzeit, als wir 0:2 zurückgelegen haben, war ich weiter überzeugt, dass wir diese Rückschläge wegstecken können und gestärkt herauskommen. Das war heute wieder der Fall und ich bin stolz auf das Team. Wir wussten, dass Tyresö früh vorne drauf geht und dass es kein leichtes Spiel wird. Wir sind ein bisschen schwer ins Spiel reingekommen und die Abstände waren nicht gut, alles war ein bisschen durcheinander. Zum Glück hatten wir nach 45 Minuten Zeit, alles noch einmal ein bisschen umzustellen und der Trainer hat die richtigen Worte gefunden. Ich glaube, wir haben am Ende verdient gewonnen.

Beim 4:3 hat sich „Kessi“ Weltklasse gegen drei Leute durchgesetzt, macht auf einmal einen Heber und der Ball war für eine Sekunde frei und ich halte meinen Spann noch hin. Bei dem Tor gehören 50 Prozent „Kessi“ und 50 Prozent mir, das war der Hammer.

Nadine Kessler, Kapitänin Wolfsburg und „Spielerin des Spiels“
Mir fehlen immer noch die Worte. Wenn man gegen ein so starkes Team eine so kalte Dusche erwischt, dann ist es sehr schwierig, wieder zurückzukommen. Aber wir hatten trotzdem auch schon in der ersten Halbzeit unsere Chancen. Dennoch haben wir vieles nicht gut gemacht, aber nie den Glauben verloren.

In der Halbzeitpause haben der Trainer und viele Spielerinnen klare Worte gefunden, was wir anders machen müssen, um das Spiel noch herumzureißen. Mit dieser Körpersprache und Präsenz sind wir aus der Kabine gekommen. Das schnelle Anschlusstor von Alex war wichtig, um schnell wieder zurückzukommen. Was Alex für eine Körpersprache nach dem Tor hatte, die ist auf die Mannschaft übergeschwappt.

Dann hatten wir wieder eine breite Brust und sehr viel Selbstvertrauen, das hat uns einfach gut getan für den weiteren Spielverlauf. Es zeichnet uns aus, der Gedanke ans Verlieren ist in unseren Köpfen nicht so prägnant. Wenn man einen 0:2-Rückstand aufholt und den Ausgleich macht, verliert man nicht die Nerven, wenn man noch einmal in Rückstand gerät. Wir haben immer daran geglaubt, speziell die letzte Viertelstunde wollten wir das Ding vorzeitig über die Bühne bringen.

Es gibt keine bessere Mannschaft als unsere, ich bin stolz auf die Art und Weise wie wir spielen und wie sich die Mädels reinhauen, das macht für mich Fußball aus und begeistert Menschen. Ich glaube, genau darum geht es. Es ist eine riesige Ehre, diese Auszeichnung zur „Spielerin des Spiels“ bekommen zu haben. Aber am liebsten würde ich sie mit jeder teilen, damit jede ein Stück davon abbekommt. Genau das Kollektiv ist bei uns stark, jeder trägt dazu etwas bei.

Tyresö ist eine absolute Topmannschaft, die sehr guten Fußball spielt. Was Marta immer noch drauf hat, wie schwer es ist, sie zu verteidigen oder Caroline Seger, eine überragende Mittelfeldspielerin, das war schon ein tolles Duell und hat viel Spaß gemacht und alles abverlangt, was man so zu bieten hat. Ich glaube, wir haben heute für den neutralen Betrachter, für die Frauenfußball-Fans ein wirklich schönes Spiel gezeigt.

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